Berlin bleibt besonnen – Leitartikel von Jens Anker zur Corona-Krise

Berlin zeigt Charakter. Dieser Satz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller (SPD), beschreibt die derzeitige Situation treffend. In der Stadt, in der so Vieles nicht gelingen will, die sich allzu oft im Klein-Klein verliert und am Zuständigkeitshickhack der Verwaltung verzweifelt, ist innerhalb weniger Tage vollkommene Ruhe eingekehrt.

Wer hätte vor zehn Tagen noch gedacht, dass so etwas in einer 3,7 Millionen Einwohner zählenden Metropole vorstellbar wäre? In dieser Situation reagieren die Berliner besonnen. Das gibt Zuversicht für die kommenden Wochen, in denen die Einschränkungen wohl weiter gelten werden, und die kommenden Monate, in denen es gilt, das Berlin wieder aufleben zu lassen, für das es in der ganzen Welt bekannt ist: Weltoffenheit, Toleranz, Lebensfreude, Vielfältigkeit.

In seiner bemerkenswerten Regierungserklärung hat Michael Müller den Spagat geschafft, noch einmal den Ernst der Lage zu verdeutlichen, aber gleichzeitig keine Untergangsszenarien zu verbreiten und vor Kriegsrhetorik zu warnen, zu der sich manch anderer Regierender hingerissen sieht.

Oft wurde Müller – zu Recht – wegen seiner fehlenden Ausstrahlung kritisiert. In diesen Zeiten könnte genau das ihm zugutekommen: In der Krise ist weniger Kraftmeierei gefragt als kluges Handeln und Besonnenheit statt blindem Aktionismus.

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