Westfalen-Blatt: Kommentar zur Situation bei den Tafeln

Seit mehr als zwölf Jahren engagiert sich Paul Breitner mit
seiner Frau bei der Münchener Tafel. Der Fußballweltmeister von 1974 gilt als
streitbarer Geist. Zur Einrichtung der Lebensmittel-Tafeln hat er eine glasklare
Meinung: “Die Politik hat die Bedürftigen im Stich gelassen. An dieser Situation
wird sich auch nichts ändern, weil ich nicht erkennen kann, dass sich die
Politik dieser Problematik annimmt. Ich lade Politiker immer ein, sich die
Situation vor Ort anzusehen. Aber in all den Jahren sind nur zwei
vorbeigekommen.”

Dass die Zahl der Rentner steigt, die sich bei den Tafeln Lebensmittel holen,
hat viele Gründe. Einer ist, dass laut einer DIW-Studie rund 60 Prozent der
anspruchsberechtigten Senioren die Grundsicherung im Alter nicht in Anspruch
nehmen, obwohl sie es könnten. Viele aus diesen Generationen schämen sich, für
ein Almosen aufs Amt zu gehen.

Nun kann man versuchen, diesen Zustand mit der Grundrente und anderen gut
gemeinten Maßnahmen zu verändern. Aber das ändert nichts an der größten
Ungerechtigkeit bei den Altersgeldern: der Diskrepanz zwischen Beamtenpensionen
im gehobenen und höheren Dienst und den Erwerbsrenten. Das ist der Ur-Fehler im
System.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Andreas Schnadwinkel
Telefon: 0521 585-261
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