Zum Leben gehört die Arbeit, auch in der Freizeit

Die so viel gepriesene Work-Life-Balance verschiebt sich stark hin zur Arbeit, sagen die einen. Umfragen kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass ein großer Teil der Deutschen auch in der Freizeit arbeitet, mal mehr, mal weniger freiwillig. Andere wiederum leben für ihren Job so sehr, dass sie das als durchweg positive Entwicklung betrachten.

Schade nur, dass diese Idealisten damit offenbar nicht die Sprache der breiten Masse der deutschen Bevölkerung sprechen. Oftmals sind es Menschen im kreativen Bereich oder solche in Führungspositionen, bei denen Job und Freizeit zu einer beinahe unzertrennlichen Einheit verschmelzen.

Ein schönerer Arbeitsplatz für den gestressten Arbeitsmenschen

Berichten die Medien des 21. Jahrhunderts über das Arbeitsleben, dann fallen oft Begriffe, wie Work-Life-Balance, Burn-out, ständige Erreichbarkeit und Überforderung am Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite hatten die Deutschen noch nie so viel Urlaub, wie es heutzutage in vielen Firmen üblich ist. Vier Wochen sind inzwischen Standard, so manchem Arbeitnehmer werden sogar satte sechs Wochen an Urlaub gewährt. Selbst der Frankfurter Allgemeine Zeitung war die Liebe der Deutschen zu ihrem Urlaub einen kompletten Artikel wert.

Daneben findet eine Veränderung der Arbeitsumgebung in den Firmen selbst statt. Viele haben erkannt, dass es die Produktivität der Angestellten steigert, wenn sie Arbeitsplätze freundlicher gestalten. Der viel gepriesene Obstkorb und gratis Getränke ist dabei das Mindeste, was Arbeitgeber tun können.

Nur sinnvoll genutzte Freizeit ist gute Freizeit

Noch vor 50 Jahren war das Arbeitsleben vom Privatleben deutlich abgegrenzter. Inzwischen machen es Internet und Smartphones möglich, für den Chef und die Kollegen immer und überall erreichbar zu sein, auch im Urlaub. Von der Bereitschaft, Überstunden zu machen mal abgesehen. Kein Wunder, dass viele Arbeitnehmer in Bürojobs regelmäßig in Umfragen angeben, auch in der Freizeit, meistens unfreiwillig, zu arbeiten. Es wird einfach erwartet.

Hinzu kommt, dass es mit dem Konsum und der Nutzung moderner Medien- und Kommunikationstechnologien vielen Menschen zusehends schwerer fällt in ihrer freien Zeit, von der die Deutschen in Form von Urlaub im europäischen Vergleich zweifelsohne am meisten haben, gründlich abzuschalten. Kein Wunder also, dass Artikelserien zum Thema Burn-out und Überlastung am Arbeitsplatz dermaßen boomen, nicht nur in klassischen Nachrichtenmedien, sondern auch auf speziellen Karriereseiten und Stellenbörsen (wie etwa Stepstone.de). Solche Tipps sollten nicht nur diejenigen beherzigen, deren Arbeitgeber es ihnen im Büro besonders gemütlich machen. Auch Arbeitnehmer, die kein Diensthandy gestellt bekommen haben beziehungsweise einen betrieblichen E-Mail-Account ihr eigen nennen, gehören zu den Adressaten.

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