Finanzierungsmöglichkeiten für Selbstständige

Viele Menschen träumen in Deutschland von der Selbstständigkeit – keine klassischen Arbeitszeiten, mehr Freiheiten, ein höheres Maß an Eigenverantwortung und eine gute Chance auf ein höheres Einkommen. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr laut statista 1,43 Millionen Selbstständige – mit steigender Tendenz. Doch die Selbstständigkeit ist besonders zu Beginn nicht rosig und so kann es passieren, dass viele Selbstständige die Gründungsphase nicht überstehen. Neben einer kreativen Geschäftsidee, einem durchdachten Business-Plan und einem gewissen Geschäftsgeist, benötigen Selbstständige vor allem Geld.

Im Idealfall haben Sie ausreichend Eigenkapital zur Verfügung, um die meisten Ausgaben zu decken. Experten raten Selbstständigen, bei einer Existenzgründung mindestens 20 % der notwendigen Investition aus eigenen Geldressourcen zu decken. Nun stellt sich die Frage, woher Sie den Rest des benötigten Kapitals beschaffen, da Banken in der Regel ohne festes Einkommen nur selten Geld leihen.

In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten für Selbstständige.

1.       Business Angels & Venture Capitalists

Die Business Angels helfen Ihnen dabei, Ihre Geschäftsidee in die Realität umzusetzen. Hierbei sucht der Gründer gezielt nach einem oder mehreren Investoren für sein Vorhaben. Doch ganz ohne Gegenleistung funktioniert das nicht – die Geldgeber erhalten eine Beteiligung an den Gewinnen des Unternehmens. Der Vorteil lautet, dass Sie neben Geld auch das Know-how der Privatpersonen erhalten, die Sie unterstützen, da sich unter den Business Angels sehr viele Geschäftsleute mit Fachwissen finden. Ein weiterer Vorteil lautet, dass Sie den Kredit nicht direkt in Form von Geld zurückzahlen – jedoch hat der Geldgeber ein hohes Mitspracherecht und Sie treten Firmenanteile ab. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert Venture Capitalists, obwohl hier in der Regel noch höhere Summen vergeben werden.

2.       Crowdfunding

Eine recht moderne und immer beliebtere Form von Finanzierung für Existenzgründer und Beschäftigte ist das Crowdfunding. Anstatt, dass hier 2-3 Privatpersonen einen gewissen Betrag zur Verfügung stellen, wird Ihre Geschäftsidee durch die „Crowd“, also die Masse finanziert und jeder steuert einen kleinen Betrag bei. Meist ist es schon möglich, sich ab 100,- EUR an der Finanzierung eines Unternehmens zu beteiligen. Hierfür gibt es eine Reihe von Online-Marktplätzen, auf denen Existenzgründer die Anleger von ihrem Projekt begeistern können. Der größte Vorteil ist die Geschwindigkeit der Finanzierung – beim Crowdfunding ist das Geld bereits nach einigen Tagen auf dem Konto, während der Prozess der Kreditaufnahme bei der Bank wesentlich bürokratischer abläuft. Es gibt übrigens verschiedene Formen der Rückzahlung – entweder erhält der Anleger das geliehene Geld zurück, Anteile am Unternehmen oder einen anderen Gegenwert.

3.       Kredit von der Hausbank

Eine weitere Möglichkeit, die Liquidität für die Selbstständigkeit zu sichern, ist ein Kredit von der Hausbank. Wie bereits erwähnt, haben es Existenzgründer aufgrund der strengen Vergabekriterien nicht einfach, einen Kredit zu erhalten. Wir empfehlen Ihnen, einen umfangreichen Business- sowie Finanzplan zu erstellen. Das hilft nicht nur Ihnen, sich eine bessere Übersicht über die Ausgangslage zu schaffen, sondern hilft auch, die Bank davon zu überzeugen, dass Ihr Geschäftsmodell rentabel und die Geschäftsidee gut durchdacht ist. Besonders bei höheren Kreditsummen ist wichtig, dass Sie über Sicherheiten verfügen. Dazu gehören zum Beispiel Kapitallebensversicherungen, Fahrzeuge oder auch eine Bürgschaft. Auch dingliche Sicherheiten zählen, wie zum Beispiel Fahrzeuge oder Maschinen.

Wir empfehlen, den Kredit bei einer Online-Bank aufzunehmen. Aufgrund der niedrigeren Kostenstruktur erhalten Sie hier eher einen Kredit. Auch P2P-Kredite können infrage kommen.

4.       KfW-Kredit & Förderprogramme

Der Kredit bei der Hausbank ist nicht die einzige und auch nicht die günstigste Kreditoption. Auch der Bund beziehungsweise die Bundesländer können Ihnen dabei helfen, den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen. Hierfür gibt es spezielle Förderkredite, die sich durch günstige Konditionen und eine lange Laufzeit auszeichnen. Abgesehen davon, dass die Zinssätze über mehrere Jahre konstant bleiben, können Sie sogar Ratenpausen einlegen – eine sehr kulante Regelung, die bei traditionellen Hausbanken häufig nicht möglich ist. Zu den bekanntesten Förderkrediten gehört der KfW-Kredit. Mehr Informationen entnehmen Sie hier.

5.       Gründungszuschuss & Einstiegsgeld

Die letzte Finanzierungsmöglichkeit, die wir für Selbstständige präsentieren, ist der Gründungszuschuss beziehungsweise das Einstiegsgeld und richtet sich an Menschen, die sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen, also Empfänger von ALG I und II. Beim Gründungszuschuss erhalten Sie sechs Monate lang zusätzlich zum ALG I einen Betrag in Höhe von 300,- EUR. Es besteht die Möglichkeit, nach Ablauf der sechs Monate diesen Betrag für noch weitere neun Monate zu erhalten. Maximal können Sie also 15 Mal à 300,- EUR erhalten. Das Einstiegsgeld ist der staatliche Zuschuss für Empfänger von ALG II. Es berechnet sich auf Basis des bisherigen monatlichen Regelbedarfs und darf maximal 24 Monate lang ausgezahlt werden.

Bei beiden dieser Zuschüsse lohnt es sich besonders, einen guten Business-Plan vorzulegen, da die Zahlungsdauer im Ermessen des Sachbearbeiters im Jobcenter liegt.

Fazit

Mit der Existenzgründung erfüllen sich viele Menschen einen Traum, jedoch ist der Weg in die Selbstständigkeit besonders hinsichtlich der Finanzierung oft schwer. In diesem Beitrag haben wir einige Finanzierungsmöglichkeiten aufgelistet, die Ihnen die Existenzgründung erleichtern können. Diese reichen von einer staatlichen Förderung bis hin zur Finanzierung durch Privatpersonen. In jedem Fall lohnt es sich, so viel Eigenkapital wie möglich zu nutzen, damit der Kreditbetrag umso niedriger ausfällt. Auch Online-Vergleichsportale wie Financer bieten Finanzierungsmöglichkeiten sowie Tipps für Selbstständige.

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