Auch in Zeiten von Corona: Klassenfahrten und verantwortungsbewusstes Reisen sind möglich

Dass die Corona-Pandemie weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hat, ist kaum noch einer Nachricht wert. Und die Hoffnung wächst, dass das Virus im Laufe des kommenden Jahres durch die Impfungen seinen Schrecken verlieren und Normalität wieder möglich wird. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg und während Politik, Medien und Verbände über das Schicksal zahlreicher Branchen hadert, fällt ein ganz wesentlicher Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit weitgehend völlig unter den Tisch.

„Klassenfahrten gehören zu den Highlights der Schulzeit. Schülerinnen und Schüler sammeln wertvolle soziale und emotionale Erfahrungen, weg von zu Hause, gemeinsam mit Gleichaltrigen. Lehrerinnen und Lehrer begleiten die Kinder und Jugendlichen in die Selbständigkeit und können Wissen außerhalb des gewohnten Schulalltags vermitteln. Das ist seit März nicht mehr möglich und die Gefahr besteht, dass Klassenfahrten und Gruppenprogramme bis zum kommenden Schuljahr untersagt bleiben“, kritisiert Thomas Sablotny, Geschäftsführer der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft hoch3 aus Jüchen und Mönchengladbach. Das Unternehmen gehört zu den bekanntesten Dienstleistern für erlebnispädagogische Programme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und Weiterbildungsmöglichkeiten über die hauseigene hoch3-Akademie. Zudem betreibt hoch3 als freier Träger der Jugendhilfe das Jugendcafé „b@mm“ in Hochneukirch in Kooperation mit das Stadt Jüchen und dem Jugendamt des Rhein-Kreis Neuss und bietet am Gymnasium Hochneukirch die Betreuung im Offenen Ganztag an.

Thomas Sablotny, der im Vorstand des Bundesverbandes Individual- und Erlebnispädagogik e.V. mitarbeitet, hat sich dem Bündnis Schul- und Klassenfahrten des BundesForums Kinder- und Jugendreisen angeschlossen, um die Interessen einer ganzen Branche, aber vor allem von Schülerinnen und Schülern zu vertreten. Er erklärt: „Die vergangenen Monate stellten eine Ausnahmesituation dar. Lernen im gewohnten Schulumfeld sowie sozialer Austausch war über Monate nicht möglich und bleibt schwierig. Daher ist es umso wichtiger, dass Klassenfahrten schnell wieder stattfinden können. Denn: Klassenfahrten und verantwortungsbewusstes Reisen sind möglich. Die Anbieter von Klassenfahrten und Gruppenprogrammen haben professionelle und rechtssichere Konzepte entwickelt, die allen behördlichen Vorgaben entsprechen.“

Im Bündnis Schul- und Klassenfahrten haben sich die führenden Verbände, über zwanzig Vereine sowie zahlreiche Organisationen und Anbieter im Bereich des Kinder- und Jugendreisens zusammengeschlossen. Im Fokus stehen die Forderungen, Buchungen von Schul- und Klassenfahrten ab 2021 in allen Bundesländern und unter den gegebenen Bedingungen zu erlauben, einheitliche und verbindliche Standards für Hygiene- und Sicherheitskonzepte für alle Bundesländer zu entwickeln und die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Schul- und Klassenfahrten wieder zu ermöglichen. Zugleich sollen Ängste und Vorbehalte bei Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern abgebaut werden.

Das Bündnis Schul- und Klassenfahrten formuliert deutlich: „Ohne Klassenfahrten und andere Reiseerfahrungen fehlt den Kindern und Jugendlichen ein wichtiger Schritt zu mehr Selbständigkeit, Teamgeist und Weltoffenheit. Sie sind wichtig, um Ängste, Blockaden sowie das Gefühl abgehängt zu sein abzubauen, Zusammenhalt herzustellen und Lernbereitschaft zu erlangen. Der Schutz und die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen stehen für uns dabei an erster Stelle.“

Thomas Sablotny sieht ein erhebliches zukünftiges Risiko in den flächendeckenden Ausfällen von Klassenfahrten. „Die Entwicklungen durch die Corona-Krise sind dramatisch. Es gilt als sicher, dass nur wenige Schulfahrten-Veranstalter, Programmanbieter und Jugendunterkünfte diese Krise überleben werden. Über 50 Anbieter von Klassenfahrten und Gruppenprogrammen sind allein im Bundesverband betroffen. Wenn viele Unternehmen verschwinden, kann es erhebliche Schwierigkeiten geben, in Zukunft noch Klassenfahrten durchzuführen. Daher bedarf es dringender Regelungen, um die Zukunft der Branchen und damit die Zukunft von Klassenfahrten als wichtiges pädagogisches Konzept für Schülerinnen und Schüler zu sichern.“

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