Die EU-Kommission ließ kürzlich verlauten, dass die deutsche Konjunktur sich im Jahr 2023 voraussichtlich besser entwickeln wird als zuerst anzunehmen war. Dennoch – die Prognose sieht nur ein äußerst geringes Wachstum für die Wirtschaft der Bundesrepublik vor.
Deutschland wird jedoch nach dem aktuellen Konjunktur-Ausblick der EU-Kommission nicht in die Rezession fallen. Für das Bruttoinlandsprodukt wird so zumindest ein kleines Plus erwartet, welches jedoch lediglich 0,2 Prozent betragen wird. Die Prognose zeigt sich damit allerdings bereits deutlich positiver als zuvor, denn noch im November sahen die Erwartungen ein Minus von 0,6 Prozent für das BIP vor.
Prognosen für ganz Europa positiver
Über positivere Aussichten kann sich allerdings nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa freuen. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres konnte kein Rückgang der Wirtschaft in der EU festgestellt werden.
Die ursprünglichen Prognosen sahen für Europa ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent vor, dieser Wert wurde jedoch mittlerweile auf 0,9 Prozent nach oben korrigiert. Für die Jahreswende befürchteten die Experten aus Brüssel ursprünglich eine technische Rezession – zu dieser kam es allerdings nicht in der Eurozone.
Langsameres Wachstum laut Voraussagen der OECD
Die Prognose der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sagt allerdings für die Weltwirtschaft große Unsicherheiten und ein allgemein geringeres Wachstum voraus. Nach diesen Einschätzungen wird ebenfalls die Bundesrepublik nicht von einer Rezession verschont bleiben. Mehr dazu auch unter diesem Link.
Dass die Wirtschaft in Europa und in Deutschland bis jetzt dennoch besser abschneiden konnte als zuvor angenommen, wird vor allem auf die Energiekrise zurückgeführt, die recht gut gemeistert wurde. Die Versorgungsquellen für Erdgas seien diversifiziert worden, außerdem war eine maßgebliche Senkung des Verbrauchs festzustellen. Daher kann nun auf noch gut gefüllte Gasspeicher zurückgegriffen werden. Die Preise im Großhandel befinden sich auf demselben Niveau wie vor dem Beginn des Russland-Ukraine-Konfliktes.
Dadurch hat das Rezession Risiko nachgelassen und die Befürchtungen einer Gasverknappung haben sich gelegt. Daneben befindet sich auch die Arbeitslosigkeit auf einem rekordverdächtigen Tiefstwert.
Die Prognosen für die Inflation
Aktuell ist auch das Stichwort Inflation scheinbar omnipräsent. Allerdings zeigen sich die Prognosen auch in dieser Hinsicht mittlerweile wesentlich besser als ursprünglich. Die Teuerungsrate, welche durch die EU-Kommission für das Jahr 2023 im EU-Vergleich berechnet wurde, beträgt aktuell nur noch 6,3 Prozent. Dieser Wert lag im November des vergangenen Jahres dagegen noch bei ganzen 7,5 Prozent.
Inzwischen lässt sich wieder eine starke Reduzierung der Preise für Energie im Vergleich zu den Rekordwerten des letzten Jahres feststellen. Außerdem lassen langsam die Probleme in den Lieferketten nach. Experten nehmen daher an, dass eventuell auch die EZB ihre Inflationsprognosen nach unten korrigieren wird. Für das Jahr 2023 wurde im Dezember durch die EZB vorhergesagt, dass die Verbraucherpreise um 6,3 Prozent in der Bundesrepublik ansteigen werden.
Bundesregierung überrascht mit neuem Optimismus
Ein neuer Optimismus kann auch bei der Bundesregierung festgestellt werden – zumindest, was ihre Aussagen zur Konjunktur des Landes betrifft. Für das gesamte Jahr 2023 wird aktuell mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent gerechnet.
Der Grund dafür, dass das Risiko für eine schwerwiegende Rezession nun wesentlich niedriger eingeschätzt wird, besteht darin, dass es doch nicht zu dem befürchteten Mangel an Gas durch ausbleibende Lieferungen Russlands gekommen ist.