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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Thema Sterbehilfe

Die jährlichen »Todeslisten« in Belgien sind
keine bloßen Statistiken. Dahinter stehen Einzelschicksale. Und die
Zahlen verraten nichts von Schmerzen, Leiden und unvorstellbaren
Qualen. Die Frage aber heißt: Ist die Vorstellung vom »würdigen Tod«
tatsächlich die richtige Antwort? Sterbende und Schwerkranke muss man
begleiten, nicht töten. Vielleicht verliefe die Diskussion anders,
wenn sich Belgien nicht nur zu einer Liberalisierung seiner
Sterbegesetzgebung entschlossen, sondern gleichzeitig eine Offensive
für die Palliativmedizin gestartet hätte. Das aber geschah nicht. Und
so bleiben die Daten vor allem deshalb unbrauchbar, weil sie nicht
klar machen, wo Hilfe und Begleitung möglich und humaner gewesen
wären, als einen Medikamenten-Cocktail anzurühren. Dass der Tod zum
Leben gehört, ist eine banale Weisheit. Aber sie weist Familie,
Freunden sowie professionellen Helfern eine Verantwortung zu. Die
besteht nicht darin, das Ende absichtlich herbeizuführen, sondern
Beistand zu gewähren – bis zum letzten Atemzug. Das ist etwas anderes
als das, was in Belgien geschieht.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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