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Westfalenpost: Tobias Blasius zur Einbruchsstatistik

Sieben Monate vor der Landtagswahl vollführen
Landesregierung und Opposition im wohl wichtigsten Kriminalitätsfeld
für das Sicherheitsempfinden vieler Menschen ein imposantes
Zahlen-Voodoo. Seit die Einbruchszahlen leicht rückläufig sind, kann
der angeschlagene NRW-Innenminister Jäger seine Statistiken gar nicht
schnell genug auf den Markt werfen. Die CDU wiederum tut so, als sei
Jäger persönlich ein Sicherheitsrisiko. Beides ist Unsinn.
Unübersehbar bleibt: Mit 354 Fällen pro 100 000 Einwohner ist das
Einbruchsrisiko in NRW deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (206
Fälle). Der Wohnungseinbruch bleibt an Rhein und Ruhr zudem ein
weitgehend risikoloses Verbrechen. Was die verbesserten
Aufklärungsquoten wirklich wert sind, werden erst die
Verurteilungsquoten zeigen. Allzu oft reicht Staatsanwaltschaften und
Gerichten bei angeblich geklärten Fällen die Beweislage nicht aus.
Die Landesregierung verweist zu Recht auf die ungünstigeren
Rahmenbedingungen. Großstädte ziehen Kriminalität stärker an als
Dörfer, und NRW beheimatet 29 der 79 deutschen Großstädte. Bei dieser
Ausgangslage gehört jedoch der gesamte Instrumentenkasten der
Kriminalisten viel beherzter ausprobiert: zusätzliche
Ermittlungskommissionen, Schleierfahndung und eine
Vorhersage-Software.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

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