Die Anschaffung eines deutschen Schäferhundes

Der Schäferhund gehört zu den beliebtesten Rassen in Deutschland. Nicht selten werden diese Hunde auch als Arbeitstiere, zum Beispiel bei der Bundespolizei oder dem Zoll eingesetzt. Auch an Flughäfen, zum Beispiel als Drogenspürhunde, sind Schäferhunde immer wieder zu sehen. Die verschiedenen Einsatzgebiete zeigen, dass der deutsche Schäferhund ein äußerst arbeitswilliges und intelligentes Tier ist. Ein Schäferhund möchte gefordert werden. Er muss körperlich und geistig ausgelastet werden und eine konsequente Erziehung ist unabdingbar um dem Vierbeiner ein artgerechtes und schönes Leben zu schenken. Bereits vor der Anschaffung sollten sich zukünftige Besitzer darüber im Klaren sein, dass der Schäferhund kein typischer Familienhund ist, wie ein Labrador oder Golden Retriever. Auch der Schäferhund kann sich toll in eine Familie eingliedern, liebt Kinder und ist ein treuer Begleiter, allerdings benötigt der Schäferhund eine Aufgabe und muss ausgelastet werden. Anfänger in der Hundehaltung sollten sich besser nach einer anderen Hunderasse umsehen. Denn eine Sache ist gewiss. Die Erziehung eines Schäferhundes ist nicht immer einfach und erfordert viel Zeit und vor allem Erfahrung.

Die ersten Tage mit dem Welpen

Hat der kleine Schäferhund endlich sein neues Zuhause erreicht, so ist die Freude bei allen Familienmitgliedern sehr groß und am liebsten möchte die ganze Familie nun 24 Stunden mit dem süßen Welpen spielen und schmusen und auch gleich mit dem Training und der Grunderziehung starten. Was für die neuen Hundebesitzer Freude und Spaß bedeutet, bedeutet für den Welpen allerdings erstmal nur Stress. Die Fellnase wurde gerade aus ihrem bisherigen Rudel herausgerissen und befindet sich in einer fremden Umgebung. Die Unsicherheit bei Welpen zeigt sich häufig in nervösem Verhalten. Die kleinen Hunde sind aufgedreht. Hundebesitzer sollten diese Zeichen nicht missverstehen. Der Schäferhund-Welpe möchte nun nicht spielen und toben. Er benötigt im neuen Zuhause in den ersten Tagen viel Ruhe, viel Schlaf und Zeit zur Eingewöhnung. Besonders leicht kann dem Welpen der Einzug gemacht werden, wenn er direkt seinen Futterplatz und einen Trinknapf gezeigt bekommt. So muss er sich nun zumindest keine Gedanken mehr darüber machen, wo er Futter und Wasser her bekommt. Auch ein eigener Platz, eine Decke oder ein Körbchen sollten dem Welpen schon beim Einzug bereit stehen. Hier darf er sich jederzeit zurückziehen und wird in Ruhe gelassen, von allen Familienmitgliedern, mehr dazu findet sich auf DikDiks.de. Besonders wichtig ist es auch, dass kleine Kinder den Rückzugsort des Hundes respektieren. Wenn die Kinder das gleich von Anfang an lernen, dann wird es auch später nicht zu Problemen kommen.

In den ersten Tagen muss der Schäferhund-Welpe Vertrauen zu seinem neuen Besitzern aufbauen. Dies geschieht durch Spielen und Schmusen. Auch das Futter kann in der Anfangszeit ausschließlich aus der Hand gegeben werden. Hundebesitzer sollten allerdings vermeiden, dem Hund das Gefühl zugeben, dass er immer für sein Futter arbeiten muss. Der Welpe darf auch gefüttert werden, ohne ein Kommando befolgt zu haben. Es empfiehlt sich zudem, in den ersten Tagen noch nicht mit dem Training zu beginnen. Dies könnte den Welpen überfordern. Auch die Spaziergänge sollten am Anfang kurz gehalten werden und nur in der direkten Umgebung stattfinden. Auf keinen Fall sollte der kleine Schäferhund in den ersten Tagen von der Leine gelassen werden. Die Leine gibt sowohl dem Hund als auch dem Besitzer Sicherheit. Der Welpe weiß noch nicht wo er hingehört. Sollte er sich erschrecken und davon laufen, dann wird er nicht mehr nach Hause finden. Solche Situationen gilt es unbedingt zu vermeiden.

Bei Spaziergängen sollte der Welpe aber bereits Kontakte zu anderen Hunden knüpfen können. Die erste Phase der Sozialisierung sollte zwar bereits beim Züchter erfolgen, allerdings ist ein gutes Sozialverhalten gegenüber Artgenossen sehr wichtig, um später stets Freude an Spaziergängen und beim Zusammentreffen von mehreren Hunden zu haben. Allerdings sollte der kleine Welpe noch nicht so wild toben. Kurze Spielphasen sind aber in Ordnung und sogar wünschenswert. Herrchen und Frauchen müssen gerade in der Prägungsphase des Welpen darauf achten, dass er mit anderen Hunden keine schlechten Erfahrungen sammelt und auf keinen Fall gewissen wird. Dies könnte das Verhalten gegenüber anderen Hunden auf Dauer negativ beeinflussen.

Die neuen Hundebesitzer stehen nun dem Hund gegenüber in einer Verantwortung und sind auch dazu verpflichtet, den Hund zu schützen. Natürlich möchte man den Hund am liebsten gleich der ganzen Verwandtschaft und den Freunden zeigen, doch das alles bedeutet Stress für den Welpen. Der Hund sollte erst einige Tage Zeit bekommen seine neuen Besitzer kennen zu lernen, bevor Freunde und Verwandte zu Besuch kommen. Kein Hund hat es gerne wenn viele Menschen auf ihn herunterblicken und auf ihn einreden. Der Welpe könnte so schlechte Erfahrungen mit Menschen sammeln und sich später dementsprechend verhalten.

Das einzige Training was direkt vom ersten Tag des Einzugs an erfolgen sollte, ist das Stubenrein-Training. Welpen lernen relativ schnell, wo ihr Zuhause ist und ihr Instinkt sagt ihnen bereits, dass sie ihr Geschäft dort nicht erledigen. Welpen passiert allerdings hin und wieder ein Malheur, besonders wenn sie gerade aufgeregt sind oder der neue Hundebesitzer die Anzeichen noch nicht richtig deuten kann. Niemals darf der Welpe geschimpft werden, wenn er in die Wohnung gemacht hat! Veraltete Ratgeber empfehlen auch häufig die Schnauze des Hundes in die Hinterlassenschaften zu stecken. Dies grenzt allerdings an Tierquälerei und ist nicht hilfreich in der Erziehung! Hundebesitzer sollten dies unbedingt unterlassen, wenn sie die gerade aufgebaute Bindung und das Vertrauen nicht direkt wieder zerstören wollen. Bei einem solchen Malheur wird der Welpe geschnappt und direkt nach draußen gebracht. Die Stelle wird danach kommentarlos gereinigt. Wichtig ist es mit dem Welpen zu Beginn alle zwei Stunden nach draußen zu gehen. Auch nachts ist es am Anfang erforderlich aufzustehen und den kleinen Schäferhund nach draußen zu bringen. Ein Welpe kann seine Blase noch nicht so gut kontrollieren. Erledigt der Welpe sein Geschäft wie gewünscht draußen, dann wird er überschwänglich gelobt und belohnt.

Das Training mit dem Schäferhund

Schäferhunde sind sehr schlau und arbeiten sehr gerne mit ihrem Besitzer zusammen. Ist eine Bindung und Vertrauen aufgebaut, dann wird der junge Hund mit Freude lernen und alles tun um seinem Besitzer zu gefallen. Die wichtigsten Kommandos um das alltägliche Leben zu erleichtern sind natürlich Sitz, Platz und Bleib. Aber auch das Freilauf-Training bei Spaziergängen, die Sozialisierung mit Artgenossen, das Verhalten gegenüber anderen Menschen, gewöhnliche Alltagssituationen und auch das alleine bleiben, sind alles Dinge, die der Welpe möglich schnell lernen sollte. Ein junger Hund lernt wesentlich schneller und besser als ein ausgewachsenes Tier, welches bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen schon verinnerlicht hat.

Das Freilauf-Trainig

Der Welpe sollte erste von der Leine gelassen werden, wenn er seinen Namen kennt und auf diesen reagiert. Eine Schleppleine bietet eine gute Hilfe für das Training. Mit der Schleppleine bekommt der Hund entsprechend Freiraum und der Besitzer behält doch die Kontrolle. Erst wenn der Welpe an der Schleppleine abgerufen werden kann, kann die Leine auch fallen gelassen werden. In Notsituationen besteht immer noch die Möglichkeit einzugreifen. Draußen sollten so unterschiedliche Situationen trainiert werden, zum Beispiel das Verhalten bei der Begegnung mit Hunden, bei der Begegnung mit Katzen, Pferden oder anderen Tieren, der Welpe sollte auch mit Joggern und Radfahrern konfrontiert werden und auch das Verhalten bei Autos oder Motorrädern muss trainiert werden. Der Welpe sollte in jedem Fall zurückgerufen werden können und auch auf den Ausruf „Stopp“ reagieren. Zudem ist es wichtig, dass der Hund Respekt vor Autos, Motorrädern und Fahrrädern hat. Er soll allerdings auch keine Angst haben, nur in den entsprechenden Situationen zur Seite ausweichen.

Verhalten gegenüber Menschen und Hunden

Der Schäferhund ist ein großer und starker Hund, wenn er einmal ausgewachsen ist. Daher ist es sehr wichtig, dass er anderen Menschen gegenüber keinesfalls aggressiv wird. Der Hund sollte lernen, dass der Besitzer die Verantwortung trägt und der Schäferhund sein Herrchen oder Frauchen nicht verteidigen muss. In der Wohnung sollte der Hund daher nicht zuerst den Besuch begrüßen, sondern hinter den Besitzern zurück bleiben. Auch bei Spaziergängen oder Ausflügen ist es wichtig, dass der Hund nicht die Führung übernimmt, sondern dies immer auf der Seite von Herrchen und Frauchen liegt. Fühlt der Hund sich sicher und geborgen und vertraut seinen Besitzern, dann wird er nicht anzweifeln, dass diese mit allen Situationen zurechtkommen und nicht die Hilfe des Hundes benötigen. Wenn es doch einmal vorkommt, dass der Welpe anfängt fremde Menschen anzuknurren oder zu kläffen, ist es ratsam ihn aus der Situation rauszunehmen, ihn allerdings nicht zu schimpfen. So äußert der Hund nur, dass er in Ruhe gelassen werden möchte. Diese Anzeichen sollten auch respektiert werden. Knurren ist wichtig und dies sollte dem Hund nicht durch Schimpfen abgewöhnt werden, sonst könnte er in Zukunft ohne Vorwarnung schnappen. Ist der Schäferhund überfordert wird er ruhig aber bestimmend auf seinen Platz zurückgeschickt oder bei Spaziergängen hinter den Besitzer geschoben. So lernt der Hund wer alle Angelegenheiten regelt.

Alleine bleiben

Ein Hund muss es erst lernen, alleine zu bleiben. Ein Welpe sollte niemals über längere Zeit alleine zuhause bleiben, anderenfalls könnten Trennungsängste entstehen und das Training in Zukunft erschweren. Erst wenn der Welpe gelernt hat seine Blase entsprechend zu kontrollieren und sich im neuen Zuhause sicher fühlt, kann langsam mit dem Alleine bleiben begonnen werden. Am Anfang nur wenige Minuten. Später kann der Besitzer auch mal für eine halbe Stunde das Haus verlassen. Wichtig ist es das Verhalten des Hundes zu beobachten. Der Hund sollte immer entspannt und gelassen sein. Die Abwesenheitszeiten werden nur ganz langsam gesteigert. Hat der Hund allerdings einmal gelernt für einige Stunden alleine zu sein, wird man niemals Probleme bekommen. Viel Geduld und liebevolles Training sind der Schlüssel zum Ziel. Generell sollte ein Hund nicht zu oft allein gelassen werden. Hunde sind Rudeltiere und möchten am liebsten die ganze Zeit dabei sein. Hin und wieder ist es aber vollkommen in Ordnung den Vierbeiner bis zu sechs Stunden alleine zu lassen, wenn er vorher entsprechend ausgelastet wurde.

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