Erfurt, 22. Juli 2026 – Vor zwei Jahren übernahm Heike Moll als erste Frau den Vorsitz des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn (KBR DB AG) – ein Novum in der Geschichte dieses Gremiums. Dieses Jahr endete infolge der Betriebsratswahlen die reguläre Amtszeit der Wahlmandate, wozu auch der KBR-Vorsitz gehört. Aus diesem Grund kamen die Mitglieder des KBR DB AG am 21. Juli 2026 in Erfurt zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen, um aus ihrer Mitte heraus einen Vorsitz zu wählen. Heike Moll wurde erneut für das Amt vorgeschlagen und einstimmig wiedergewählt.
Zudem wurden die vier stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Laatsch (DB AG Holding), Thorsten Gollkowski (DB JobService GmbH), Thomas Brandt (DB InfraGO AG) und Manfred Scholze (DB Fernverkehr AG) gewählt.
Gemeinsam bilden Heike Moll und ihre vier stellvertretenden Vorsitzenden die Geschäftsführung des KBR DB AG.
Ralf Damde (DB Regio AG), von 2024 bis 2026 stellvertretender Vorsitzender, scheidet aus der KBR-Geschäftsführung aus. Der KBR DB AG bedankt sich für sein besonderes Engagement und die stets konstruktive Zusammenarbeit.
In der neuen Amtsperiode sieht sich der KBR DB AG mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Die Krise der Deutschen Bahn ist noch nicht überwunden und der Konzernumbau bringt diverse Restrukturierungs- und Transformationsprozesse mit sich. Ob der unternehmerische Ansatz, den DB-Chefin Evelyn Palla verfolgt, tatsächlich die erhoffte sowie notwendige Trendwende bringen wird, bleibt noch abzuwarten.
Der KBR DB AG unterstützt grundsätzlich Maßnahmen, die den DB-Konzern aus der Krise führen können – seien es die aktuellen Sofortprogramme, um kurzfristig spürbare Effekte zu erzielen, oder Umstrukturierungen, die langfristig wirken sollen. Jedoch darf der Weg aus der Krise nicht zulasten der Beschäftigten gehen, wie Heike Moll klar herausstellt: „Unsere Kolleginnen und Kollegen halten den Laden trotz aller Widrigkeiten zusammen. Sie haben mehr als eindrucksvoll bewiesen, was sie leisten können. Dieses Engagement und diesen Willen muss der Arbeitgeber würdigen, indem er ihnen eine echte Perspektive bietet.“
Heike Moll sieht neben dem Konzernvorstand ebenso die Politik in der Pflicht, wenn es um das Thema Perspektiven geht. Mit seiner „Agenda für zufriedene Kunden“ hat der Bund seinen Fokus klar auf die Kunden gelegt. Allerdings hat er als Eigentümer auch eine Verantwortung gegenüber den Beschäftigten der Deutschen Bahn, wie Heike Moll anmerkt: „Die politischen Entscheidungsträger müssen sich darüber im Klaren sein, dass wir immer auch über Menschen reden, wenn es um die Zukunft der Bahn geht.“ Weiter ergänzt sie: „Der Rotstift ist schnell gezückt, wenn man am Schreibtisch Kennzahlen auf dem Papier bewertet. Passende Kennzahlen allein halten den DB-Konzern aber nicht zusammen. Vielmehr sind die Beschäftigten das wahre Herz der Bahn.“