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Authentizität durch nonverbale Kommunikation

Nonverbale Signale unterliegen diesen Steuerungsfunktionen des Bewusstseins weniger stark.1 Aus diesem Grund sind nonverbale Signale entscheidend für die Authentizität einer Kommunikationssituation. Diese Authentizität ist dann gegeben, wenn nonverbale und verbale Signale übereinstimmen, wenn der Inhalt der verbalen Kommunikation durch nonverbale Signale unterstützt wird. Wer also dem Empfänger sprachlich etwas vermittelt und dies für den Empfänger auch in der Körpersprache ersichtlich ist, ist authentisch. Die gesamte Kommunikation erscheint dem Empfänger dann stimmig und glaubwürdig.2 Diese Authentizität kann auch als Kongruenz (Echtheit) bezeichnet werden. Dies bedeutet, sich der eigenen Gefühle im Kontakt mit anderen bewusst zu sein und dies auch, z.B. über nonverbale Signale, vermitteln zu können. Diese Echtheit impliziert, dass sich der Interaktionspartner nicht hinter bestimmten Verhaltensweisen oder einer Rolle versteckt.3
Eine Kommunikation, in der verbale und nonverbale Signale nicht übereinstimmen, kann als gestört und damit als nicht glaubwürdig bezeichnet werden. Für den Empfänger können empfangene und gesendete Nachrichten aufgrund einer nicht eindeutig möglichen Entschlüsselung nur widersprüchlich aufgefasst werden.4 Eine gute Kommunikation zeichnet sich demzufolge durch eine komplementäre Aussage beider Kommunikationsebenen aus. Ein Gespräch sollte z.B. so geführt werden, dass nonverbale Signale nicht auf eine andere Mitteilung abzielen wie verbale Signale, so dass das Gespräch für den Kommunikationspartner nicht undurchsichtig wird und ihn nicht verunsichert.
Durch eine entsprechende widersprüchliche Kommunikationssituation kann ein Kommunikationspartner auch als Lügner entlarvt werden. In diesem Fall passen bestimmte nonverbale Signale nicht zu den verbalen Botschaften. Mit nonverbalen Signalen können z.B. Angst und Aufregung zum Ausdruck kommen. Wer verbal bestimmte Sachinformationen kommuniziert, mit nonverbalen Signalen aber gleichzeitig Nervosität verrät, erscheint dem Empfänger nicht unbedingt glaubwürdig. Dies hat den Grund darin, dass nonverbale Signale vom Sender oft auch unbewusst gesendet werden und weniger stark kontrolliert werden können als verbale Signale.5 Es wird angenommen, dass die nonverbale Kommunikation eine höhere Glaubwürdigkeit als die verbale Kommunikation hat. Sie kann vom Sender weniger „gefälscht“ werden, weil sie spontaner abläuft und deswegen kognitiv weniger kontrolliert werden kann.6
In Kommunikationssituationen im Alltag, beispielsweise am Arbeitsplatz, entsteht durch authentische Kommunikation ein besseres Verhältnis zwischen den Mitarbeitern und zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Zu einem Vorgesetzten, der dem Mitarbeiter auch auf der nonverbalen Ebene die Informationen vermittelt, die er auf der verbalen Ebene transportiert, wird der Mitarbeiter mehr Vertrauen entwickeln, da der Vorgesetzte ehrlich und glaubwürdig ist.7 Die so wahrgenommene Kongruenz ist vor allem deshalb entscheidend, weil es sich beim Verhältnis zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem um eine Machtasymmetrie handelt. Auf diese Weise wird auch auf nonverbalem Weg ein gemeinsames Verständnis über die Machtverhältnisse erreicht. Der Mitarbeiter hat somit, obwohl er in der Machthierarchie unterhalb des Vorgesetzten angesiedelt ist, die Sicherheit, zu wissen, mit wem er es zu tun hat. Er wird daher ernst genommen und fühlt sich nicht unterlegen. Wenn der Mitarbeiter so auch durch die nonverbale Kommunikation das Gefühl hat, dass ihm der Vorgesetzte auf der gleichen Ebene gegenübersteht, können Konfliktsituationen vermieden oder bestimmte kritische Situationen entspannt werden.8 Tausch und Tausch verweisen darauf, dass so auch aggressives Verhalten vermieden werden kann. Dieses entsteht nämlich, wenn z.B. Untergebene ängstlich sind oder sich hilflos vorkommen.9
Trotz der so über nonverbale Signale vermittelten großen Bedeutung der Authentizität der Kommunikationssituation kann auch eine selektive und damit ausgewählte Offenheit sinnvoll sein. Dabei wird die Kongruenz der Kommunikation in Abhängigkeit von der Situation, der Art der Beziehung, der Person des Empfängers und der momentanen inneren Verfassung gestaltet. Dies bedeutet, dass für verschiedene Personen in verschiedenen Situationen unterschiedliche nonverbale Signale authentisch sein können. Dies impliziert auch, die Fähigkeit zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt ist, über nonverbale Kommunikation bestimmte Informationen zu vermitteln oder auch dem anderen die eigenen Gefühle mitzuteilen.10

1 Vgl. Bänsch 2006, S. 16.
2 Vgl. Seidel 2007, S. 87.
3 Vgl. Rogers 2001, S. 98 ff.
4 Vgl. Bachmair 1996, S. 102.
5 Vgl. Forgas/Frey 1999, S. 128.
6 Vgl. Riel/ Weinberg 1999, S. 526.
7 Vgl. Sperling/Wasseveld 2002, S. 129.
8 Vgl. Seidel 2007, S. 87-88.
9 Vgl. Tausch/Tausch 1999, S. 42f.
10 Vgl. Seidel, S. 89.

Literaturverzeichnis

Argyle, M.: Körpersprache und Kommunikation, Paderborn 1979.
Bachmair, Sabine et al.: Beraten will gelernt sein, Weinheim 1996.
Bänsch, Axel: Verkaufspsychologie und Verkaufstechnik, München 2006.
Forgas, Joseph/Dieter Frey: Soziale Interaktion und Kommunikation: Eine Einführung in die Sozialpsychologie, Weinheim 1999.
Riel, Werner/Weinberg, Peter: Konsumentenverhalten, München 1999.
Rogers, Carl: Die nicht-direktive Beratung, Frankfurt/Main 2001.
Seidel, Alina: Kundenorientierte Kommunikation. Konzeptionalisierung und empirische Analyse im Dienstleistungsbereich, Wiesbaden 2007.
Sperling, Jan Bodo/Jacqueline Wasseveld: Führungsaufgabe Moderation: Besprechungen, Teams und Projekte kompetent managen, 2002.
Tausch, R./Tausch, A.: Wege zu uns und anderen, 6. Aufl, Reinbek 1999.

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