Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Vergabe der Spitzenposten in Brüssel

Sie kommen aus Deutschland, Polen, Italien und
Luxemburg: die vier neuen Spitzenvertreter der EU. Und wenn demnächst
auch die einflussreichen Jobs des Währungskommissars sowie der
Eurogruppe besetzt sind, kämen noch Vertreter aus Spanien und
vielleicht Frankreich hinzu. Dieses Bild zeigt mehr als jeder andere
Vergleich der Führungsfiguren, dass der Gemeinschaft durchaus so
etwas wie ein Kunststück geglückt ist: kleine und große Staaten, Ost
und West, Männer und Frauen – alle sind vertreten. Europa braucht
aber nicht nur einen personellen, sondern vor allem einen
programmatischen Wechsel. Ob Ukraine-Krise oder Energieversorgung –
viele Themen sind nicht neu, aber seit Jahren ohne wirkungsvolle
Antwort geblieben. Das ist fatal, weil man seine Erfolgsbilanz statt
auf großen Lösungen auf Banalitäten wie harmonisierten Staubsaugern
oder Adipositas-Kampagnen aufgebaut hat. Das mag ja
verbraucherpolitisches Beiwerk sein, aber es ist zu wenig, um zu
dokumentieren, dass die Union auch Lösungen finden kann. Daran wird
man dieses neue Führungspersonal messen müssen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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