Westfalen-Blatt: Kommentar zur EZB

Seit Jahren ächzen die Banken und Sparkassen unter den
milliardenschweren Kosten, die ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) mit den
Strafzinsen für geparktes Geld eingebrockt hat. Das Wehklagen wurde zuletzt
immer lauter – auch, weil immer mehr Institute nicht umhinkamen, die Last
zunehmend vor allem auf gewerbliche Kunden abzuwälzen. Ein Schritt, der keinem
Institut leicht fällt, droht doch immer auch der Verlust der Geschäftsbeziehung.
Über die Entlastung durch die neue Freibetragsregelung der EZB schwieg die
Branche lieber. Einerseits wohl, weil der EZB immer wieder neue Kapriolen
zugetraut werden. Andererseits aber auch, weil bei betroffenen Kunden keine
Begehrlichkeiten geweckt werden sollten, dass es Spielräume geben könnte. Die
Lage der Banken bleibt schwierig, die Belastung hoch. Klar ist aber, dass Kunden
durch steigende Kontogebühren genauso sensibilisiert sind wie durch erste
Institute, die Strafzinsen auf Spareinlagen unter 100.000 Euro verlangen.
Gewinner sind nur Kreditnehmer. Für alle anderen bleibt das Niedrigzinsumfeld
ein Drahtseilakt.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Dominik Rose
Telefon: 0521 585-261
d.rose@westfalen-blatt.de

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