
Zentrale Erkenntnisse:
• Künstliche Intelligenz ist inzwischen der wichtigste Treiber für die Neugestaltung von Target Operating Models (TOMs): Rund 70 Prozent der Führungskräfte nennen KI als ausschlaggebenden Faktor.
• Nur vier Prozent der Organisationen verfügen über ein vollständig auf ihre strategischen Ziele abgestimmtes TOM.
• Mangelnde Datenqualität und -transparenz, fehlende Kompetenzen sowie geringe Anpassungsfähigkeit zählen weiterhin zu den größten Herausforderungen in der bestehenden Organisation. Gleichzeitig bremsen auch genau diese Faktoren eine Transformation.
• Die große Mehrheit der befragten Unternehmen plant die Transformation ihrer Organisation entweder innerhalb des nächsten Jahres oder innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre.
Frankfurt am Main, 19. Februar 2026 – Künstliche Intelligenz und der Veränderungsdruck des Marktumfeldes führen zu neuen Anforderungen an Target Operating Models (TOM) von Unternehmen. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Management und Technologieberatung BearingPoint hervor, bei der rund 400 C Level Führungskräfte in ganz Europa befragt wurden. Die Ergebnisse sowie ergänzende qualitative Analysen zeigen, wie Unternehmen den Übergang von punktuellen Pilotprojekten hin zu einer gezielten, groß angelegten Transformation ihrer Target Operating Models vollziehen.
„Organisationen können sich nicht länger auf statische Modelle verlassen, die für vorhersehbare Rahmenbedingungen geschaffen wurden“, erklärt Tobias Liebscher, Partner bei BearingPoint. „Unsere Studie zeigt, dass zukunftsfähige Unternehmen grundlegend neu darüber nachdenken, wie Arbeit organisiert und umgesetzt wird. Sie gestalten ihre Organisationsmodelle so, dass Teams schneller handeln, effektiver zusammenarbeiten und KI gezielt einsetzen können, um sowohl bessere Entscheidungen zu treffen als auch den Mehrwert für Kundinnen und Kunden zu steigern.“
Die Studie zeigt, dass Unternehmen angesichts zunehmend dynamischer Wettbewerbsbedingungen ihre Organisationsstrukturen, Entscheidungszyklen, Fähigkeiten und Prozesse neu ausrichten, um schneller reagieren zu können, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und neues Wertschöpfungspotenzial zu erschließen. Gleichzeitig hat bislang nur ein kleiner Teil der Unternehmen ihre Organisation vollständig so umgestellt, dass sie KI Nutzung und Echtzeit Entscheidungen wirksam unterstützen. Zwar berichten viele Führungskräfte von Fortschritten in Strategieentwicklung und Investitionen, doch Defizite in Governance, Fachkräfteverfügbarkeit, klarer Verantwortung sowie in der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit begrenzen weiterhin die Gesamtwirkung der Transformationsbemühungen.
Technologischer Fortschritt und Mitarbeiterentwicklung geben das Tempo vor
Die Studie zeigt zudem, dass die Beschleunigung technologischer Entwicklungen inzwischen der wichtigste Treiber für die Neugestaltung des Operating Models ist. 69 Prozent der Befragten nennen neue Technologien und Künstliche Intelligenz als zentralen strategischen Impuls, wobei auch 49 Prozent auf veränderte Kundenerwartungen verweisen. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen mit steigenden Anforderungen an Transparenz, Compliance und Nachhaltigkeit konfrontiert: ein zusätzlicher Druckfaktor, der die rasche Modernisierung von Strukturen und Arbeitsweisen erforderlich macht.
Führungskräfte erkennen zunehmend, dass Transformation nur mit den Menschen gelingt. Mitarbeiterentwicklung, funktionsübergreifende Zusammenarbeit und kultureller Wandel gelten als entscheidende Erfolgsfaktoren, zugleich zählen sie jedoch zu den langsamsten Fortschrittsfeldern bei der Neugestaltung der Organisation. Viele Unternehmen sehen insbesondere den Aufbau neuer Fähigkeiten, Datenkompetenz sowie Prozessorientierung als kritisch, zugleich aber noch nicht ausreichend entwickelt an.
Nur vier Prozent verfügen über ein strategisch ausgerichtetes, zukunftsfähiges Organisationsmodell
Trotz zahlreicher Transformationsinitiativen zeigt die Studie eine deutliche Lücke in der tatsächlichen Zukunftsreife vieler Organisationen. Während sich 70 Prozent der Befragten gut auf künftige Anforderungen vorbereitet sehen, geben lediglich vier Prozent an, dass ihr Organsiationsmodell vollständig auf ihre strategischen Ziele ausgerichtet ist. Zu den zentralen Hemmnissen zählen fehlende Verfügbarkeit von Daten und Analytics-Fähigkeiten, fehlende Fachkräfte, technologische Mankos aber auch unzureichender Änderungswille der Führungskräfte.
Drei Merkmale zeichnen Organisationen mit einer hohen Reife des Organisationsmodells aus:
• Eine klare Strategie, die sich in der Ausgestaltung des Organisationsmodells widerspiegelt
• Unternehmensweite Governance und Steuerungssysteme, die gewünschte Verhaltensweisen konsequent unterstützen und verankern
• Integrierte Daten und Technologiearchitekturen, die Skalierbarkeit und Effizienz ermöglichen
Diese Unternehmen überzeugen durch höhere Umsetzungsgeschwindigkeit, klar definierte Entscheidungsbefugnisse sowie eine starke Verzahnung von Strategie und operativer Umsetzung.
„Technologie ist nur ein Teil der Transformationsgeschichte“, so Tobias Liebscher. „Erfolgreiche Organisationen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Sie bringen Struktur, Prozesse, Menschen und Unternehmenskultur in Einklang, damit KI und Daten nachhaltige Ergebnisse liefern können. Die Zukunft gehört jenen Unternehmen, die ihr Target Operating Model auf Anpassungsfähigkeit ausrichten, nicht allein auf Effizienz.“
„Wer zögert, riskiert zurückzufallen“
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass führende Organisationen zunehmend eine Kultur der kontinuierlichen Weiterentwicklung verinnerlichen. Anstatt Target Operating Models als gelegentliche Re Design Initiativen zu betrachten, verstehen sie diese als dynamische, modulare Systeme, die sich flexibel an Marktveränderungen anpassen müssen. Dieser Paradigmenwechsel erfordert klare Governance Strukturen, eine geschlossene Führungsausrichtung und eine disziplinierte Umsetzung.
„Unternehmen, die jetzt handeln, schaffen die Voraussetzungen, um das Potenzial von KI in messbaren Geschäftsnutzen zu übersetzen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und unternehmensweite Skalierbarkeit zu erreichen. Wer zögert, riskiert zurückzufallen, denn Geschwindigkeit, Datenorientierung und funktionsübergreifende Zusammenarbeit werden künftig die entscheidenden Treiber der Unternehmensperformance sein“, resümiert Tobias Liebscher.
Über die Studie
Die Studie „Die Neuerfindung von Betriebsmodellen für das KI Zeitalter“ basiert auf einer quantitativen Befragung von 392 C Level Führungskräfte in ganz Europa, qualitativen Interviews mit leitenden Transformationsexpertinnen und experten sowie den Erkenntnissen aus der globalen Operating Model Beratungspraxis von BearingPoint. Untersucht wird, welche Rolle Technologie, Fachkräfte, Governance und Unternehmenskultur beim Aufbau von Betriebsmodellen spielen, die im KI Zeitalter Geschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit und nachhaltige Leistungsfähigkeit ermöglichen.