Westfalen-Blatt: Kommentar zur geplanten neuen ICE-Trasse zwischen Bielefeld und Hannover

Nicht überall in Ostwestfalen-Lippe ist die
Aufregung wegen der geplanten neuen ICE-Trasse groß. Und im Vergleich
zu dem, was auf das Schaumburger Land zukommen könnte, scheinen die
Sorgen in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke relativ
überschaubar. Die Idee, eine Tempo-300-Bahnstrecke durch die
Topografie des Weserberglands bauen zu wollen, ist in so ziemlich
jeder Hinsicht gewagt. Man kann sich vorstellen, wie viel Fläche –
wohl auch in Naturschutzgebieten – verbraucht werden muss, um einen
Trassenverlauf hinzubekommen, der Tempo 300 überhaupt erst möglich
macht. Ist es das wert? Nein, ist es nicht. Dem Geschwindigkeitswahn
der Deutschen Bahn müssen Grenzen gesetzt werden, wenn sich das
Gelände nicht dafür eignet. Der Anspruch, ein ökologisch halbwegs
unbedenkliches Transportmittel anzubieten, ist nicht haltbar, wenn
dafür so viel Landschaft verschwindet. Und vom »Nutzen für die
Allgemeinheit« kann hier keine Rede sein, sondern von einem
Bauprojekt für Eliten in Eile, die ihr Ticket nicht selbst bezahlen
müssen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Scholz Stephan
Telefon: 0521 585-261
st_scholz@westfalen-blatt.de

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