Dr. Günther Schöffner referiert zur 1. Nacht der Ethik an der Katholischen Universität

Die Geschichte des Studiengangs kurz erzählt: Im Jahr 2005 legt die Fakultät für Religionspädagogik der KU zum ersten Mal den in Deutschland einzigartigen Masterstudiengang „Werteorientierte Personalführung und Organisationsentwicklung“ auf, der in zwei Jahren zum „Master of ethical Management“ mit dem Abschluss „Magister Artium MA“ qualifiziert. Ziel war, der Managementlehre einen festen, werteorientierten Grundstein zu geben, der die Absolventen als Alternative zu einem klassischen MBA-Programm in eine andere Richtung weiterqualifiziert. Die in den folgenden Jahren öffentlich gewordenen Compliance-Skandale in der Wirtschaft und die auf mitunter mangelnder Werteorientierung der Manager beruhende Finanzkrise des Jahres 2009 gaben den Initiatoren des Studiengangs mit ihrer Idee absolut Recht. Doch nach dem zweiten Durchlauf 2007 bis 2009 war vorerst Schluss. Die Universität stellte den Studiengang wieder ein.

Die Universität ging in diesen Jahren selbst durch Krisen. U. a hatte sie in kurzer Zeit mehrere aufeinanderfolgende Präsidenten. So wurde beispielsweise der renommierte Wirtschaftsfachmann und Theologe Prof. Dr. Ulrich Hemel trotz vorheriger Ankündigung nicht zum Präsidenten ernannt. In dieser Zeit wollten die Initiatoren zwar den Studiengang wiederbeleben, hatten jedoch nicht die notwendige interne Unterstützung. In den letzten zehn Jahren hat der Alumni-Verein mehrere Versuche unternommen, die Hochschule zur Wiederaufnahme zu bewegen. Die Mitglieder hatten den hohen Wert und die absolute Notwendigkeit der Studienhinhalte für sich und die Wirtschaft erkannt. Unter den Absolventen waren Menschen völlig unterschiedlicher Couleur: Manager, Personalleiter, Mitglieder aus Ordensgemeinschaften, Sozialpädagogen bis hin zu Schulleitern. Ein Querschnitt durch das Wirtschafts- und Sozialleben, in dem sich die hohe Bedeutung der Studieninhalte zeigte.

Nun hat der Verein kürzlich einen erneuten Versuch zur Wiederbelebung unternommen. Im Rahmen einer Umfrage hat die Universität in Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Alumni-Vereins erkundet, welche Aktualisierungen notwendig seien, um die Inhalte des Studiengangs an die mittlerweile etwas geänderten Verhältnisse der Arbeitswelt anzupassen. Seitens der Hochschule wurde auch ein neuer Koordinator benannt, der sich mit der Neukonzeption auseinandersetzen soll. Wie die 1. Vorsitzende des Vereins Petra Adrianowytsch bei der 1. Nacht der Ethik am 20. September in den Räumen der KU mitteilte, hat die Hochschule inzwischen das Interesse bekundet, den Studiengang in absehbarer Zeit wieder aufleben zu lassen. Während der Veranstaltung mit dem Motto „Die Entscheidung – zwischen Fakten, Moral und Intuition“ referierte Dr. Günther Schöffner in einem Impulsvortrag aus dem Manageralltag. Er berichtete, wie oft Dilemma-Situationen auftreten und bei Entscheidungen zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und ethischen Belangen abgewogen werden müsse. „Dies belastet die Entscheidungsträger mental oft sehr. Menschen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit zum Überleben des Unternehmens entlassen zu müssen geht an niemandem spurlos vorbei.“. Bei der Bewältigung der Dilemmata hilft eine gute Basis an Managementethik, so Dr. Schöffner. Daher bedauerte er es sehr, als damals der Studiengang nicht weitergeführt wurde und der Wirtschaft dadurch viele potentielle Absolventen verloren gingen, die dieses wichtige Thema in die Wirtschaft hätten tragen können.

Der Verein hat mittlerweile einen Plan ausgearbeitet, um zusammen mit der Hochschule das Verfahren wieder ins Rollen zu bringen. Dabei ist die Qualität wichtiger als rasches Vorgehen. Wichtig ist, den Studiengang an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen und auf ein solides, dauerhaftes Fundament zu stellen, welches eine langfristige Option bietet. Dabei soll der Studiengang nach Vorstellung der Alumni auch praxistauglicher werden, indem verstärkt Referenten und Experten aus der Wirtschaft zu Wort kommen und die Inhalte etwas weniger rein hochschullastig sind. Die kommenden Wochen und Monate werden nun zeigen, wie die Hochschule mit dem erneuten Ansatz des Alumni-Vereins umgeht. Ganz nebenbei bietet der „Master of ethical Management“ das große Potential, als unverwechselbare USP für die einzige katholische Universität in Deutschland profilschärfend zu sein.

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