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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Krankenkassen-Überschuss

Ein Überschuss von 28 Milliarden Euro – das
klingt auf den ersten Blick gut. Suggeriert die Zahl doch, dass das
deutsche Gesundheitssystem keine Probleme hat. Tatsächlich haben die
Kassen zuletzt weniger ausgegeben als eingenommen. Daraus zu
schließen, dass die Beiträge der gesetzlich Versicherten gesenkt
werden könnten, wäre jedoch fatal. Tatsächlich sieht die
Finanzsituation keineswegs so rosig aus wie es den Anschein hat. Die
28 Milliarden Euro Reserven sind angesichts monatlicher Ausgaben
von gut 19 Milliarden Euro alles andere als eine sichere Bank. Wenn
die Konjunktur mal nicht mehr so gut läuft wie derzeit, dürfte das
Polster schnell aufgebraucht sein. Dann könnte es sein, dass die
Zusatzbeiträge auf breiter Front angehoben werden müssen. Ein
weiteres Problem ist, dass das Geld unter den 113 Kassen ungleich
verteilt ist. Vier von zehn Versicherten sind bei einer Kasse,
deren Zusatzbeitrag schon heute über dem Durchschnitt von 1,1
Prozent liegt. Ursache dafür sind Mängel des Finanzausgleichs
zwischen den Krankenkassen. Im schlimmsten Fall droht den klammen
Kassen die Insolvenz. Positive Nachrichten sehen anders aus.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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