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Helaba-Studie „S-Finanzgruppe – Kreditversorgung: Gemeinsam allem gewachsen“

Der Marktanteil der
Sparkassen-Finanzgruppe bei der Kreditvergabe an inländische
Nichtbanken überragt mit 36 Prozent den anderer Bankengruppen
deutlich. „Sparkassen und Landesbanken sind somit erste Wahl bei den
Kreditkunden in Deutschland. Hier zeigt sich die starke
realwirtschaftliche Verankerung der Sparkassen-Finanzgruppe“,
kommentiert Herbert Hans Grüntker, Vorsitzender des Vorstands der
Helaba, die Ergebnisse der aktuellen Studie der Helaba-Volkswirte
„S-Finanzgruppe – Kreditversorgung: Gemeinsam allem gewachsen“.

Bei Unternehmenskrediten liegt der Marktanteil der
Sparkassen-Finanzgruppe mit 40 Prozent noch höher. Die regional
agierenden Institute können ihre lokalen Kreditnehmer besser
einschätzen und eine langfristige Beziehung aufbauen. Dies zeigt sich
deutlich an der Fristigkeit der gewährten Kredite. Sie werden bei
Sparkassen und Landesbanken zu einem größeren Anteil mittel- bis
langfristig vergeben als bei den Kreditbanken. „Die dezentral
konzipierte Sparkassen-Finanzgruppe stellt damit auch unter
Nachhaltigkeitsgesichtspunkten das Rückgrat der
Unternehmensfinanzierung in Deutschland dar“, betont die Autorin der
Studie, Barbara Bahadori.

Garant der Mittelbeschaffung für Kommunen

Inzwischen spielen Gemeinden als Kreditnehmer bei Banken eine
größere Rolle als die Bundesländer. Kommunen schultern über 50
Prozent der jährlichen Sachinvestitionen und sind auf verlässliche
Partner bei der Finanzierung angewiesen. Als Bankengruppe sind
Landesbanken und Sparkassen mit einem Anteil von 45 Prozent mit
Abstand die Hauptfinanzierer der Kommunen in Deutschland.

Wohnungsbaukredite beleben Kreditvergabe an Privatkunden

Der Erwerb von Wohneigentum ist das Hauptmotiv für Privatkunden,
einen Kredit aufzunehmen. Das zunehmende Bedürfnis nach Wohneigentum
und das günstige volkswirtschaftliche Umfeld sind ursächlich für die
in den letzten Jahren gestiegenen Privatkundenkredite. Die historisch
enge Bindung zu Privatkunden ist bei den Sparkassen weiterhin
spürbar. Entsprechend hoch ist hier der Marktanteil der Sparkassen im
Privatkundengeschäft mit 29 Prozent.

Konsolidierung im Bankgewerbe

Das Umfeld für den Bankensektor verändert sich kontinuierlich.
Besonderen Einfluss hat die Digitalisierung. Einerseits sorgt sie für
enorme Effizienzsteigerungen z.B. bei der Abwicklung des
Zahlungsverkehrs. Andererseits verursachen u.a. das Nebenaneinander
verschiedener Zahlungssysteme sowie die Entwicklung neuer digitaler
Prozesse immense Kosten. „Insbesondere aufgrund des hohen
Kostendrucks im Bankensektor kam es bereits in den vergangenen
Jahrzehnten zu vielen Zusammenschlüssen“, betont Dr. Gertrud R.
Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. Im genossenschaftlichen Sektor
reduzierte sich die Institutszahl in den letzten zwanzig Jahren um
fast 1.400 auf 875 besonders stark. Bei Sparkassen war die
Ausgangslage deutlich niedriger. Doch auch hier kam es zu Fusionen
vieler Häuser. Anfang 2019 gab es mit 385 Sparkassen etwa 200
Institute weniger als 1999. Trotz dieser Konsolidierung verfügen die
Sparkassen mit rund 9.800 Filialen immer noch über das größte
Filialnetz.

Unterschiedliche regionale Marktstellung der Sparkassen

In zehn Bundesländern finden sich überdurchschnittliche
Marktanteile der Sparkassen von 30 Prozent und mehr bei der
Kreditvergabe an inländische Nichtbanken wieder. In Bremen sind sie
mit 55 Prozent sogar der unangefochtene regionale Platzhirsch. Auch
im Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind die
Sparkassen überdurchschnittlich vertreten und stellen zwischen 37
Prozent bis 43 Prozent der Kredite an inländische Nichtbanken zur
Verfügung. Nordrhein-Westfalen als größtes Bundesland ist ebenfalls
ein „Sparkassenland“ bei einem Marktanteil von 37 Prozent.

Sparkassen-Finanzgruppe – wichtiger Standortfaktor für ein
föderales Deutschland

Sparkassen und Landesbanken stärken die föderale Struktur
Deutschlands. Die Bundesländer schöpfen ihre Lebenskraft aus der
regionalen Wirtschaftsentwicklung. Um sie zu erhalten und zu fördern,
bedarf es aktiver Kommunen und Unternehmen sowie ihrer Finanzierer
vor Ort. Hier sorgt eine starke Sparkassen-Finanzgruppe für
Wettbewerb und günstige Kreditbedingungen.

Gleichwohl kam es bereits in der Vergangenheit zu
Zusammenschlüssen bei Sparkassen und Landesbanken. „Diese
marktgesteuerten Prozesse sollten innerhalb des
öffentlich-rechtlichen Bankensektors genutzt werden, da sie
wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen und zur Stabilisierung des
Finanzsystems beitragen. Strukturveränderungen in der Volkswirtschaft
werden die Banken auch künftig herausfordern. Sparkassen und
Landesbanken sind dieser Aufgabe gewachsen, wenn sie gemeinsam
kreative und solide Lösungen entwickeln“, resümiert Herbert Hans
Grüntker.

Hinweis an die Redaktionen: Die Publikation ist online unter
www.helaba.com/de/research abrufbar.

Pressekontakt:
Mike Peter Schweitzer
Presse und Kommunikation

Helaba
Landesbank Hessen-Thüringen
Girozentrale
MAIN TOWER
Neue Mainzer Str. 52-58
60311 Frankfurt
Tel.: 069/9132-2877
Fax: 069/9132-4335
e-mail: mikepeter.schweitzer@helaba.de
Internet: www.helaba.de

Original-Content von: Helaba, übermittelt durch news aktuell

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