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FreieÄrzteschaft: „Arztpraxen sind nicht McDonald–s“

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank wittert
Morgenluft: Mit neuen Geschäftsmodellen wie etwa „Franchise-Praxen“
will sie sich Berichten zufolge direkt in den Gesundheitsmarkt
einklinken. Die Freie Ärzteschaft (FÄ) kann sich darüber nur wundern:
„Die Apobank besitzt weder medizinische Kompetenz noch ist sie zur
vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt“, sagte FÄ-Vorsitzender
Wieland Dietrich am Montag in Essen.

Besonders befremdlich findet Dietrich zudem das angedachte
Franchise-Modell, wie es etwa Fast-Food- und Coffee-Shop-Ketten
betreiben. „Arztpraxen sind nicht McDonald–s oder Starbucks.“ Dass
die Apobank auf solche Geschäftsideen komme, liege vermutlich auch
daran, dass sie aufgrund ihrer betriebswirtschaftlichen Einsichten in
Praxisfinanzierungen feststelle, dass die wirtschaftlichen
Schwierigkeiten zunehmen und es immer schwerer wird, Nachfolger für
Praxen zu finden.

Doch nicht nur das: Der Ideenvorstoß der Apobank sei auch ein
Affront gegen die ärztliche Unabhängigkeit und die zunehmend
kritische Diskussion in der Ärzteschaft über die Kommerzialisierung
im Gesundheitswesen. Auf den jüngsten Deutschen Ärztetagen sei sehr
deutlich geworden, dass Renditeorientierung und ökonomische
Fremdbestimmung in der Medizin nichts zu suchen hätten. „Die
Apobank“, betont Dietrich, „konterkariert damit ärztliche Interessen
und träte mit eigenen Praxen oder MVZ in Konkurrenz zu ihren Kunden.“

Die Freie Ärzteschaft fordert daher ärztliche Mandatsträger im
Aufsichtsrat der Apobank auf, sich aus ihrer Tätigkeit für die Bank
zurückzuziehen, sollte diese derartige Geschäftsideen
weiterverfolgen. Auch alle Ärzte seien aufgerufen, ihre
Geschäftsbeziehungen mit der Apobank zu prüfen. „Als
Kapitalunternehmen würde die Apobank mit eigenen Praxen oder MVZ
einen unfairen Wettbewerb anstoßen“, betont der FÄ-Chef. „Zudem
würden dem Kapitalmarkt Tür und Tor geöffnet, denn dann könnten auch
andere Banken sich in den Gesundheitsmarkt einmischen – das dürfen
wir nicht zulassen.“

Über die Freie Ärzteschaft e.V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den
Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und
zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene
Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt:
Tel.: 0176 49963803, E-Mail: presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de

Original-Content von: Freie Ärzteschaft e.V., übermittelt durch news aktuell

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