Gehaltszuwachs in Deutschland liegt 2020 bei 3,0 Prozent – Langjährige reale Wachstumsrate in China viermal so hoch (FOTO)


 

In 2020 liegt der nominale Gehaltszuwachs in Deutschland bei
3,0 Prozent, das inflationsbereinigte Plus beläuft sich auf 1,3 Prozent. Die
Inflationsrate fällt in 2020 mit 1,7 Prozent etwas höher aus als in 2019 mit 1,5
Prozent. Die höchsten nominalen Steigerungsraten in 2020 verzeichnen mit jeweils
3,0 Prozent die Branchen High-Tech und Life Sciences, gefolgt von der chemischen
Industrie mit 2,9 Prozent, der Konsumgüterbranche mit 2,8 Prozent und dem
Automotive-Sektor mit 2,7 Prozent. Dies sind die Ergebnisse der weltweiten
Vergütungsstudien, für die Mercer branchenübergreifend die Entwicklung der Löhne
und Gehälter untersucht. Basis der Studie ist die globale Vergütungsdatenbank
von Mercer, die Daten von 15 Millionen Stelleninhabern aus mehr als 25.000
Organisationen umfasst.

“Vor dem Hintergrund der jüngsten Tarifabschlüsse in der
chemisch-pharmazeutischen Industrie sowie den aktuellen Herausforderungen
beispielsweise in der deutschen Automobilindustrie werden die tatsächlichen
Grundgehaltssteigerungen für einzelne Bereiche wohl eher niedriger ausfallen und
andere Komponenten wie zusätzliche Urlaubstage oder Langzeitkonten eine größere
Rolle spielen”, erklärt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei Mercer in
Deutschland. “Insgesamt wird die Investitionsbereitschaft der deutschen
Unternehmen durch internationale Handelskonflikte, den Brexit und die politische
Konstellation in Deutschland gedämpft. Dies bedeutet, dass die Unternehmen auch
bei den Personalausgaben vorsichtiger sind, was sich in den stabilen
Gehaltssteigerungen von etwa 3,0 Prozent zeigt”, so Gruhle weiter.

Die Gehaltsentwicklungen für unterschiedliche Mitarbeitergruppen bleiben in
deutschen Unternehmen in 2020 stabil. Für Executives und Manager liegt die
Steigerung bei 3,0 Prozent, bei Fachkräften steigen die Löhne und Gehälter
ebenfalls um 3,0 Prozent. 90 Prozent der Unternehmen planen Gehaltserhöhungen
anhand der individuellen Leistung ihrer Mitarbeiter, die Performance der
Organisation spielt zu 57 Prozent eine Rolle. Die Dauer der
Unternehmenszugehörigkeit hat hingegen nur zu 3,0 Prozent Einfluss auf die
Gehaltsentwicklung der Mitarbeiter.

Im Zeitraum von 2012 bis 2019 liegt der durchschnittliche nominale
Gehaltszuwachs in Deutschland bei 24 Prozent, der reale Gehaltszuwachs bei
lediglich 11 Prozent. Damit bleibt Deutschland hinter den Wachstumsraten von
Ländern wie China deutlich zurück. In China ist in diesem Zeitraum eine
durchschnittliche nominale Gehaltssteigerung von 73 Prozent und ein reales
Wachstum von 45 Prozent zu verzeichnen. Auch die USA liegen mit einem nominalen
Gehaltswachstum von durchschnittlich 26 Prozent leicht vor Deutschland, das
reale Wachstum beläuft sich aber ebenfalls auf 11 Prozent.

“Globale Trends wie die –Gig Economy–, die digitale Transformation,
Entgelttransparenz und Lohngerechtigkeit gehören auch für deutsche Unternehmen
zu den größten Herausforderungen”, erklärt Gruhle. “In den Bereichen Engineering
& Science, Sales & Marketing sowie im Technologiesektor sind Mitarbeiter
besonders schwierig zu rekrutieren und an die Organisation zu binden.
Entscheidend für die Unternehmen ist es daher, die Vergütungsstruktur so
anzupassen, dass sie wettbewerbsfähig ist und sowohl den Mitarbeitern als auch
den Unternehmen eine entsprechende Flexibilität bietet”, so Gruhle weiter. Zudem
muss man laut Gruhle beachten, dass es trotz einer durchschnittlich geplanten
Erhöhung von etwa 3,0 Prozent durchaus Mitarbeitergruppen gibt, in denen
aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Spezialisten deutlich höhere
Gehaltssteigerungen festzustellen sind.

Durchschnittlicher realer Gehaltszuwachs in Osteuropa mit 1,2 Prozent etwas
höher als in Westeuropa

In Osteuropa werden für Russland in 2020 Gehaltssteigerungen von 7,0 Prozent
prognostiziert, das inflationsbereinigte Plus bei Löhnen und Gehältern beläuft
sich auf 3,5 Prozent. In Polen gibt es in 2020 keine Gehaltszuwächse, da sowohl
die nominale Steigerungsrate als auch die Inflationsrate bei 3,5 Prozent liegen.
In der Türkei bleibt den Menschen aufgrund der hohen Inflationsrate von 12,6
Prozent nur 3,4 Prozent mehr Gehalt im Portemonnaie.

Im Vergleich mit den osteuropäischen Ländern sind die Inflationsraten in
Westeuropa deutlich niedriger. Die Steigerungsraten beim realen Gehaltszuwachs
fallen moderat aus: Italien verzeichnet 1,5 Prozent, Spanien und die Schweiz 1,4
Prozent, Deutschland 1,3 Prozent. Mitarbeiter in Frankreich erhalten real 1,2
Prozent mehr Gehalt. In Großbritannien und den Niederlanden sind es 1,1 Prozent
und in Österreich 0,9 Prozent.

Gehaltsentwicklungen im internationalen Vergleich

In Asien ist eine durchschnittliche Inflationsrate von 3,5 Prozent zu
verzeichnen sowie eine reale Zuwachsrate bei Löhnen und Gehältern von 2,6
Prozent. In Nord- und Südamerika bleibt der reale Gehaltszuwachs mit
durchschnittlich 0,9 Prozent weit hinter dem Wert für Asien zurück, die
Inflationsrate liegt mit 5,0 Prozent höher als in Asien.

In der Region Naher Osten und Afrika ist für 2020 bei den realen
Gehaltsentwicklungen ein Minuswachstum von 1,0 Prozent zu verzeichnen. Der Grund
hierfür: In einigen Ländern dieser Region (zu diesen Ländern gehören
beispielsweise Angola, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Nigeria, Yemen
und Zimbabwe) ist die Inflationsrate in den vergangenen drei Jahren höher als
die nominalen Gehaltssteigerungen.

“Durch Faktoren wie den Handelsstreit zwischen USA und China sowie die unklare
Situation in Großbritannien wird die internationale wirtschaftliche Entwicklung
negativ beeinflusst”, kommentiert Gruhle. “Auch das Wirtschaftswachstum in China
hat sich in 2019 deutlich abgeschwächt. Weitere globale Unsicherheitsfaktoren
sind der Nahost-Konflikt, volatile Ölpreise sowie beispielsweise die andauernden
Proteste in Hongkong”, so Gruhle.

Die Entwicklung der Gehälter in Europa bleibt trotz der globalen Einflüsse
weiterhin weitgehend stabil. “Für Westeuropa wird in 2020 ein durchschnittlicher
realer Gehaltszuwachs von 1,1 Prozent prognostiziert, in Mittel- und Osteuropa
liegt dieser Wert mit 1,2 Prozent etwas höher”, betont Gruhle. “Insgesamt ist
die Entwicklung in Europa beständig, allerdings zeigen Regionen wie Asien mit
einem inflationsbereinigten Plus von 2,6 Prozent deutlich mehr Dynamik, wenn
auch geringer als im Vorjahr.”

Einen Link zum Download der Infografik finden Sie unter http://ots.de/cGKEMT.

Über Mercer (www.mercer.com)

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Anforderungen in den Bereichen Gesundheit, Wohlstand und Karriere in einer sich
wandelnden Arbeitswelt zu erfüllen. Mit mehr als 25.000 Mitarbeitern in 44
Ländern ist Mercer in über 130 Ländern tätig. Mercer ist ein Tochterunternehmen
der Marsh & McLennan Companies (NYSE: MMC), dem weltweit führenden Anbieter von
professionellen Dienstleistungen zu den Themen Risiko, Strategie und HR. Mit
einem Jahresumsatz von knapp 17 Mrd. USD und mit 76.000 Mitarbeitern weltweit
hilft Marsh & McLennan Companies seinen Kunden dabei, in einem immer
dynamischeren und komplexeren Umfeld erfolgreich zu agieren. Zu Marsh & McLennan
Companies gehören auch Marsh, Guy Carpenter und Oliver Wyman. Für weitere
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