DGAP-News: Silvia Quandt&Cie. AG, Merchant&Investment Banking /
Schlagwort(e): Sonstiges
Silvia Quandt&Cie. AG, Merchant&Investment Banking: Zwischen den
Zeilen – Bernhard Eschweiler
09.09.2011 / 09:18
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– Die Krise am Aktienmarkt droht zu einer Finanzkrise zu werden
– Zentralbanken sind die erste Vertei-digung, aber die Politik muss
folgen
– Aufstockung des EFSF wahrschein-licher als Einführung von Eurobonds
– Bessere Zahlen und schlechtere Stim-mung spalten den
Wirtschaftsausblick
Aktienmärkte sind in den letzten zwei Wochen volatil geblieben und haben in
Europa neue Tiefstände erreicht. Zu den Schuldenkrisen in Europa und den
USA und der Angst vor einer Rezession kommt nun noch die Sorge vor einer
Finanzkrise. Im Mittelpunkt stehen Europas Banken. Nicht hilfreich waren
zudem Kommentare von Politikern und schlechte Haushaltsnachrichten aus
Griechenland und Italien. Zentralbanken sind bereits am Brandherd und
werden ihr bestes tun, um eine Liquiditätskrise zu vermeiden. Der Markt
will jedoch wissen, wer am Ende die Rechnung zahlt. Die Debatte in
Deutschland zu den EU Gipfelbeschlüssen hilft der Stimmung nicht. Positiv
sind nur die bisher besser-als-erwarteten Wirtschaftszahlen für das dritte
Quartal.
Europas Banken rutschen erneut in die Krise
Die Gesundheit der Banken ist die neue Sorge am Markt. Der Cocktail von
Abschreibungen auf Staatsschulden, schlechte Ergebnisse, Gewinnwarnungen,
Rechts-verfahren und die Forderung von IWF Präsidentin Lagarde nach höherer
Kapitalisierung hat die Banken unter Beschuss gebracht. Bankaktien
stürzten und CDS Spreads klettern auf Höchstwerte. Die Banken trauen sich
auch gegenseitig weniger. Bankeinlagen bei der EZB sind auf einem
Höchststand, während viele Banken in der Peripherie, auch Italienische,
sich bei der EZB refinanzieren müssen. Die Kurve des Euribor-OIS Spreads
ist wieder so steil wie vor der Lehman Pleite. Das bedeutet, Banken leihen
sich kaum noch gegenseitig Geld für mehr als eine Woche. Amerikanische
Liquiditäts- und Kredit-Spreads der Banken sind im Vergleich nicht
annähernd so angestiegen.
Glätten der Geldmärkte ist Aufgabe der Zentralbanken. Die EZB betonte
heute, dass sie keine Liquiditäts-engpässe zulassen wird. Wie erwartet hat
die EZB das Ansteigen wirtschaftlicher und finanzieller Risiken betont.
Zinserhöhungen sind damit vom Tisch. Auf Zins-senkungen muss der Markt
aber wahrscheinlich noch länger warten. Zentralbanken sind auch unter
Druck,über Liquiditäts- und Zinsmaßnahmen hinaus einzu-greifen. Der
erste, der nachgegeben hat, war die Schweizer Nationalbank, indem sie den
SFR/EUR Kurs nach unten bei 1,20 fixierte.
Ob die Fed als nächstes folgt, ist noch unklar. Wahr-scheinlich bedarf es
noch schlechterer Wirtschaftszahlen und besserer Inflationszahlen, bevor
sich die Fed bewegt. Auch ist unklar, ob das Kaufen von Treasuries bei den
niedrigen Renditen noch viel bewirkt. Auszuschließen ist nicht, dass die
Fed auf andere Anlageformen, wie Hypotheken oder Aktien, ausweicht. Bei
der EZB geht es um die Weiterführung der Anleihekäufe. Technisch waren die
Käufe erfolgreich, aber nicht politisch, dank Berlusconis Rücknahme von
Sparbeschlüssen. Ob die EZB das Mandat bald an den EFSF abgeben kann ist
nicht sicher, wennüberhaupt. Sie wird auf jeden Fall vorsichtiger werden
und ihre Unterstützung mehr an glaubwürdige Reformfortschritte binden.
Keine Eurobonds mit Deutschland
Was immer Zentralbanken tun werden, für die Märkte werden es nur
Schmerzmittel und keine Heilmittel sein. Lösungen müssen aus der Politik
kommen und das wird nicht schnell und glattüber die Bühne gehen. Die neue
Beschäftigungsinitiative von US Präsident Obama ist ein kleiner Schritt in
die richtige Richtung. Das Programm ist größtenteils angebotsorientiert,
aber auch klein (0.2% des BIP), und wird vom Kongress wahr-scheinlich noch
gestutzt. In Europa ist man sich uneinig, was zu tun ist (siehe die
gegensätzlichen Forderungen von IWF Präsidentin Lagarde und EZB Präsident
Trichet nach mehr Stimulus und respektive mehr Sparmaß-nahmen. Das
Resultat ist Lähmung. Dabei geht es nicht nur um die Schuldenkrise,
sondern die Zukunft des Euros und wer am Ende die Rechnung zahlt.
Im Zentrum steht Deutschland. Das Verfassungsgericht hat die Klagen gegen
das Griechenlandpacket und den Rettungsfond abgelehnt, aber auch die
Wichtigkeit des Parlaments in allen Entscheidungen betont. Das stärkt den
Widerstand gegen die EU Gipfel Beschlüsse in den Reihen der Koalition.
Wahrscheinlich wird die Regierung die Abstimmung bestehen, aber das ist
nicht der letzte Test. Die Haushaltslage in der Peripherie wird sich
weiter verschlechtern. Das mag zum Teil am politischen Willen liegen, aber
besonders an der schwächeren Wirtschafts-lage. Früher oder später werden
die Mittel des EFSF nicht ausreichen. Eurobonds werden wieder auf den
Tisch kommen, aber eine deutsche Zustimmung ist unwahrscheinlich. Erstens
würden Eurobonds eine Verfassungsänderung benötigen. Zweitens gibt es
keine Mehrheit in der Koalition für Eurobonds. Drittens, selbst die
Opposition, die Eurobonds befürwortet, würde sich schwertun, mit diesem
Vorhaben eine Wahl zu gewinnen.
Wahrscheinlicher ist es, dass Deutschland eine Aufstockung des EFSF
zustimmt. Und selbst das wird wohl nur zu erreichen sein, wenn sich alle
Euro Länder auf striktere Stabilitätskriterien einigen können, wie
Schuldenbremsen und automatische Sanktionen bei Defizitverletzungen.
Deutsche Wirtschaft springt ins dritte Quartal
Die Wirtschaftszahlen der letzten zwei Wochen waren besser als erwartet.
Der US Arbeitsmarktbericht hat enttäuscht, aber die Einkaufsmanagerumfragen
und die Konsumausgaben waren besser als erwartet. In Deutschland fiel die
Arbeitslosigkeit im August weiter entlang dem Trend. Die Produktion im
verarbeitenden Gewerbe stieg um 4.5% im Juli und steht 28% (Jahresrate)über dem zweiten Quartal. Sonderfaktoren haben dazu beigetragen, aber der
wahrscheinliche Rückkopplungseffekt im August wird wohl kaum den ganzen
Anstieg ausradieren. Die Auftragseingänge fielen im Juli, das folgt jedoch
starken Zuwächsen im Mai und Juni, die auf Großaufträgen im Bereich
Flugzeug- Schiff- und Zugbau zurückzuführen sind. Ohne diesen Bereich sind
die Aufträge im Juli 11% (Jahresrate) gegenüber dem zweiten Quartal
gestiegen. Das Quartal ist statistisch noch jung, aber die Chancen sind
gut, dass das dritte Quartal stärker wird und die Auswirkungen der
Marktschwäche auf das Geschäfts- und Konsumklima erst im vierten Quartal
das Wachstum drücken.
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09.09.2011 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,übermittelt durch die DGAP – ein Unternehmen der EquityStory AG.
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