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Börsen-Zeitung: Eine bessere Zukunft?, Kommentar zur HSH Nordbank von Carsten Steevens

Neue Eigentümer, ein anderer Name, eine bessere
Zukunft? Die HSH Nordbank, nach der Pleite der US-Investmentbank
Lehman Brothers im September 2008 selbst kurz vor dem Zusammenbruch,
verlässt das öffentliche Bankenlager und wird als erste Landesbank
überhaupt von privaten Investoren übernommen. Dass die HSH als
Gesamtbank verkauft und nicht abgewickelt wird und dass die
bisherigen Eigner Hamburg und Schleswig-Holstein nach den noch
erforderlichen Genehmigungen durch Länderparlamente, EU-Kommission
und Bankenaufsicht von den künftigen Eigentümern um die
US-Finanzinvestoren Cerberus und Flowers sogar 1 Mrd. Euro erhalten
haben, gleicht einem Wunder.

Noch vor zwei Jahren galt die HSH, die sich nach ihrer Gründung
vor 15 Jahren und nach dem Wegfall der staatlichen
Gewährträgerhaftung auf den Weg zum Global Player mit
Börsenambitionen begab und dann zur Skandalbank mutierte, gemeinhin
als unverkäuflich. Hoffnungen, das in den Jahren bis 2008 zum
weltgrößten Schiffsfinanzierer aufgestiegene Institut könne sich bald
erholen, machte eine lange Krise in der Schifffahrt zunichte. Eine
allzu leichtfertige Reduzierung der 2009 von den Ländereignern
abgegebenen, für die marode Bank aber sehr teuren Verlustgarantie von
10 Mrd. Euro musste zurückgenommen werden. Die Wiederaufstockung
löste ein zweites Beihilfeverfahren aus, an dessen Ende 2016 die
Auflage der EU-Kommission für die Länder stand, die Bank bis Ende
Februar 2018 zu verkaufen oder andernfalls abzuwickeln.

Die gute Konjunktur in Deutschland und eine leichte Erholung an
den Schiffsmärkten im vergangenen Jahr verschaffte der Bank eine
Verkaufsperspektive. Strategische Investoren ließen sich freilich
nicht anlocken – Bilanzverlängerungen sind bei Banken in Europa
derzeit nicht angesagt. Doch bedeutet der Verkauf für die Länder,
einen Schlussstrich unter ein sehr teures Bankenengagement zu ziehen,
ohne die Glaubwürdigkeit europäischer Abwicklungsregeln in Frage zu
stellen.

Die HSH, deren neuer Name erst nach dem Vollzug des Verkaufs
enthüllt werden dürfte, wird sich im Wettbewerb beweisen müssen. Für
große Zuversicht ist es noch zu früh. Hoffnung könnte der Bank der
Fall der 2006 fast kollabierten österreichischen Bawag geben, die der
künftige HSH-Eigentümer Cerberus 2017 an die Börse brachte. Politisch
könnte der erste Verkauf einer Landesbank an Private zur Folge haben,
dass die Debatte über eine Bereinigung in der Landesbankenlandschaft
Fahrt aufnimmt.

Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069–2732-0
www.boersen-zeitung.de

Original-Content von: Börsen-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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