Clever Tanken: Kraftstoffpreise im Oktober weiter im Abwärtstrend

Städteranking der Spritkosten für Oktober 2020. © infoRoad GmbH / Clever Tanken
 

Wie günstig Benzin und Diesel aktuell sind, zeigt der Vergleich mit den Preisen zu Jahresbeginn. Im bisher teuersten Jahres-Tankmonat Januar hatte der Liter Super E10 noch 1,3979 Euro gekostet ? rund 17 Cent mehr als im Oktober. Für den Liter Diesel waren im Januar im Schnitt 1,2935 Euro aufgerufen worden und damit sogar rund 25 Cent mehr als im Oktober.

Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im vergangenen Monat durchschnittlich 294,58 Euro. Das waren rund 3,94 Euro weniger als im September 2020 und rund 35,54 Euro weniger als im Vorjahresmonat Oktober 2019.

Dieselfahrer zahlten für vier Tankfüllungen à 60 Liter im Bundesschnitt 250,20 Euro ? und damit 1,68 Euro weniger als im Vormonat und 51,19 Euro weniger als im Vorjahresmonat.

Benzin-Diesel-Schere schließt sich erstmals seit April

Im Oktober lag der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel bei 0,1849 Euro pro Liter. Gegenüber dem Vormonat (0,1943 Euro) hat sich die Benzin-Diesel-Schere damit um rund 1 Cent und zugleich das erste Mal seit April leicht zusammengezogen.

Günstigste und teuerste Tanktage

Im bundesweiten Schnitt am günstigsten war Super E10 am 30. und 31. Oktober mit jeweils rund 1,1850 Euro pro Liter. Am meisten kostete der Kraftstoff hingegen gleich an drei Tagen, nämlich am 1., 5. und 11. Oktober mit jeweils 1,2480 Euro.

Auch Diesel war am Monatsende besonders preiswert. Am günstigsten war der Kraftstoff ebenfalls am 30. Oktober mit 1,0240 Euro. Am meisten zahlten Autofahrer hingegen am 11. sowie am 18. Oktober. 1,0530 Euro kostete der Liter an beiden Tagen im Bundesschnitt.

Städteranking: Bonner Autofahrer zahlten den fünften Monat in Folge fürs Tanken am wenigsten

Kaum Neuigkeiten gab es im Oktober beim monatlichen Clever-Tanken-Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte an den Ranking-Spitzen. So belegte Bonn mit durchschnittlich 1,1971 Euro pro Liter zum fünften Mal nacheinander Platz eins der günstigsten Super-E10-Tankstädte. Damit schaffte es die Stadt zugleich zum achten Mal in diesem Jahr auf einen der beiden vorderen Plätze in dieser Preiskategorie ? siebenmal davon auf Platz eins. Die Positionen zwei und drei belegten im Oktober Bochum mit 1,2110 Euro und Mannheim mit 1,2111 Euro.

Am meisten zahlten Autofahrer für Super E10 hingegen wiederholt in Stuttgart mit durchschnittlich 1,2433 Euro pro Liter. Auf den Plätzen zwei und drei der teuersten Super-E10-Tankstädte reihten sich Hannover mit 1,2365 Euro und Frankfurt am Main mit 1,2344 Euro ein. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im teuren Stuttgart damit rund 298,39 Euro ? etwa 11,09 Euro mehr als im günstigen Bonn.

Im Ranking der günstigsten Dieseltankstädte verteidigte Bonn im Oktober seine Stellung auf der Poleposition ? und besetzte diese damit ebenfalls zum fünften Mal in Folge. 1,0154 Euro kostete der Liter hier im Schnitt. Damit ist die ehemalige Bundeshauptstadt bereits zum neunten Mal in diesem Jahr unter den Top drei der günstigsten Dieseltankstädte ? siebenmal davon schaffte sie es auf Platz eins. Auf Rang zwei folgte im Oktober wiederholt Nürnberg mit 1,0260 Euro. Platz drei belegte Düsseldorf mit 1,0274 Euro pro Liter.

Nur wenig Veränderung gegenüber dem Vormonat gab es im Oktober auch an der Spitze der teuersten Dieseltankstädte. Hannover belegte mit 1,0540 Euro Rang eins. Stuttgart rutschte mit 1,0539 Euro knapp auf Platz zwei, dicht gefolgt von Bielefeld auf Rang drei mit 1,0538 Euro.

Preisrutsch könnte sich im November fortsetzen

Für den bevorstehenden November erwartet Kraftstoff-Experte Steffen Bock einen weiteren Preisrutsch an den Zapfsäulen. ?Im Oktober haben weitestgehend Ängste und lokale Lockdowns die fallenden Ölpreise bestimmt. Im November aber greifen die neuen harten und flächendeckenden Maßnahmen, die Regierungen in vielen europäischen Ländern zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie erlassen haben. Das legt das öffentliche Leben und damit viele Wirtschaftszweige wieder still und drückt die Rohölnachfrage auf den Weltmärkten.? Zugleich haben Ende Oktober neue Daten über einen starken Anstieg der Ölreserven bei einem gleichzeitigen Anstieg der Fördermengen in den USA die Preise belastet. Spannend wird nach den Worten Bocks auch, wie sich der Ausgang der US-Wahl auf die Ölpreise auswirken wird. Zudem wird das Ölkartell OPEC Ende November darüber beraten, inwiefern die aktuell vereinbarten Förderkürzungen beibehalten werden damit der Ölpreis weiter gestützt wird. Ursprünglich war geplant, die Produktion ab Anfang 2021 wieder auszuweiten.

Steffen Bock empfiehlt Autofahrern, die Kraftstoffpreise entlang ihrer geplanten Fahrtroute auch in der gegenwärtigen Niedrigpreisphase via App, Navigationsgerät oder dem Internet zu vergleichen. So sparen sie noch mehr und kurbeln den Wettbewerb unter den Anbietern an. Beachten sollten sie jedoch die teils enormen Sprünge im Tagesverlauf und zwischen den Anbietern. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr und ab 18 Uhr am Abend.

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