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BEPS macht Steuererklärungen teurer / Deloitte-Studie: OECD-Aktionsplan gegen Steuerverkürzung und Gewinnverschiebung belastet

Der Deloitte European Tax Survey 2015
untersucht die größten Herausforderungen der Steuerabteilungen
internationaler Unternehmen. Die Reformen der internationalen
Steuerpolitik gegen Steuerkürzungen und Gewinnverschiebungen gewinnen
mit dem aktuellen OECD-Aktionsplan gegen BEPS („Base Erosion and
Profit Shifting“) an Tempo. Dies zeigt zunehmend Auswirkungen auf die
Konzerne: So gehen 79 Prozent der deutschen Befragten von einem
Anstieg der Doppelbesteuerung in Folge der beschlossenen Maßnahmen
aus. Wegen steigender Anforderungen gilt das deutsche Steuersystem in
den Augen aller Umfrage-Teilnehmer als das schwierigste unter den
großen Volkswirtschaften in Europa. Gründe dafür sind unter anderem
die Komplexität des Steuersystems und häufige Rechtsänderungen. Im
dritten Jahr in Folge haben sich mehr als 800 Unternehmen in 21
Ländern am European Tax Survey beteiligt.

„Der globale Wettstreit um Steuergrundlagen fordert Unternehmen
zunehmend heraus“, erklärt Christoph Röper, Partner/Leiter Tax und
Legal bei Deloitte. „Für Steuerabteilungen bedeutet dies, dass sie
verstärkt unter Druck stehen, die erwarteten neuen gesetzlichen
Anforderungen effizient umzusetzen und dem Umfang der daraus
resultierenden Dokumentationspflichten gerecht zu werden. Der weitere
Ausbau IT-gestützter Reportingsysteme ist häufig eines der Mittel der
Wahl, um steigenden Kosten zu begegnen.“

Steuerabteilungen finden BEPS zunehmend wichtiger

In den Steuerabteilungen deutscher Unternehmen rückt BEPS immer
höher auf der Tagesordnung. Stufte das Thema im Jahr 2014 nur ein
Drittel der Befragten als wichtig oder sehr wichtig ein, stieg dieser
Wert 2015 auf rund 55 Prozent. Da die Umfrage vor Veröffentlichung
der finalen OECD-Berichte zum BEPS-Aktionsplan beendet war, ist mit
einem weiteren Anstieg zu rechnen. Aus der gesamteuropäischen
Perspektive heraus spielt das Thema in den Niederlanden (85%),
Frankreich (75%) und in Großbritannien (60%) eine besonders große
Rolle. In deutschen Chefetagen wird dem Thema dagegen noch keine
Priorität eingeräumt, seine Wahrnehmung stieg dort in einem Jahr
jedoch von 8 auf 26 Prozent.

BEPS-Umsetzung in Unternehmen: Planungen nehmen Fahrt auf

Auch in Sachen Umsetzung ist BEPS in deutschen und europäischen
Unternehmen angekommen. Entsprechende Planungen wurden in Deutschland
bei 42 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 23%) und innerhalb Europas
bei 43 Prozent (Vorjahr: 31%) auf den Weg gebracht. Die Unternehmen
konzentrieren sich dabei auf die Umsetzung neuer
Dokumentationsvorgaben bei Verrechnungspreisen. Ein Großteil der
deutschen (63%) und europaweiten Teilnehmer (53%) geht davon aus,
dass der BEPS-Aktionsplan zu Kostensteigerungen für Dokumentation und
für die Erstellung der Steuererklärungen führt.

Mehr Doppelbesteuerung wird erwartet

Die überwältigende Mehrheit der deutschen Teilnehmer glaubt, dass
die Doppelbesteuerung in Folge der Umsetzung der BEPS-Maßnahmen
steigen wird. 50 Prozent gehen von einem deutlichen, 29 Prozent von
einem geringeren Anstieg aus. In Europa erwarten dagegen nur 15
Prozent der Teilnehmer einen deutlichen und 32 Prozent einen eher
geringen Anstieg.

Steuerhürden bremsen Wettbewerb

Deutschland nimmt beim Steuersystem eine Spitzenstellung ein –
allerdings in negativer Hinsicht. Bei der Einstufung der Staaten mit
den größten steuerlichen Hürden besetzt das Land – wie in den
Vorjahren – die Pole Position. Fast 70 Prozent der Befragten gaben
an, dass eine Vereinfachung des Steuersystems die
Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands signifikant verbessern würde. Bei
Rechtssicherheit gab es dagegen gute Noten: Häufige Änderungen des
Steuerrechts wurden zwar als Risikofaktor Nummer eins genannt. Doch
über 90 Prozent der Befragten hierzulande gaben an, die
Rechtsunsicherheit in Deutschland sei nicht größer oder sogar
geringer als in den anderen Staaten.

Verhältnis zur Finanzverwaltung: gut, aber Luft nach oben

Das Verhältnis zur Finanzverwaltung schätzen die Teilnehmer auch
in diesem Jahr wieder als überwiegend gut bis sehr gut ein. Doch eine
Fokussierung der Finanzverwaltung auf einen risikoorientierten Ansatz
sowie mehr Konsequenz in der Vorgehensweise und Beratung könnten die
Zusammenarbeit aus Sicht der Befragten weiter verbessern.

Wichtige Rolle im Unternehmen

Der wichtigste Erfolgsfaktor für die Rolle der Steuerabteilung
innerhalb der Unternehmen ist für 76 Prozent der deutschen Befragten
nach wie vor, wie die Abteilung in die Unternehmensprozesse
eingebunden ist. Die fristgerechte Einhaltung der Steuerdeklarations-
und Dokumentationsanforderungen wird für 69 Prozent zur
Erfolgskennzahl. Die meiste Zeit bringen Abteilungsleiter in
Deutschland für die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen
auf (68 Prozent). Zusätzlich widmen sie sich steuerrechtlichen
Fragen, Verrechnungspreisen und der Organisation der Abteilung.
Deutlich mehr Zeit als es derzeit der Fall ist würden die
Abteilungsleiter Technologieprojekten widmen. Es zeigt sich der
Trend, die Steuererklärung mit Unterstützung von
Shared-Service-Centern zu erstellen, mit einer Zunahme von 46 auf 65
Prozent in Deutschland deutlich nach oben.

„Als Empfehlung für die Steuerabteilungen könnte man aus der
Umfrage mitnehmen, die Integration des Steuerabteilung in die
Unternehmensprozesse sicher zu stellen, mit technologischen Lösungen
die Prozesse in der Abteilung effizienter zu gestalten und die
Zusammenarbeit mit Shared-Service-Centern in Betracht zu ziehen oder
weiterzuentwickeln und zu verbessern. So können sie der Anforderung
nach weiterer Effizienzsteigerung und der strategisch zunehmenden
Bedeutung für ihr Unternehmen gerecht werden“, so Christoph Röper.

Den kompletten Report finden Sie unter http://ots.de/EZtEt zum
Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Finance und Consulting
für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen;
Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit
einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150
Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen
Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen
unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters –
für mehr als 220.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames
Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited
(„DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft
mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von
Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes
ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und
unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst
keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere
Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie auf
www.deloitte.com/de/UeberUns.

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

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