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Digitale Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Was hilft gegen digitale Ablenkungen?
 

Wie psychischer Stress durch Handys entsteht

Alexander Markowitz vom Institut für Informatik an der Uni Bonn hat herausgefunden, dass wir heute im Schnitt 88 Mal pro Tag auf das Handy schauen, d. h. 2,5 Stunden damit verbringen. Nur 7 Minuten davon telefonieren wir. Der Rest der Zeit fällt dem Entsperren, um „nur mal zu schauen“, Wettervorhersage, Uhrzeit, Spielen zum Opfer. Wir verzetteln und stressen uns durch die perma-nente Unterbrechung unserer Aufmerksamkeit. Bereits ein Handy, das auf dem Tisch liegt, erzeugt Unruhe. Fünf Fallen gibt es, mit denen uns die neuen Medien von Achtsamkeit für uns selbst und den Augenblick abhalten.

1. Wir sind neugierig

Unser Gehirn liebt es zu lernen, zu spielen und zu entdecken. Es ist gesund und sinnvoll, zu recher-chieren, um ein Thema zu erforschen. Indem wir den zahlreichen Verlinkungen folgen, verlieren wir jedoch das Gefühl für unseren Zeiteinsatz am PC.

Achtsamkeitsübung: Wählen Sie einen konkreten Fokus für die Aufgabenstellung und setzen Sie sich ein Zeitlimit.

2. Wir wollen dazugehören

Einer unserer ältesten und damit stärksten Instinkte stammt aus der Zeit, in der wir Menschen Menschen wurden und nur innerhalb der Gruppe überleben konnten. Darauf ist unser Gehirn heute noch gepolt. Der Eindruck, etwas zu verpassen oder sich nicht gruppenkonform zu verhalten, ver-mittelt uns das Gefühl von Gefahr.

Achtsamkeitsübung: Widmen Sie sich in jeder Woche realen Freundschaften. Mit einem Anruf, einer Aufmerksamkeit, ungeteiltem Interesse.

3. Wir lechzen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung

Kaum einem Kind wurde von seiner Familie ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt. Die Eltern waren stets beschäftigt, körperlich, oft jedoch nicht geistig anwesend. Sie haben ihr Bestes getan, doch das Bedürfnis des Kindes nach Wahrgenommenwerden wurde unzureichend erfüllt. Haben sie sich den Kindern zugewandt, dann oft, um sie zu erziehen – mit Geboten, Verboten, negativem Feedback. Nicht zu zappeln, leiser, ordentlicher, fleißiger, schneller zu sein. Die Botschaft, die bei einem Kind ankommt, lautet: „Du bist nicht richtig“. Die neuen Medien docken zielsicher an dieses Defizit an, indem sie falsche Hoffnungen auf Anerkennung und Anteilnahme durch andere we-cken.

Achtsamkeitsübung: Morgens brauchen wir als erstes eine liebevolle Geste für uns: Setzen Sie sich für fünf Minuten Stille auf Ihren Lieblingsplatz oder bringen Sie freundliche Gedanken über sich zu Papier.

4. Wir wollen glücklich sein

Das ist auch gut so. Der Glücksbotenstoff Dopamin wird jedoch bereits dann im Gehirn ausge-schüttet, wenn wir etwas Positives erwarten. Wir checken das Handy nicht, weil eine neue Nach-richt eingegangen ist, sondern weil sie eingegangen sein könnte.

Achtsamkeitsübung: Wie wäre es mit einer Liste von 30 kleinen Dingen, die uns selbst gut tun? Setzen Sie täglich etwas davon um, mit ganzer Konzentration und ausgeschalteten Medien.

5. Wir lieben Stress

Das, was wir negativen Stress nennen, entsteht durch ein „Zu viel – zu oft – zu lange“ an geistigen Aktivitäten. Kein Wunder, wenn Intranet, Facebook, Skype, XING, Dienst- und privates Handy pa-rallel bedient werden. Unser Gehirn folgt dem Prinzip „mehr von Bekanntem“. Ist das Stresshor-mon Cortisol unserem Körper vertraut, suchen wir unbewusst immer wieder nach Situationen, in denen es produziert wird.

Achtsamkeitsübung: Anstatt sich mit verbalen Beschleunigern wie „mal schnell“, „kurz“ und „muss“ durch den Tag zu hetzen, denken und sagen Sie: „langsam“, „in Ruhe“ oder „will“.

Achtsamkeit in der digitalen Welt heißt vor allem, die eigenen menschlichen Bedürfnisse gut selbst zu erfüllen.

Wohlbefinden beginnt immer im eigenen Kopf. Schon 10 Minuten am Tag genügen, um positiver durch das Leben zu gehen:

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