Digitale Wertpapiere über eigene Website selbst emittieren


 

Berlin, 10 März 2020. „Es gab zu Beginn viele Hindernisse und Unwägbarkeiten aus dem Weg zu räumen“, erläutert Christian Heinz, Gründer und CEO von Baltasaar. „Wir bewegten uns auf technologischem und rechtlichem Neuland. Um einen rechtssicheren Rahmen für den Betrieb unserer Plattform zu finden, haben wir gut ein Jahr Zeit investiert und eng mit dem Regulator zusammengearbeitet“. Die Plattform generiert für ein Finanzinstrument Stellvertreter auf einer Blockchain, sogenannte Security Token. Die Leistungspflichten des Emittenten (z.B. Zinsen oder Gewinnausschüttungen) stehen dem Besitzer des Tokens zu. Ein solcher Token verhält sich genau wie Bitcoin, fällt aber unter die Aufsicht der Finanzmarktaufsicht. Ein sogenanntes Wallet verwahrt den Token. Er kann jederzeit schnell und sicher übertragen werden, im einfachsten Fall von Handy zu Handy.

Eine Blockchain protokolliert Transaktionen unveränderlich. Token sind jederzeit handelbar und übertragbar. Es wird keine Banken- oder Börseninfrastruktur benötigt. Daraus folgt eine besondere aufsichtsrechtliche Einordnung. Nach dem Grundsatz «Substance over Form» der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, klassifiziert die BaFin Security Token als Wertpapier sui generis – als Wertpapier eigener Art. Ein Security Token fällt dadurch immer unter den Geltungsbereich des WpHG und WpPG. Der Emittent muss für ein öffentliches Angebot ein Wertpapierprospekt erstellen, oder unter Anwendung von Ausnahmeregelungen ein Wertpapier Informationsblatt.

Ein Security Token mit Wertpapierprospekt ist passportfähig. Das bedeutet der Token kann in allen 31 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums angeboten werden. „Durch die generelle Einordnung als Wertpapier ermöglichen Security Token erstmalig auch den EWR-weiten Vertrieb von Vermögensanlagen und Kommanditbeteiligungen“, hebt Heinz einen entscheidenden Vorteil der Lösung hervor.

Emittenten dürfen Security Token direkt über Ihre eigene Website anbieten. Die Baltasaar Plattform wickelt Zahlungen ab, überprüft die Identität der Investoren (KYC) und teilt die Token zu. Der gesamte Emissionsprozess wird automatisiert. Das führt zu deutlichen Kosteneinsparungen im Vergleich zu klassischen Wertpapieremissionen. Dadurch eignet sich diese Finanzierungsform auch für kleinere Emissionsvolumina. „Wir sehen das als eine Demokratisierung der Unternehmensfinanzierung. Kleinere Unternehmen erhalten einen Zugang zum Kapitalmarkt, der bisher wegen der hohen Kosten großen Unternehmen vorbehalten war“, so Heinz.

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