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Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf Rekordniveau

Mit rund 17,1 Millionen hatten im Jahr 2015 mehr
Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund als je zuvor. Wie
das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 2015
weiter mitteilt, entsprach dies einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr
von 4,4 %. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund an
der Gesamtbevölkerung erreichte 21,0 %. Der außergewöhnlich hohe
Anstieg ist vor allem auf ausländische Zuwanderer zurückzuführen.
2015 lebten 11,5 Millionen Zuwanderer in Deutschland, das waren 5,5 %
mehr als im Vorjahr.

Die drei wichtigsten Herkunftsländer der Menschen mit
Migrationshintergrund sind die Türkei, Polen und die Russische
Föderation. Insgesamt 6,3 Millionen hatten ihre Wurzeln in den
ehemaligen Gastarbeiteranwerbestaaten, darunter vor allem in der
Türkei, in Italien und in Griechenland.

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist im Schnitt deutlich
jünger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Jede dritte
Person unter 18 Jahren hatte einen Migrationshintergrund. Den
höchsten Anteil gab es in der Altersgruppe der Kinder unter fünf
Jahren (36 %). In der Gruppe der über 65 Jahre alten Bevölkerung lag
der Anteil hingegen bei unter 10 %.

Die Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet
sich hinsichtlich ihres Bildungsstandes; dies zeigt der direkte
Vergleich der Personen im Alter von 25 bis 35 Jahren. Personen mit
Migrationshintergrund hatten deutlich häufiger keinen Schulabschluss
oder nur einen Hauptschulabschluss. Zudem hatten sie dreimal häufiger
keinen Berufsabschluss. Akademische Abschlüsse erreichten beide
Gruppen dagegen fast in gleichem Umfang.

Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich
auch in ihrer Stellung auf dem Arbeitsmarkt. In der Altersgruppe der
25- bis unter 65-Jährigen waren Personen mit Migrationshintergrund
seltener erwerbstätig, sie arbeiteten fast doppelt so häufig als
Arbeiter und Arbeiterinnen, entsprechend seltener als Angestellte
oder Beamte und sie waren fast doppelt so häufig ausschließlich
geringfügig beschäftigt. Der Bildungserfolg der Menschen mit
Migrationshintergrund und ihre Integration in den Arbeitsmarkt
variieren teilweise sehr deutlich je nach Herkunftsland. So hatten
zum Beispiel 88 % der 25 bis 35 Jahre alten Personen mit chinesischen
Wurzeln Abitur, aber nur 16 % der Personen mit türkischen Wurzeln.
Auf dem Arbeitsmarkt erzielten beispielsweise die 25 bis 35 Jahre
alten Menschen, die ihre Herkunft in Frankreich hatten, ein
wesentlich höheres Einkommen (2 622 Euro) als Menschen mit
bulgarischer Herkunft (1 352 Euro).

Methodische Hinweise:

Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder
mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit
geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition zugewanderte und
nicht zugewanderte Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte
Eingebürgerte, (Spät-)Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen
Nachkommen dieser Gruppen.

Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich
rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um aus den
erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung ziehen zu können,
müssen die Daten entsprechend hochgerechnet werden.

Es ist davon auszugehen, dass der Mikrozensus 2015 die Zuwanderung
des Jahres 2015 nur teilweise widerspiegelt. Dies ist insbesondere
auf die Schutzsuchenden zurückzuführen, die vor allem in der zweiten
Jahreshälfte 2015 nach Deutschland kamen und in
Erstaufnahmeeinrichtungen lebten, in denen generell keine
Mikrozensus-Befragungen durchgeführt werden. Bei den Zugewanderten
lassen sich im Mikrozensus darüber hinaus die Schutzsuchenden nicht
eindeutig von anderen Ausländern unterscheiden, da nur das
Herkunftsland erfasst wird.

Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) mit
Tabelle sowie weitere Informationen und Funktionen sind im
Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/presseaktuell zu finden.

Weitere Auskünfte gibt:

Florian Göttsche, Telefon: +49 (0) 611 / 75 46 91,
www.destatis.de/kontakt

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
E-Mail: presse@destatis.de

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