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Geschwistertrio gewinnt Jugend-forscht Bundessonderpreis der CBM

Großes Engagement und Einfallsreichtum zeichnen die Preisträger des Sonderpreises der Christoffel-Blindenmission (CBM) „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ in diesem Jahr aus. So wurden auf Landesebene 14 Projekte in den beiden Kategorien „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ vergeben.
Vier Preisträger werden im Rahmen der Jahrespressegespräche in Bensheim und Potsdam auch mit dem Bundes-Sonderpreis geehrt. CBM-Direktor Dr. Rainer Brockhaus sagte in seiner Laudatio: „Alle Jungforscher verbessern mit ihren Arbeiten den Alltag von Menschen mit Behinderungen oder tragen dazu bei, das Verständnis für Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zu erhöhen. So ermutigen sie andere, sich für die Inklusion stark zu machen.“
Autismus verstehen
Der erste Preis in der Kategorie „Jugend forscht“, der mit 300 Euro dotiert ist, geht an die drei Brüder Henning (14), Stephan (14) und Carsten Roschinski (16) des Regino Gymnasiums in Prüm/Rheinland-Pfalz. Sie haben eine Informationsplattform im Internet rund um das Thema Asperger-Autismus geschaffen (www.asperger-wahrnehmung.de). Dabei untersuchten sie systematisch unterschiedliche Wahrnehmungen und übersetzten sie in allgemein verständliche Beispiele. So kann der Leser selbst erfahren, wie ein Asperger-Autist die Welt erlebt. Die interaktive Webseite dient der Aufklärung der Öffentlichkeit zum Thema Asperger-Autismus und nutzt bewusst die technischen Möglichkeiten, um Vorurteilen und Fehlinterpretationen entgegenzutreten.
Rainer Brockhaus betonte: „Die Schüler haben es geschafft, eine gute Balance zu halten zwischen der allgemeinen Information und den individuellen Unterschieden jedes einzelnen Menschen. Ich hoffe, das Projekt findet viele Nachahmer!“
Eigene Stimme erhalten
Der zweite Bundes-Sonderpreis der CBM mit einem Preisgeld von 200 Euro geht in diesem Jahr an die Auszubildenden Miriam Vogel (19) und Alexander Schmidt (19) der Robert Bosch GmbH aus Waiblingen/Feuerbach, Baden-Württemberg. Sie entwickelten für Kehlkopf-Krebspatienten die Möglichkeit weiterhin ihre eigene Stimme nach der Operation über ein Computerprogramm zu nutzen. Dazu soll zukünftig die Stimme vor dem chirurgischen Eingriff aufgezeichnet werden. Eine Software erkennt die Gesichtspartien, eine zweite die Lippenbewegungen. Damit lernt das Programm Lippen zu lesen. Mit Hilfe einer Webcam und eines Lautsprechers werden diese Bewegungen wieder in Töne umgesetzt. Die Weiterentwicklung für Smartphones ist geplant.
Rainer Brockhaus hob hervor: „Jedes Jahr verlieren 4.000 Menschen in Deutschland ihre Stimme durch Kehlkopfkrebs. Die beiden Bosch-Auszubildenden tragen mit ihrer Erfindung wesentlich dazu bei, dass die Betroffenen ihre Stimme und damit einen wichtigen Teil ihrer eigenen Identität und Persönlichkeit auch nach einer Operation bewahren können. Damit helfen sie eine große soziale Barriere abzuschaffen!“
Mitreden ermöglichen
Den mit 300 Euro dotierten ersten Preis in der Kategorie „Schüler experimentieren“ (Schüler bis 14 Jahre) erhält Dominik Koblischke. Der 13-jähige Bremer Schüler der Oberschule „In den Sandwehen“ baute für seinen Freund, der an fortschreitendem Muskelschwund leidet, eine elektrische Meldehilfe für den Unterricht. Sie ist am Rollstuhl angebracht und einfach mit Schaltern zu bedienen. Verschiedenfarbige Lampen zeigen an, dass der Junge sich am Unterricht beteiligen möchte oder dass er die Unterstützung seines Helfers braucht.
„Die Arbeit zeigt viel Empathie und Erfindergeist“, so Brockhaus. „Mit einfachen Mitteln wurde eine große Wirkung erzielt. Der Preisträger beweist, wie leicht es oft ist, Barrieren abzubauen. Ich wünsche mir, dass sich viele andere davon inspirieren lassen.“
Gartenarbeit erleichtern
Mit dem zweiten Preis der CBM auf Bundesebene in der Kategorie „Schüler experimentieren“ wird Melissa Arweiler (14) aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Sie erhält den mit 200 Euro dotierten Preis für ihren Laub-Aufspießer mit mechanischer Abstreiffunktion. Die Schülerin des Ravensberger Gymnasiums Herford baute ein Gartengerät aus Holz und Nägeln, das beim Aufsammeln von Blättern im Garten hilft. Ein im Stiel eingebauter Mechanismus ermöglicht, die gesammelten Blätter problemlos von den Spitzen gleiten zu lassen.
Brockhaus lobte: „Melissa hat aufmerksam beobachtet, das Problem erkannt und eine effektive Lösung entwickelt. So erleichtert sie es Menschen mit Rückenproblemen, weiterhin einer so beliebten Freizeitbeschäftigung wie der Gartenarbeit nachzugehen. Das hat Vorbildcharakter!“
Eine Milliarde Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis zeichnet kreative Studien und Erfindungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen. Nach Prämierung auf Landesebene hatten alle Teilnehmer die Chance, den ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten.
Die CBM ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Fachorganisation anerkannt und hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Mehr Informationen unter www.cbm.de

Weitere Informationen unter:
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