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Badische Neueste Nachrichten: Keine Skrupel

Der langjährige Kampf um einen eigenen
Tarifvertrag lohnt sich für die Lokführer der Deutschen Bahn. Nach
den kräftigen Zuschlägen der vergangenen Jahre haben sie auch jetzt
ein dickes Plus durchgesetzt. Den Fahrgästen bleiben so immerhin
Zugausfälle während der Urlaubszeit erspart. Der Arbeitgeber Deutsche
Bahn AG ist schon in der zweiten Verhandlungsrunde vor den
Forderungen der mächtigen Lokführer-Gewerkschaft GDL eingeknickt. Sie
hatte sieben Prozent für ein Jahr gefordert. Sieht man sich das ganze
Paket von Lohnsteigerungen und Verbesserungen bei der Altersvorsorge
an, dürften die Kosten dieses Volumen noch übersteigen, allerdings
verteilt über zwei Jahre. Die Bahn gab gestern lediglich an, die
Kosten lägen an der Grenze der Belastbarkeit. Eine konkrete Zahl
wollte man wohlweislich nicht nennen. Zu klar würde sonst die
Niederlage angesichts dessen, hatte man den Lokführern doch lediglich
4,5 Prozent über zwei Jahre angeboten. Angesichts des
Erpressungspotenzials der GDL hatte der Bahnvorstand kaum eine
Alternative. Die Lokführergewerkschaft hat schon mehrfach vorgeführt,
dass sie keine Skrupel hat, ihre Forderungen ohne Rücksicht auf die
Fahrgäste durchzuboxen. Hätte die Bahn sich auf einen Arbeitskampf
eingelassen, wäre es am Ende auch nicht besser geworden. Verlierer
sind auch die Mitarbeiter in den anderen Bereichen der Bahn. Während
früher ein Tarifvertrag für die ganze Branche galt, kämpft die GDL
heute allein für die Lokführer. Kleine, aber mächtige
Spartengewerkschaften wie die der Lokführer, aber auch der Fluglotsen
oder der Krankenhausärzte, haben praktisch die Macht, ihre
Arbeitgeber zu erpressen. Die Rechnung dafür bezahlen andere. Im
Falle der Bahn glauben zwar manche, dass der Lokführerabschluss die
Messlatte für die Anhebung der Tarife der anderen Beschäftigten des
Unternehmens sei. Darüber wird Ende des Jahres verhandelt. Die
betroffenen Bahn-Mitarbeiter glauben das nicht. Das zeigt ein Blick
auf ihre Reaktionen. Sie fürchten, dass das Unternehmen den Spardruck
auf sie erhöhen wird. Auch die Fahrgäste werden nicht ungeschoren
davonkommen. Die nächste Preiserhöhung wird üppig ausfallen.

Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

Weitere Informationen unter:
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