
Nach der Landtagswahl im September könnte Sachsen-Anhalt erstmals seit Jahrzehnten ein grundlegender Umbau des Schulsystems bevorstehen. Wie die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Donnerstagausgabe) berichtet, schmieden die derzeitigen Regierungsparteien CDU und SPD intern Pläne für ein Ende der 1991 eingeführten Sekundarschule. Diese ist die am meisten gewählte weiterführende Schulform im Land. Sie vergibt den Haupt- und den Realschulabschluss.
Im Entwurf ihres Wahlprogramms sieht die CDU die Gründung einer neuen Schulform namens Oberschule vor. Diese soll die Sekundarschulen und die Gemeinschaftsschulen ablösen, an denen derzeit 60.000 Schüler lernen. Der Entwurf des Wahlprogramms soll am Montag vom CDU-Landesvorstand beraten werden.
Bildungsminister Jan Riedel (CDU) sagte der MZ, der ursprüngliche Ansatz der Gemeinschaftsschule, starke Schüler in einer eigenen Oberstufe bis zum Abitur zu führen, habe sich nicht verwirklicht. „Deshalb wäre es sinnvoll, eine mittlere Schulform aus einem Guss anzubieten.“
Riedel betonte, die Gemeinschaftsschulen hätten stets große Offenheit für Veränderungen bewiesen: „Diese wollen wir in die neue Oberstufe überführen.“ Im Entwurf des CDU-Wahlprogramms heißt es ohne Details, man wolle die Vorteile beider bisheriger Schulformen „berücksichtigen“. Oberschulen gibt es bereits seit langem in Sachsen.
Von der Sekundarschule Abschied nehmen will auch die SPD. Sie will allerdings deren flächendeckende Umwandlung in Gemeinschaftsschulen.
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