Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Facebook

Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht in die
Offensive. Aus Überzeugung oder um einer staatlichen Regulierung
zuvorzukommen. Die Vorschläge sind vernünftig, teils wegweisend –
falls sie ernst gemeint sind. Es besteht aber die Gefahr, dass
Zuckerberg einen gesellschaftlichen Konsens einfordert, wo
Meinungsfreiheit endet und Hassrede beginnt, sowie globale
Datenschutzgesetze, weil er zu wissen glaubt, dass Gesellschaft und
Staatengemeinschaft so uneins sind, dass eine Regulierung nicht vor
dem Sankt-Nimmerleins-Tag stattfindet. Das wäre dann üble
Taktiererei. Datenschutz nach DSGVO-Standard könnte Facebook längst
haben, aber der Konzern hat stets gegen Datensparsamkeit
argumentiert. Facebook Live ohne die notwendigen Kontrollmechanismen
scharf zu schalten, war eine Entscheidung im eigenen Haus. Ein paar
Minuten Zeitversatz, die entsprechende Software und mehr Personal
hätten die Christchurch-Übertragung vielleicht verhindern können.
Also, nicht warten, handeln! Nationale Gesetze sind allemal besser,
als tatenlos auf eine globale Lösung zu warten. Denn das können
wir uns auf keinen Fall leisten.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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