Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Libyen

Gaddafi und sein Clan können Libyen wenigstens
einen guten Dienst erweisen, in dem sie den Kampf bis zum letzten
Mann abkürzen und abhauen. Der Nero von Tripolis hat genug Feuer
gelegt. Am Sturz des skurrilen machtbesessenen Diktators führt kein
Weg mehr vorbei. Mancher Tyrann und manche Terroristengruppe müssen
nun ohne libysches Geld auskommen. Der Sieg der Aufständischen war
trotz Nato-Luftunterstützung erwartet schwer. Der Frieden wird noch
schwerer. Zwar verfügt Libyen mit seinen Ölvorkommen über die
ökonomische Basis, um den Aufbau zu finanzieren. Doch ist die
bisherige Opposition nicht geeint. Zusammen hat man Gaddafi besiegt.
Die besten Früchte möchte jeder für sich. Die Gefahr, dass sich die
durch ethnische Zugehörigkeit, religiöse Verwurzelung, Ideologie,
wirtschaftliche Interessen und sozialen Stand unterschiedenen Gruppen
ihre Verbündeten außerhalb Libyens suchen, ist groß. Die Sonderrollen
Ägyptens und anderer arabischer Staaten, Chinas und Russlands sind
vorgegeben. Deutschland kann nur vereint mit den Nato-Staaten, die in
Libyen kämpften, am Wiederaufbau mitwirken.

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