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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Deutschen Bank

Das ist bei der Deutschen Bank nicht anders als
bei den Profi-Fußballern oder einem mittelständischen
Industriebetrieb: Die Wahl eines neuen Chefs oder Trainers ist immer
ein Signal. Die Ernennung von Christian Sewing zum Nachfolger von
John Cryan an der Spitze der Deutschen Bank setzt nicht nur ein,
sondern sogleich viele Zeichen.

Was aber sind das für Signale? Zunächst fällt auf: Sewing ist für
den Posten relativ jung. Mit noch nicht einmal 48 Jahren – in wenigen
Tagen hat er Geburtstag – ist er sogar gut ein Jahr jünger als sein
Vorvorgänger Anshu Jain. Sewing eilt der Ruf voraus,
entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig zu sein. Einen solchen
Mann braucht die Deutsche Bank. Cryan wurde nachgesagt, er habe zwar
die richtige Strategie; aber er setze sie zu wenig um. Dass der neue
Chef Deutscher ist, ist in Zeiten globalisierter Finanzmärkte kein
Muss. Aber nach den Erfahrungen mit dem Schweizer Josef Ackermann,
dem Anglo-Inder Anju Jain und dem Briten John Cryan ist die Sehnsucht
nach Bodenständigkeit groß. Dazu gehört, dass keine Boni fließen,
wenn die Zahlen nicht stimmen und Jobs abgebaut werden.

Dieser Chef ist aber nicht nur Deutscher, sondern auch noch
Ostwestfale. In Bünde im Kreis Herford geboren und aufgewachsen,
absolvierte er in Bielefeld seine Banklehre und einen Teil seines
Studiums. Sewing kennt also die zumindest früher typische Kundschaft:
den vermögenden Familienunternehmer, der sein hart erarbeitetes Geld
gut anlegen, aber nicht verzocken will. Genau wie die OWL-Wirtschaft
ist dieser Deutsche-Bank-Chef global unterwegs – seine Stationen
heißen Frankfurt, Singapur, Toronto, Tokio und London.

Wichtig ist auch, was Sewing nicht ist: Investmentbanker. Er kennt
die Materie von der Controllingseite. So dürfte es ihm leichter
fallen, Einschnitte durchzusetzen. Sie sind notwendig. Die Zeit, in
der das Investmentbanking Riesengewinne eingebracht hat, ist vorbei.
Beim Sparkurs soll das Privat- und Firmenkundengeschäft nicht
ausgenommen werden. Das dies nicht ungefährlich ist, weiß Sewing, der
bisher unter anderem für die Integration der Postbank verantwortlich
war. Hier vergrault man leicht gute Kunden. Nachteilig könnte sich
auswirken, dass mit der Hauptversammlung der Bank in wenigen Wochen
die letzten Vertreter der deutschen Industrie, Henning Kagermann
(SAP) und Johannes Theyssen (Eon), aus dem Aufsichtsrat ausscheiden
werden. Der enge Draht zum produzierenden Gewerbe gehört ebenso zur
DNA der Deutschen Bank wie die Betreuung gut situierter Privatkunden.

Der letzte Ostwestfale an der Spitze des Geldinstituts, der
Paderborner Friedrich Wilhelm Christians, gab den Vorstandsvorsitz
vor 30 Jahren noch altersbedingt ab. Der Deutschen Bank ist zu
wünschen, dass in ihre Führungsetage wieder mehr Kontinuität
einzieht.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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