ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit der Deutschen blickt sorgenvoll in die Zukunft

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Unter den Deutschen überwiegen auch zum Start des Jahres 2020 die
Sorgen. Ähnlich wie 2019 geben die Verhältnisse in Deutschland für
sechs von zehn Befragten Anlass zur Beunruhigung (60 Prozent; +1 zu
März 2019), ein gutes Drittel (35 Prozent) stimmen die bestehenden
Gegebenheiten zuversichtlich (+/-0). Unter den Anhängern von Union
(49:46 Prozent) und Grünen (49:47 Prozent) sind Zuversicht und
Beunruhigung aktuell etwa gleich stark verbreitet. In den Reihen von
SPD (37:57 Prozent) und FDP (36:63 Prozent) überwiegt jeweils die
Skepsis. Am sorgenvollsten äußern sich die Anhänger einerseits der
Linken (15:70 Prozent), andererseits der AfD (7:90 Prozent). Das hat
eine Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend von
Dienstag bis Mittwoch dieser Woche ergeben.

Die aktuelle Grundstimmung der Bundesbürger entspricht dabei der
langfristigen Trendreihe, lediglich zu Beginn des Jahrtausends
überwog die Zuversicht (Januar 2000: 53:39 Prozent). Optimistischer
sind die Bürger bei ihren persönlichen Zukunftserwartungen. Sechs von
zehn Bürgern (61 Prozent) glauben, dass die Digitalisierung und die
wachsende Bedeutung des Internets ihren Alltag eher erleichtern
werden; 28 Prozent glauben, dies werde ihren Alltag eher erschweren.
Auch unter den Menschen, die mindestens 65 Jahre alt sind, glaubt
jeder Zweite (48 Prozent), die Digitalisierung werde den Alltag eher
erleichtern; 34 Prozent der Ü65-Jährigen glauben, dies werde den
Alltag eher erschweren.

Die eigenen Beschäftigungschancen werden überwiegend positiv
beurteilt. So überwiegt unter den Berufstätigen die Einschätzung,
dass ihre Chancen auf Erhalt ihres jetzigen Arbeitsplatzes oder auf
den Wechsel in eine neue und bessere Tätigkeit in den kommenden
Jahren eher steigen (55 Prozent) als sinken (22 Prozent) werden. In
dieser Angelegenheit sind die Deutschen damit deutlich optimistischer
als noch vor 20 Jahren. Damals glaubten 36 Prozent, die Chancen
würden künftig eher steigen, 41 Prozent hingegen, sie würden eher
sinken.

Unterschiedliche Prognosen haben die Deutschen für die Entwicklung
ihres persönlichen Lebensstandards. 40 Prozent glauben, dieser werde
in den kommenden Jahren eher steigen (+8 Prozentpunkte im Vgl. zu
Januar 2000). 36 Prozent glauben, er werde künftig eher sinken (-10).
Während die Deutschen unter 50 Jahren mehrheitlich an einen
steigenden Lebensstandard glauben und jene über 65 Jahren
mehrheitlich keine Veränderung erwarten, zeigen sich die Befragten
zwischen 50 und 64 Jahren in dieser Frage am wenigsten optimistisch:
In dieser Altersgruppe glauben 30 Prozent, ihr persönlicher
Lebensstandard werde eher steigen; 46 Prozent erwarten, er werde eher
sinken.

Befragungsdaten
– Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland
– Fallzahl: 1.006 Befragte
– Erhebungszeitraum: 07.01.2020 bis 08.01.2020
– Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)
– Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame
– Schwankungsbreite: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50%

Die Fragen im Wortlaut:

Finden Sie, dass zu Beginn des neuen Jahrzehnts die Verhältnisse in
Deutschland eher Anlass zur Zuversicht oder eher Anlass zur
Beunruhigung geben?

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahrzehnts. Wenn Sie an die
kommenden Jahre denken, glauben Sie…

1) Dass Ihr persönlicher Lebensstandard eher steigen oder eher
sinken wird?
2) Dass die Digitalisierung und die wachsende Bedeutung des
Internets Ihren Alltag eher erleichtern oder eher erschweren
wird?
3) Dass Ihre persönlichen Chancen, Ihren Arbeitsplatz zu
behalten oder einen neuen, vielleicht besseren zu bekommen
eher steigen oder sinken werden?

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