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Westfalen-Blatt: zu Rettungsgassen

Erst wollten die Bundesländer bei den Strafen
für Rettungsgassenblockierer strenger sein als der
Bundesverkehrsminister, nun will Alexander Dobrindt (CSU) die Länder
überbieten. Mindestens 200 Euro und zwei Punkte in Flensburg – das
hört sich schon wirkungsvoll an, das muss man ihm lassen. Man kann
das als Aktionismus nach dem Busunglück auf der A9 abtun, doch es
rückt das Thema in Autofahrers Bewusstsein. So weit zum Politischen.
Psychologisch haben wir es aber mit einem schwierigen Fall zu tun.
Mit Strafe bedroht wird nicht eine Tat, sondern ein Unterlassen,
nämlich das Nichtfreimachen einer Lücke rechts neben der ganz linken
Autoschlange. Und das bei jedem Stau – man weiß ja nicht, ob weiter
vorn schon jemand gerettet werden muss. Das bleibt anspruchsvoll.
Gänzlich unübersichtlich wird es beim Blick über die Grenzen: In
vielen Ländern ist nichts geregelt, Tschechen lassen die Lücke links
von der rechten Spur, Österreicher nutzen zum Ausweichen auch den
Standstreifen. Das könnte eine Regelungsaufgabe für die EU sein.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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