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Westfalenpost: Amazon/Lebensmittel-Branche

Amazons Vorstoß ins stationäre Geschäft war
erwartbar, spätestens seit der Internetriese in den USA lokale
Buchhandlungen eröffnet hat. Denn so attraktiv der Online-Versand
auch ist: Aus Händlersicht wird die Sache noch lukrativer, wenn der
Kunde die im Netz bestellte Ware auf eigene Kosten persönlich vor Ort
abholt. Wenn der Konzern nun zusätzlich den Lebensmittelmarkt
aufrollen will, wird er ohne stationäre Anbindung schlecht auskommen.
Der Handel mit verderblichen Gütern weist ganz eigene logistische
Tücken auf. Die Waren müssen auf dem Weg zum Kunden zwischengelagert
werden. Und jeder neue Stopp bringt den Joghurt der
Haltbarkeitsgrenze näher. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum
Amazons geplanter „fresh“-Lieferdienst in Berlin, München und dem
Ruhrgebiet noch nicht in Gang gekommen ist. Der Buchmarkt ist hart
umkämpft, der Lebensmittelmarkt noch viel härter. Ein Buch wird nicht
schlecht und lässt sich gut verpacken. Für Eier gilt das Gegenteil.
Doch Amazons Strategie zielt ja auf etwas anderes: darauf, von Peking
bis ins Sauerland den Handel – egal womit – in all seinen
Verwertungsketten unter die eigene Kontrolle zu kriegen, und die
Kundschaft gleich mit dazu.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

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