Westfalen-Blatt: Kommentar zur Situation der Uiguren

Das deutsche Außenministerium ist nach den Berichten über
chinesische Internierungslager für Uiguren »besorgt«, erklärt, man sei seit
geraumer Zeit mit Peking »in sehr ernstem Gespräch«. Das klingt niedlich. Das
ist nach dem Bekanntwerden der »China Cables« viel zu niedlich. Spätestens jetzt
ist es an der Zeit, in der Frage der muslimischen Minderheit die diplomatische
Zurückhaltung aufzugeben und Klartext zu reden. Gut zehn Millionen Uiguren leben
als unterdrückte Minderheit in China. Bis zu einer Million wurden vom Regime zur
»Umerziehung« zwangsweise interniert – fast jeder zehnte. Die Bespitzelung durch
Peking ist allgegenwärtig und umfasst auch jene, die im Ausland leben. Da reicht
es nicht, nur besorgt zu sein. Da sollte man schreien. Es ist richtig und
wichtig, dass die deutsche Politik Menschenrechtsverletzungen in Ländern wie
Saudi Arabien (geschieht zu selten), dem Iran, Irak, Nigeria, dem Sudan,
Pakistan, Libyen und anderen Ländern brandmarkt. Der Protest wird jedoch
unglaubwürdig, wenn der Aufschrei ausbleibt, sobald – wie in China und Myanmar –
die Opfer einer muslimischen Minderheit angehören.

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Westfalen-Blatt
Dominik Rose
Telefon: 0521 585-261
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