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Gegen Millionenverluste: So versichert sich der Fußball

Im Profifußball ist im Prinzip alles versicherbar: Ob Aufstieg, Abstieg, Verletzungen, Sportinvalidität oder das prominenteste Beispiel der letzten Bundesliga Saison – das Verpassen eines internationalen Wettbewerbs. “Nach der zweiten deutschen Meisterschaft in Folge schloss Borussia Dortmund 2012 eine Einnahmeausfallversicherung für die Champions League sowie eine Spielerausfallversicherung ab”, nennt Marcus Ruske, Versicherungsexperte von Knip, ein Beispiel für Versicherungen im Profifußball. Ruske weiter: “Mit rund 3 Verletzungen pro Jahr gehört Profifußball zu den gefährlichsten Berufssportarten in Deutschland. Höher ist das Verletzungsrisiko nur beim Eishockey. Dementsprechend wichtig ist ein passender Versicherungsschutz, sowohl für den Verein, als auch für die Spieler selbst.”

Die Prize-Idemnity-Versicherung
Mit dieser Entschädigungspolice lassen sich nicht erfolgte Einnahmen versichern. Bestes Beispiel ist Borussia Dortmund. Wie eingangs erwähnt, sicherte sich der BVB so gegen das Verpassen der Champions League ab. In der Saison 2014/15 nahmen die Schwarz-gelben durch Erreichen des Viertelfinales rund 35 Millionen Euro ein. Diese Summe setzt sich aus dem Vermarktungspool der Fernsehübertragungen, Siegprämien und dem Startgeld zusammen. Über die Versicherungsprämie, welche der BVB zahlte, ist indes nichts bekannt.

FIFA- und DFB-Spielerversicherung
Die Abstellung von Spielern für Länderspiele sorgt wegen des Verletzungsrisikos bei den Vereinen immer wieder für Unmut. Karl-Heinz Rummenigge und der FC Bayern können ein Lied davon singen. Der Niederländer Arjen Robben verletzte sich im WM Finale 2010 so schwer, dass er seinem Verein ein halbes Jahr nicht zur Verfügung stand. Seit dem 1. September 2012 zahlt die FIFA Versicherungsprämien von insgesamt 100 Millionen Dollar. Im Verletzungsfall erhält ein Spieler bis zu 27 000 Dollar pro Tag und maximal 9,7 Millionen Dollar Pro Jahr. Bereits vor der FIFA hat der Deutsche Fußball Bund seine Nationalspieler mit einer Police in Millionenhöhe abgesichert. Denn die Versicherung des Weltverbandes greift erst nach vier Wochen und der Verband-Berufsgenossenschaft zahlt maximal 213 Euro pro Tag. Viel zu wenig, bei Monatsbezügen von Durchschnittlich 100 000 Euro in der Bundesliga, wobei die meisten Nationalspieler deutlich mehr verdienen. Zusätzlich sichert die Versicherung des DFB Nationalspieler vor Sportinvalidität ab.

Die Hooligan-Versicherung
Ein chinesischer Versicherer bot zur letzten Weltmeisterschaft einen umfassenden Versicherungsschutz für alle “Nebenwirkungen” des Turniers an. Verängstigte Fans konnten sich gegen drohende Prügel von wild geworden Hooligans absichern. Der Versicherer aus Fernost bot sogar eine sogenannte “Overdrinking-Versicherung” an, für etwaige ambulante Kosten durch zu starken Alkoholgenuss. Ein Wiener Versicherungsunternehmen hingegen schlug seinen Kunden zur Europameisterschaft 2008 einen Vandalismusversicherungsschutz vor.

Die TV-Ausfall-Versicherung
Vielen Fußballfans ist die Übertragungspanne beim Halbfinale der Europameisterschaft 2008 zwischen Deutschland und der Türkei sicherlich noch in Erinnerung. Rund 29,54 Millionen Zuschauer sahen eine dramatische Partie, bei der es zu einer 18 minütigen Unterbrechung des Fernsehbildes kam. Für Fans ärgerlich, für die Verantwortlichen hätte es ohne eine Sendeausfallversicherung sicherlich noch ärgerlicher und vor allem teurer werden können, beispielsweise wegen Werbeverträgen, die nicht eingehalten werden konnten. Diesen Versicherungsschutz gibt es schon seit den 1970 Jahren, als die erforderliche Technik für den Satellitenempfang noch brandneu und sehr fehleranfällig war.

Die WM-Ausfall-Versicherung
Brasilien investierte in die Weltmeisterschaft im eigenen Land umgerechnet 10,5 Milliarden Euro. Allein der Stadienbau verschlang 2,34 Milliarden Euro. Rund 3,2 Milliarden Menschen verfolgten die Spiele am Fernseher, PC oder Smartphone – im Durchschnitt 188 Millionen Zuschauer pro Spiel. Das Finale zwischen Deutschland und Argentinien sahen 695 Millionen Haushalte. Für die Übertragungsrechte flossen circa 3 Milliarden Euro. Bei diesen exorbitanten Zahlen lässt sich erahnen, was eine Verschiebung oder gar ein Ausfall des Großereignisses gekostet hätte.

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