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Expertenkommission der Robert Bosch Stiftung fordert: Potenziale von Flüchtlingen besser nutzen

„Die aktuelle Flüchtlingsfrage birgt
Herausforderungen, bietet aber auch große Chancen für die deutsche
Gesellschaft“, sagte Armin Laschet, Vorsitzender der Robert Bosch
Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik, im
Vorfeld des Flüchtlingsgipfels im Kanzleramt. Die Aufnahme und
Anerkennung der Flüchtlinge müsse zügig erfolgen, um deren Bleibe-
und Integrationsperspektiven zu verbessern, so der CDU-Politiker.
„Jenen, die hier sind und bleiben, muss der Zugang zur deutschen
Gesellschaft erleichtert werden. Insbesondere der Weg in den
Arbeitsmarkt kann noch verbessert werden: Dies muss schon im
Anerkennungsverfahren in Angriff genommen werden!“

Das von der Robert Bosch Stiftung eingesetzte Gremium bringt zehn
hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
zusammen. Die Kommission tagte heute in Berlin zum zweiten Mal und
wird im Jahresverlauf Vorschläge und Handlungsempfehlungen zur Reform
der Flüchtlingspolitik erarbeiten.

Die Experten verwiesen auf die positiven Erfahrungen der
Bundesagentur für Arbeit, zum Beispiel mit dem Modellvorhaben „Jeder
Mensch hat Potenzial“. Hier gelte es, die Erfahrungen aus den
einzelnen Projekten schnell und gezielt in die Fläche und das
Regelangebot zu bringen. Das Kommissionsmitglied Heinrich Alt,
Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, verwies auf die Initiativen
seiner Institution in diese Richtung.

Die Experten betonten, dass die sichere Aufnahme von Flüchtlingen
und ihre schnelle Integration in Deutschland ein zentrales Anliegen
einer auf den Schutz von Menschenrechten zielenden Politik sein
müsse, aber durchaus auch im erklärten Eigeninteresse des Landes
liege. In Anbetracht des Fachkräftemangels und des demografischen
Wandels sollten neue Bürger willkommen sein. Das Kommissionsmitglied
Peter Clever von der Bundesvereinigung der deutschen
Arbeitgeberverbände verwies darauf, dass sich
Arbeitgeberorganisationen, die Kammern, Innungen und Verbände zu
wirksamem Flüchtlingsschutz bekennen und in dieser Frage völlig
einmütig seien.

Auch das Kommissionsmitglied Günter Burkhardt, Geschäftsführer von
Pro Asyl, stützte dieses Anliegen, forderte aber gleichzeitig, den
Flüchtlingsschutz und das Menschenrecht auf Asyl nicht durch
eigennützige Interessen der Aufnahmegesellschaft auszuhöhlen. Die
Aufnahme und Integration von Flüchtlingen sei eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die den Bund, die Länder und die
Kommunen vor große, aber lösbare Herausforderungen stelle.
Deutschland könne diese Herausforderungen durchaus bewältigen.

Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney
verwies darauf, dass auch die Anstrengungen der Länder darauf
gerichtet seien, eine schnelle Arbeitsmarktintegration von
Flüchtlingen mit Bleibeperspektive zu ermöglichen. Um die Potenziale
von Flüchtlingen zu heben, sieht die Sozialdemokratin den Bund in der
politischen und finanziellen Pflicht: „Die Zusage für eine
strukturelle Kostenbeteiligung des Bundes ist der erste Schritt in
die richtige Richtung“. Öney und Laschet machten sich gemeinsam für
die Möglichkeit stark, Asylbewerbern unter noch zu diskutierenden
Voraussetzungen einen möglichen Spurwechsel vom Asylverfahren in die
Arbeitsmigration zu ermöglichen, um so ihre Potenziale besser zu
nutzen.

Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen
unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. Sie investiert jährlich
rund siebzig Millionen Euro in die Förderung von ca. 800 eigenen und
fremden Projekten aus den Gebieten der Völkerverständigung, Bildung,
Gesellschaft und Kultur sowie Gesundheit und Wissenschaft. Insgesamt
hat die Stiftung seit ihrer Gründung 1964 mehr als 1,2 Milliarden
Euro für ihre gemeinnützige Arbeit eingesetzt.

Die Robert Bosch Stiftung setzt die gemeinnützigen Ziele des
Firmengründers und Stifters Robert Bosch (1861-1942) fort. Sie hält
rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und
finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung
erhält. Die Stiftung hat ihren Sitz im ehemaligen Stuttgarter
Wohnhaus von Robert Bosch. Dort und in ihrer Berliner Repräsentanz
beschäftigt sie rund 140 Mitarbeiter.

www.bosch-stiftung.de

Pressekontakt:
Michael Herm
Pressereferent
Kommunikation
Robert Bosch Stiftung GmbH
Heidehofstraße 31
70184 Stuttgart
Telefon: 0711/46084-290
Fax: 0711/46084-10290
michael.herm@bosch-stiftung.de

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