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Aon sieht zunehmende politische Risiken für BRICS-Staaten

Die Weltkarte der politischen Risiken 2014
(www.aon-credit.de/prm) weist für Brasilien, Russland, Indien, China
und Südafrika (BRICS) erhöhte Risikobewertungen aus. Das sind die
Ergebnisse der Analysen des weltweit führenden Versicherungsmaklers
Aon Risk Solutions. Demzufolge ist in den fünf aufstrebenden Ländern,
in denen ein großer Teil der weltweiten Waren- und Rohstoffe
produziert werden, die Wahrscheinlichkeit für politische Risiken auf
breiter Basis gestiegen. Darin eingeschlossen sind die Risiken
politischer Gewalt, politischer Einflussnahme und staatlicher
Zahlungsausfälle. „Die schlechtere Risikobewertung für Russland ist
größtenteils durch die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine und die
Annexion der Krim begründet“, sagt Silja-Leena Stawikowski, Expertin
für politische Risiken bei Aon in Deutschland.

Die angespannte politische Situation habe demnach die ohnehin
ungünstigen Rahmenbedingungen für Wirtschafttreibende in Russland
weiter verschlechtert. Aon-Expertin Stawikowski: „Die russische
Wirtschaft wird von der Regierung dominiert. Und diese festgefahrene
Wirtschaftspolitik hat das Wachstum im Land zum Stillstand gebracht.“
Die Ukraine sei seit der Annexion der Krim durch Russland ein Land
mit sehr hohem Risiko. Russlands Wunsch nach einer Föderalisierung
der Ukraine werde für eine Fortsetzung der Krise sorgen. „Wir
erwarten, dass Russland die Destabilisierung der östlichen Ukraine
vorantreiben wird“, so Stawikowski. Die Instabilität in der Region
wirke sich auch auf andere ehemalige Sowjetrepubliken wie Armenien,
Weißrussland, Georgien und Moldawien aus.

Auch die Bewertung für Brasilien ist auf Aons Weltkarte für
politische Risiken 2014 schlechter als im Vorjahr. Die Risiken des
Landes seien gestiegen, da aufgrund der schwachen Wirtschaft die
Rolle des Staates in diesem Bereich zugenommen habe. „Angesichts der
in diesem Jahr in Brasilien stattfindenden Fußballweltmeisterschaft
und der geplanten Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016 ist dieser
Befund besorgniserregend“, so Stawikowski.

Fortdauernde Korruption, gestiegene rechtliche Risiken sowie
politische Einflussnahme seien die Gründe für die schlechtere
Bewertung Indiens. Zudem trügen Gebietsstreitigkeiten, Terrorismus
sowie regionale und ethnische Konflikte zu einem erhöhten Risiko für
politische Gewalt in dem Land bei.

Chinas Bewertung hat sich auf der Weltkarte für politische Risiken
ebenfalls verschlechtert. Aon verzeichnet demnach zunehmende
politische Gewalt und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstums. „Der
Stillstand in der Wirtschaftspolitik und die konjunkturelle Schwäche
verstärken sich in China wechselseitig“, sagt Aon-Expertin
Stawikowski.

Trotz seiner starken politischen Institutionen habe Südafrika
immer wieder mit Streiks zu kämpfen, die in dem Land zum wichtigsten
Mittel der Lohnfestsetzung geworden seien, dabei zugleich die
Geschäftsaussichten schwächten und die Finanzierungskosten in die
Höhe trieben. Dies seien die Gründe dafür, dass auch Südafrikas
Bewertung sich verschlechtert habe.

Aon misst das politische Risiko in 163 Ländern und Territorien.
Die aus den Daten erstellte Weltkarte unterstützt Unternehmen bei der
Analyse und Bewertung von Devisentransfer-Risiken, rechtlichen und
aufsichtsrechtlichen Risiken, politischer Einflussnahme, politischer
Gewalt, staatlichen Zahlungsausfällen und Schwierigkeiten in
Beschaffungsketten. In jeder einzelnen Risikokategorie und in der
Gesamtbewertung wird jedes Land mit Low (niedrig), Medium-Low
(mittel-niedrig), Medium (mittel), Medium-High (mittel-hoch), High
(hoch) oder mit Very High (sehr hoch) bewertet. Die Länderratings
setzen sich aus den Ergebnissen von Aon-Analysen und den Bewertungen
von Roubini Global Economics, einem globalen Analyse- und
Beratungsunternehmen, zusammen.

Kartenübersicht (zur PDF-Version geht es hier:
www.aon.de/political-risk-map-2014)

Upgrades (Höherstufungen) und Downgrades (Herabstufungen) bei
Länderratings im Jahr 2014:
Upgrades (wenn das Risiko für das ganze Land oder Gebiet niedriger
als im Vorjahr bewertet wurde)
6 Upgrades (2013: 13 Upgrades): Ghana, Haiti, Laos, Philippinen,
Suriname, Uganda

Downgrades (wenn das Risiko für das ganze Land oder Gebiet höher als
im Vorjahr bewertet wurde)
16 Downgrades (2013: 12 Downgrades): Brasilien, China, Eritrea,
Indien, Jordanien, Kiribati, Mikronesien, Moldawien, Russland, Samoa,
Südafrika, Swasiland, Tonga, Tuvalu, Ukraine und Vanuatu.

Jedes Land auf der Karte wird nach den verschiedenen Risikoarten
bewertet, denen es ausgesetzt ist. Diese Risiken werden durch Symbole
angezeigt, wobei die ersten sechs Symbole die Bewertung des Landes
bestimmen. Drei weitere Symbole bieten zusätzliche Informationen.

Kurzbeschreibung der einzelnen Risikosymbole:

Devisentransfer: Das Symbol bezeichnet das Risiko, aufgrund der
Einführung von Landeswährungskontrollen keine Zahlungen in harter
Währung vornehmen zu können. Dieses Risiko berücksichtigt
verschiedene wirtschaftliche Faktoren einschließlich Maßnahmen zur
Einschränkung des Kapitalverkehrs, de-facto Wechselkurskontrollen
eines Landes und seine Devisenreserven. Das Risikosymbol wurde an 25
Länder und Territorien vergeben, darunter Namibia, Nepal und
Südafrika. Im Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Risikosymbol an 5
Länder nicht mehr vergeben, darunter Bangladesch, die Mongolei und
Uganda. Insgesamt 107 Länder tragen dieses Symbol.

Hoheitliche Zahlungsausfälle: Das Symbol bezeichnet das Risiko,
dass eine ausländische Regierung oder ein staatliches Unternehmen
seinen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Darlehen oder anderen
finanziellen Zusagen nicht nachkommt. Dieses Risiko bewertet sowohl
die Zahlungsfähigkeit als auch die Zahlungsbereitschaft,
einschließlich der Fiskalpolitik, politischer Risiken und der
Rechtsstaatlichkeit. Das Risikosymbol wurde an 22 Länder und
Territorien vergeben, darunter Gabun, Moldawien und Südafrika. Im
Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Risikosymbol an 4 Länder nicht
mehr vergeben, darunter Weißrussland, Malawi und Montenegro.
Insgesamt 108 Länder tragen dieses Symbol.

Politische Einflussnahme: Dieses Symbol bezeichnet das Risiko
staatlicher Interventionen in der Wirtschaft, die sich negativ auf
Auslandsgeschäfte auswirken, zum Beispiel Verstaatlichung und
Enteignung. Das Risiko setzt sich aus verschiedenen Bewertungen
sozialer, institutioneller und regulatorischer Risiken zusammen.
Dieses Risikosymbol wurde an 6 Länder und Territorien neu vergeben,
darunter Indien, Mosambik und Kap Verde. Im Vergleich zum Vorjahr
wurde dieses Risikosymbol an 2 Länder nicht mehr vergeben:
Bangladesch und Benin. Insgesamt 85 Länder tragen dieses Symbol.

Unterbrechung der Beschaffungskette: Das Symbol bezeichnet das
Risiko einer Störung der Waren- und/oder Dienstleistungsströme in
oder aus einem Land als Folge politischer, sozialer, wirtschaftlicher
oder ökologischer Instabilität. Seit 2013 gehört auch eine Bewertung
des Risikos für Störungen der Beschaffungskette im Inland dazu.
Dieses Risikosymbol wurde an 20 Länder und Territorien neu vergeben,
darunter Bahrain, Mazedonien und Ruanda. Im Vergleich zum Vorjahr
wurde dieses Risikosymbol an 4 Länder nicht mehr vergeben, darunter
Jamaica, Montenegro und Saudi-Arabien. Insgesamt 116 Länder tragen
dieses Symbol.

Gesetzliche Verordnungen und Aufsichtsbehörden: Dieses Symbol
bezeichnet das Risiko finanzieller Verluste oder des Verlustes von
Reputation infolge von Schwierigkeiten, die Gesetze, Bestimmungen
oder Vorschriften eines Landes einzuhalten. Es bewertet die
Effektivität einer Regierung, die Rechtsstaatlichkeit,
Eigentumsrechte im weiteren Sinne und die Qualität der
Aufsichtsbehörden. Dieses Risikosymbol wurde an 17 Länder und
Territorien neu vergeben, darunter Kolumbien, Marokko und Peru. Im
Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Risikosymbol an 2 Länder nicht
mehr vergeben: Thailand und Sambia. Insgesamt 110 Länder tragen
dieses Symbol.

Politische Gewalt: Dieses Risikosymbol erfasst die Gefahr von
Streiks, Unruhen, Aufruhr, Sabotage, Terrorismus, böswilliger
Beschädigung, Krieg, Bürgerkrieg, Rebellion, Revolution, Aufstand,
eines feindlichen Akts von einer kriegführenden Macht, Meuterei oder
eines Staatsstreichs. Die politische Gewalt wird durch eine Bewertung
der politischen Stabilität, des inneren Friedens und konkreter
Gewalttaten quantifiziert. Das Risikosymbol wurde an 19 Länder und
Territorien neu vergeben, darunter Belize, Indonesien und die
Ukraine. Im Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Risikosymbol an 5
Länder nicht mehr vergeben, darunter Armenien, Serbien und Ost-Timor.
Insgesamt 104 Länder tragen dieses Symbol.

Symbole, die nicht in die Gesamtbewertung eines Landes
eingeflossen sind, die aber zusätzliche Informationen bieten:

Risiken für Geschäftstätigkeiten: Das Symbol bezeichnet die
behördlichen Hindernisse bei der Errichtung eines Unternehmens und
bei operativen Geschäften im Land, wie etwa sehr aufwändige
Verwaltungsverfahren, Zeit und Kosten für die Eintragung eines neuen
Unternehmens, der Umgang mit Baugenehmigungen, der
grenzüberschreitende Handel und die Gewährung von Bankkrediten bei
Vorlage solider Geschäftspläne. Dieses Risikosymbol wurde an 8 Länder
und Territorien neu vergeben, darunter Botswana, Pakistan und der
Senegal. Im Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Risikosymbol an 8
Länder nicht mehr vergeben, darunter El Salvador, die Seychellen und
Sambia. Insgesamt 97 Länder tragen dieses Symbol.

Anfälligkeit des Bankensektors: Das Symbol bezeichnet das Risiko
einer Krise im heimischen Bankensektor eines Landes oder der
Unfähigkeit eines Landes, das Wirtschaftswachstum mit ausreichenden
Krediten zu unterstützen. Zu diesem Risiko gehören Bewertungen der
Kapitalisierung und Stärke des Bankensektors und
Makro-Finanz-Verknüpfungen wie die Gesamtverschuldung, die
Leistungsfähigkeit des Handels und die Arbeitsmarktstabilität. Dieses
Risikosymbol wurde an 13 Länder und Territorien neu vergeben,
darunter Botswana, Pakistan und der Senegal. Im Vergleich zum Vorjahr
wurde dieses Risikosymbol an 13 Länder nicht mehr vergeben, darunter
Barbados, die Dominikanische Republik und Ghana. Insgesamt 108 Länder
tragen dieses Symbol.

Risiken im Zusammenhang mit Konjunkturpaketen: Das Symbol
bezeichnet das Risiko, dass Regierungen aufgrund fehlender
fiskalischer Glaubwürdigkeit, sinkender Reserven, hoher
Schuldenlasten oder staatlicher Ineffizienz nicht in der Lage sind,
die Wirtschaft anzukurbeln. Dieses Risikosymbol wurde an 12 Länder
und Territorien neu vergeben, darunter Afghanistan, Iran und Panama.
Im Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Risikosymbol an 11 Länder nicht
mehr vergeben, darunter Burkina Faso, der Irak und Vietnam. Insgesamt
97 Länder tragen dieses Symbol.

Über Aon

Aon ist der führende globale Dienstleister für Risikomanagement
sowie Versicherungs- und Rückversicherungsmakler und Berater für
Human Resources. Weltweit arbeiten für Aon mehr als 66.000
Mitarbeiter in über 120 Ländern. In Deutschland sind rund 1.700
Mitarbeiter an acht Standorten für das Unternehmen tätig. Die
Deutschlandzentrale ist in Hamburg. Weitere Information über Aon gibt
es unter www.aon.com. Mehr über Aon in Deutschland erfahren Sie unter
www.aon.de. Unter www.aon.com/unitedin2010 können Sie sich über die
globale Partnerschaft zwischen Aon und Manchester United und das
Trikotsponsoring des Vereins durch Aon informieren.

Pressekontakt:
Aon Holding Deutschland GmbH
Corporate Communications
Volker Bitzer
Tel.: +49 (0)40 36 05 34 89
E-Mail: Volker.Bitzer@aon.de
www.aon.de/presse

Weitere Informationen unter:
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