CFO-Umfrage: Deutsche Unternehmen blicken für Wachstum häufiger nach Asien-Pazifik als Konkurrenten aus anderen Ländern / Deutsche Finanzchefs sorgen sich mehr um Liquidität als Wettbewerber

Eine Umfrage der Standard Chartered Bank unter 300 CFOs und Finanzchefs in Unternehmen in Europa und Amerika zeigt, dass der Asien-Pazifik-Raum für deutsche Unternehmen als Wachstumsregion deutlich wichtiger ist als für ihre Konkurrenten in anderen Ländern. Bei deutschen Finanz-Managern rangierte Asien-Pazifik mit 23% häufiger an erster Stelle als bei der Gesamtheit der Befragten (18%). Deutsche Finanzchefs zeigten zudem ein größeres Interesse (20%) an Afrika (17% gesamt) und dem Nahen Osten (6% deutsch, 3% gesamt). Sorgen um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf ihre Wachstumspläne machten sich alle Befragten, wobei die Sorge über Liquidität dominierte. Deutsche Manager zeigten sich bei diesem Thema besonders sensibel und legten großen Wert auf die Optimierung ihrer Betriebsmittel.

Die Umfrage wurde vom 25. Mai bis zum 5. Juni 2020 durchgeführt, also auf der Höhe der Corona-Krise. Unter dem Eindruck der Pandemie sahen die Finanzmanager viele Herausforderungen für Wachstum außerhalb ihrer angestammten Märkte. Dementsprechend machten sich mehr als die Hälfte (51%) aller Befragten Sorgen über die Auswirkungen von COVID-19 auf ihre Wachstumspläne außerhalb der Heimatregion. Auch zeigten alle Befragten Finanz-Manager einen signifikanten Konsens darüber, dass Liquiditätsprobleme eine große Herausforderung darstellen, sei es bei Umsatz, Finanzierung oder der Rückführung von Gewinnen. Angesichts der COVID-19-Krise überrascht es nicht, dass 22% der Befragten das Versagen und die Unterbrechung von Lieferketten als Problem bezeichneten und 21% der Befragten einen Rückgang der Einnahmen prognostizierten.

Dennoch ist auch in Krisenzeiten die größte Einzelherausforderung, die von 32% aller Befragten angegeben wurde, der Bedarf nach Informationen und Beratung über die regulatorischen Rahmenbedingungen außerhalb ihrer Heimatregion. Dies war ein besonderes Anliegen für 39% der CFOs im Vergleich zu 29% bei den anderen befragten Finanz-Managern.

Deutsche Manager setzen auf Optimierung des Betriebskapitals

Auf die Frage nach der Herausforderung Nummer 1 nannten deutsche Finanzchefs die Absicherung von Wechselkursrisiken (20%) sehr viel öfter als die anderen Befragten (12%). Die Transformation ihrer Geschäftsmodelle hat für deutsche Manager ebenfalls einen höheren Stellenwert als für die Gesamtheit. Bei der Frage nach den 3 größten Herausforderungen rutschte die Transformation des Geschäftsmodells bei den deutschen Befragten jedoch von 25% auf 17% ab, was zeigt, dass dies durchaus nicht in allen Branchen an erster Stelle steht.

So spielt die Sicherung der Liquidität für deutsche Finanz-Manager eine bedeutende Rolle, wobei sinkende Erlöse den deutschen Befragten nicht die größten Sorgen machten. Nur 11% der deutschen Manager gaben dies an, verglichen mit 21% aller Befragten. Auf der Einnahmenseite zeigten sich deutsche Befragte hingegen deutlich sensibler als die Gesamtgruppe: 31% der deutschen Manager gaben an, dass überfällige Forderungen für sie eine ernste Herausforderung seien (verglichen mit 17% aller Befragten). Hier zeigte sich, dass deutsche Finanzmanager ein sehr großes Gewicht auf die Optimierung ihrer Betriebsmittel legen, was auch durch die Aussage von 74% von ihnen belegt wurde, dass sie Zahlungsvereinbarungen mit Lieferanten neu verhandeln wollen (verglichen mit 61% gesamt).

Da durch die Corona-Krise der Aufbau robuster Lieferketten im Verhältnis zur reinen Optimierung der Betriebsmittel an Bedeutung gewonnen hat, sollten deutsche Unternehmen jedoch davon absehen, den Kostendruck auf Lieferanten zu sehr zu verstärken. Es besteht sonst die Gefahr, dass Lieferketten unterbrochen werden. Viele Unternehmen konzentrieren sich in Folge der Corona-Krise verstärkt darauf, regionale oder globale Finanzierungsprogramme für Betriebsmittel aufzusetzen. Dazu gehört beispielsweise Supply Chain Financing (Reverse Factoring), welches Lieferanten unterstützt und die Resilienz der Lieferketten so erhöht.

Europäer bevorzugen Bankkredite

Bei der Finanzierung ihres Wachstums außerhalb der Heimatmärkte setzen europäische Unternehmen deutlicher als ihre Kollegen aus Amerika auf Bankkredite: 75 % der europäischen Unternehmen würden Bankkredite zur Finanzierung der internationalen Expansion nutzen, das sind 12 Prozentpunkte mehr als bei ihren amerikanischen Kollegen. 44% der Befragten aus Amerika waren geneigt, Barmittel aus dem Unternehmen zur Finanzierung der internationalen Expansion zu verwenden, verglichen mit 39% der Europäer. Ebenso war in Amerika der Einsatz von Risikokapital, wie z.B. Privatplatzierungen und privates Beteiligungskapital, weiter verbreitet, wobei der Markt dafür in den Vereinigten Staaten etablierter ist als in Europa.

32% aller Befragten gaben an, dass es ihre oberste Priorität in den nächsten 6-12 Monaten sei, ihre Lieferantenbasis über ihren Heimatmarkt hinaus zu diversifizieren, um die Widerstandsfähigkeit und Flexibilität ihrer Lieferketten zu erhöhen. Darüber hinaus wurden Ziele, wie die Digitalisierung des Handels, das Management von Devisenkursschwankungen und die vertikale Integration zur Verbesserung der Kontrolle über die Lieferketten als hohe Prioritäten eingestuft.

Die komplette Studie in Englisch finden Sie unter: http://ots.de/9H8Itt

Pressekontakt:

Sabine Krüger,
Breidenstein + Krüger Tel: +49 152 33803421, Mobil: 015233803421
E-Mail: s.krueger@breidensteinkrueger.com

Simon Kutner, Regional Head of Communications, Europe (Interim), Standard
Chartered
Tel: +44 (0)7880 296 947 E-Mail: simon.kutner@sc.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/129894/4694421
OTS: Standard Chartered Bank

Original-Content von: Standard Chartered Bank, übermittelt durch news aktuell

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