Der fundamentale heutige Unterschied zwischen Recht und Gesetz durch die Erfindung der Sklaverei

Der fundamentale heutige Unterschied zwischen Recht und Gesetz durch die Erfindung der Sklaverei
 

Die Sklaverei ist eine traditionelle „gesetzlich geregelte“ Einrichtung der Standeskultur, deren Beschaffenheit einseitig und grobschlächtig ist: Keine Rechte, aber beständige übernatürliche Pflichten. Da ein solches widernatürliches unsoziales „Schicksal“ für einen Menschen nicht auf die Dauer erträglich ist, wurde das geforderte unterwürfige Verhalten der Sklaven und der „niederen“ Kulturstände in den traditionellen Standeskulturen durch ein religiöses Weltbild sichergestellt. Der Fund entsprechender Tontafeln aus den mesopotamischen Stadtstaaten bestätigen diese kulturelle „Logistik“ seit etwa 3000 v. Chr.

Mit der Erfindung des Monotheismus in der Form einer übernatürlichen göttlichen Willkürherrschaft und Erziehung durch Belohnung und Bestrafung ist die Religion zu einer regelrechten „evolutionären“ Entwicklungskraft für die Standeskultur geworden. Die Herrschaft des „Herrgotts“ über den „einfachen“ Menschen weist dabei bis heute die fundamentale Modalität „Keine Rechte, aber übernatürliche Pflichten“ für den Menschen auf. Dadurch wurde ein sklavenartiges, passiv regressives und masochistisches menschliches Verhalten für die meisten religionsgläubigen Vertreter des Homo sapiens selbstverständlich, allgegenwärtig und ewig.

Dies erklärt auch die Tatsache, dass wir bereits in den ursprünglichen 10 Geboten der Juden in zwei Geboten eine relative „göttliche“ Regulierung der Sklaverei finden. Paulus hat diese göttliche Einstellung zur Sklaverei, die wir in der Bibel an weiteren Stellen finden, in das Christentum übernommen, weshalb es auch hier entsprechende Bestätigungen der Sklaverei in den erhalten gebliebenen Schriftwechseln der frühen Christen gibt. Dies mag einer der Gründe dafür gewesen sein, das Kaiser Konstantin die Katholische Kirche zur römischen Staatsreligion erklärt hat und zum „13. Apostel“ der Römisch Katholischen Kirche wurde. Das Römische Reich, das mitunter einen Sklavenanteil an der Gesamtbevölkerung von mehr als 20 % erreicht hat, hatte aufgrund einer militärischen Schwäche zur Zeit Konstantins bereits mit einer Sklavenflucht zu kämpfen, die vor allem für die römische Landwirtschaft brisant geworden war.

Mit der Verwirklichung der von der römisch-katholischen Kirche in der Art eines Präzedenzfalls erlassenen Bullen wurde der Kolonialismus und Imperialismus als einem sadistischen und parasitären Gewinnstreben zu einem „selbstverständlichen Erfolgsstreben“ des westlichen Kulturkreises. Diese Entwicklung hat die traditionelle sklavische Beziehungskonstitution der Standeskultur fortschrittlich erweitert, ideologisch verfeinert und in ihren Auswirkungen drastisch potenziert. Das heutige Ergebnis davon ist ein „normaler“ globaler Hochleistungsmensch, der das Leben einer ständig mit einer kulturellen Leistung beschäftigten Arbeiterameise führt, so dass sich der Alltag in allen Kulturen der Welt auf eine entsprechend instinktive, automatische Weise gestaltet. Dadurch hebt der heutige Homo sapiens seine besondere evolutionäre Natur einer freiheitlichen und kreativen Existenz in vieler Hinsicht selbst wieder auf und automatisiert sein Leben in einer „fortschrittlichen“ funktionalen Weise.

Seit der Jahrtausendwende schickt sich die Agenda des sogenannten Neoliberalismus an, den heutigen sklavisch denkenden und agierenden Hochleistungsmenschen in allen Kulturen der Welt zu „standardisieren“ und durch eine immer effektiver werdende globale Kulturökonomie auszubeuten. In diesem Sinne wurde bereits 1985 durch eine Kooperation von Reagan und Thatcher der sogenannte Washington Consensus beschlossen, der die Kreditvorgaben für die Dritte Weltländer unter anderem durch die Bedingung des Abbaus des jeweiligen Sozialstaates reguliert. Dadurch wurde die Entwicklung für eine allgegenwärtige und allmächtige globale ökonomische und finanzielle Weltherrschaft der Wenigen in der Form einer monotheistisch-kapitalistischen Standeskultur eingeläutet. Diese Agenda ist heute im Begriff zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung in der Art einer kulturellen Apokalypse zu werden, das sich diese Agenda nicht mehr an einem sozialen und biologischen Verstand orientiert.

Wer diese groben Entwicklungszüge einer tragischen widernatürlichen Fehlentwicklung der menschlichen Kulturorganisation nachvollziehen kann, der ist auch in der Lage den gravierenden Unterschied zwischen dem natürlichen menschlichen Rechtsempfinden und dem traditionellen kulturellen Gesetz zu erkennen. Der heute gravierend gewordene Unterschied zwischen Recht und Gesetz wird durch die Tatsache besser greifbar, dass im alten germanischen Naturrecht Gerichtsverhandlungen ohne die absolutistische Entscheidungsgewalt eines Richters stattfanden. Dabei wurde eine Rechtsstreitigkeit so lange verhandelt, bis eine Partei „Freudsche Fehlleistungen“ (durch ein schlechtes soziales Gewissen) produziert hat, was als ein Eingreifen der Götter gewertet wurde.

Diese Praxis wurde durch das römisch-katholische Christentum auf eine willkürliche Weise modifiziert, in dem zusätzliche „Gottesurteile“ durch Kämpfe und durch besondere Prüfungen eingeführt wurden. Dadurch konnte jede Partei nach den Gerichtsverhandlungen einen Kämpfer als einen Stellvertreter für sich bestimmen, so dass ein Streit durch den Sieg eines Kämpfers in der Form eines Gottesurteils entschieden wurde. Dadurch konnte vor allem die römisch-katholische Kirche ihre Streitigkeiten jeweils für sich entscheiden, da sie sich in der Regel den jeweils stärksten Kämpfer leisten konnte. Dadurch hat sich ein grobschlächtiges, primitives „Recht des Stärkeren“ und die kulturelle Agenda „Der Sieger schreibt die Geschichte“ im westlichen Kulturkreis durchgesetzt und bis heute „normalisiert“.

Wahlweise konnte auch ein Verfahren gewählt werden, durch das eine angeklagte Person ihre Unschuld beweisen konnte, indem sie ihre Hände ins Feuer hielt. Verheilten die Blasen gut, war sie unschuldig. Entzündeten sich die Blasen war sie schuldig. Eine andere Variante bestand darin, dass man den Beschuldigten mit einem Seil durch einen Fluss zog, was oft tödlich endete. Nach heutigen Maßstäben haben diese „Gottesurteile“ keinerlei biologische oder soziale Beweiskraft.

Wir können durch diese Beispiele den Übergang vom einfachen Naturrecht zu einem künstlichen kulturellen Recht nachvollziehen, das wir heute in einer idealistischen Manier als „positives Recht“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um eine gefestigte, vom sozialen Empfinden und der bio“logischen“ Vernunft abstrahierte willkürliche Rechtssetzung, die wir gesammelt als ein verabsolutiertes „Gesetz“ in allen Kulturen vorfinden. Die Gesetze sind bis heute streng idealistisch und abstrakt gehalten und distanzieren sich dadurch klar von dem, was wir als ein natürliches soziales Rechtsempfinden des Menschen bezeichnen können. Nur durch eine übernatürliche, künstlich formalistische Rechtsgestaltung der „objektiven“ idealistischen Art war es der Standeskultur bis heute möglich, ihre traditionelle „soziale“ Konstitution aufrecht zu erhalten. Dadurch konnte auch der Neoliberalismus als einer Agenda der Reichen und Mächtigen durch das „positive“ Gesetz das eigene Denken und Handeln auch ohne eine Rücksicht auf Gefühl, Sitte und Moral in allen Kulturen „erfolgreich“ durchsetzen und zu einer „Normalität“ im Weltbild des heutigen Kulturmenschen machen. Durch das heute fest in den Köpfen der Kulturmenschen verankerte absolutistische idealistische Gesetz als einem Teil einer diktatorischen Staats-Doktrin glauben viele Menschen zwangsläufig in einer irrtümlichen Weise daran, dass sie in einer Demokratie leben, da ihr natürliches Rechtsempfinden durch dieses Gesetz „erfolgreich“ ausgesetzt wurde. Der sich auch dadurch konsequent aufrecht erhaltende heutige kulturelle Machtapparat ist daher an und für sich zu einem Totschläger für das natürliche menschliche Rechtsempfinden und damit auch für die ungeschriebenen Gesetze der natürlichen menschlichen Moral und Fairness geworden.

Ein derart gearteter Staat ermöglicht es den „Herren“ der heutigen Kulturen auch völlig unethische, unmoralische oder parasitäre Ansprüche „per Gesetz“ durchzusetzen. Daher ist das Recht für die meisten heutigen Menschen zu einem Glücksspiel geworden, da sie sich durch das jeweilige Gesetz eine Durchsetzung ihres natürlichen Rechts in der Regel finanziell nicht leisten können. Das Gesetz ist heute in allen Kulturen so komplex und kompliziert gestaltet und in einer regelrechten „Fremdsprache“ für das gemeine Volk gehalten, dass der „einfache“ Mensch zur Durchsetzung seines Rechts einen Rechtsanwalt oder einen Steuerberater benötigt. Auch dadurch ist das Gesetz innerhalb der jüngsten Kulturgeschichte zu einem effektiven Herrschaftsinstrument für die Reichen und Mächtigen in allen Standeskulturen geworden.

Eine derartige kulturelle Entwicklung produziert entsprechende „Nebenwirkungen“, die unter anderem darin bestehen, dass der heutige Kulturmensch langsam aber sicher sein soziales und biologisches Gewissen verliert und selbst nach dem „Vorbild“ der Reichen und Mächtigen ein „fortschrittliches“ asoziales und parasitäres Denken und Verhalten „kultiviert“. Dadurch gerät der auf seine sozialen Beziehungen in einer besonderen Weise angewiesene Mensch in eine tragische innere Haltlosigkeit. Vor allem der zunehmende Glaube, dass der Mensch von Natur aus ein asoziales und parasitäres Wesen ist bedeutet daher zwangsläufig das Ende eines natürlichen Lebenssinns für den Homo sapiens.

Durch die ab 1960 stattfindende Intensivierung einer kapitalistischen Massenproduktion ist der Mensch durch fortschrittliche kulturelle „Sachzwänge“ zu einem sich selbst beständig „optimierenden“ masochistischen Hochleistungswesen für die monotheistisch-kapitalistische Standeskultur geworden. Dadurch haben sich zunehmend viele Kulturmenschen daran gewöhnt, ihr Leben auf eine immer künstlichere Weise zu gestalten. Dies hat dazu geführt, dass zunehmend viele Menschen nicht mehr spüren, dass sie sich durch diese Lebensweise ständig gegen ihre eingeborene menschliche Natur vergehen. Die Ohnmacht, Schwäche, Gekränktheit, Reizbarkeit und Kränklichkeit, mit welcher heute die meisten Menschen ständig zu kämpfen haben, sind daher auch nichts Neues, sondern ein traditionelles „soziales“ und psychologisches Produkt der Standeskultur.

Die Auswirkungen einer „fortschrittlichen“ unbedingt effektiven Weiterentwicklung der Standeskultur bis heute sind für alle Menschen zu einer Existenzgefahr geworden. Vor allem die im Zuge einer drastisch sich immer weiter potenzierenden neoliberalen Agenda seit der Jahrtausendwende haben zu einer fanatischen Fixierung des Menschen auf eine materielle Lebensversicherung und zu einer bodenlos gewordenen einseitigen Jagd nach materiellen Gütern geführt. Dadurch verwandelt der Mensch heute die Kulturwelt auf der Erde zunehmend in einen unerträglichen und unnatürlichen Ort.

Wir haben es dabei heute vor allem bei der christlich-kapitalistischen Standeskultur mit einem sich in der Entwicklung befindenden kulturellen Karzinom zu tun, das der Homo sapiens nicht länger leichtsinnig „kultivieren“ darf, wenn er weiterhin ein Teil der Evolution der Erde bleiben will. Dafür muss der heutige Mensch vor allem erkennen, dass er seine besonderen evolutionären Begabungen zu einer freiheitlichen und kreativen Lebensgestaltung nicht länger verhindern und blockieren darf, um weiterhin auf eine äußerst tragische Weise eine widernatürliche, asoziale und parasitäre Kulturkonstitution zu „kultivieren“.

Die Idee und die Umsetzung der Sklaverei kann nur einem psychopathischen menschlichen Denken ohne jede natürliche Empathie entsprungen sein. Daher hat der heutige Mensch auch keine Veranlassung oder gar eine Verpflichtung einem entsprechenden Kulturgeist ständig weiter zu folgen. Wir können die Erfindung der Sklaverei heute durchaus als den Beginn dessen bezeichnen, was der Mensch traditionell als eine Sünde begriffen hat, eine willkürliche Trennung des Menschen von der Natur. Seit etwa 5000 Jahren (170 Generationen) verdirbt der Mensch dadurch in einer tragisch „gekonnten“ Weise an jedem neuen Tag sein eigenes natürliches Lebensgeschenk.

So ist der Mensch heute technisch das klügste und sozial gesehen das dümmste Lebewesen der Erde geworden. Die daraus entstandene seltsame Art der übernatürlichen Polarisierung im menschlichen Denken und Handeln realisiert sich für viele Kulturmenschen heute durch einen Teufelskreis von depressiven Stimmungen und manischen, fanatischen Handlungen. Ändert der Mensch seine tragische Art der destruktiven Lebens- und Kulturgestaltung nicht durch eine grundlegende biologische Korrektur, dann wird dies in absehbarer Zeit ein unrühmliches Ende des Homo sapiens als der am wenigsten erfolgreichen Spezies der natürlichen Evolution der Erde besiegeln.

Noch nie zuvor hat es innerhalb der Evolution der Erde ein derart rasantes Artensterben aufgrund der heutigen Beeinträchtigung und Vergiftung der Natur durch den Menschen und seine „übernatürlichen“ Erfindungen gegeben. Der Mensch sollte sich daher dringend mit seinem traditionellen idealistischen Denken und Handeln auseinandersetzen, durch das nicht nur die monotheistische Religion „von Oben“ sondern auch ein diktatorischer Staatsapparat mit einem „positiven Recht“ zu einer das Leben des Menschen normierenden Gewalt im destruktiven Sinn geworden ist. Dieses „Schicksal“ kann der Mensch nur dadurch auflösen, dass er durch ein bewusstes biologisches und empathisches Denken, Empfinden und Handeln wieder zu einer Hoffnung für sich selbst, für seine Nächsten und für die Natur der Erde wird.

Weitere Abhandlungen zu dieser Thematik finden Sie auf der Internetseite https://www.die-verwandlung-der-standeskultur.de/