Illegale Kältemittel untergraben Klimaschutzbemühungen: EFCTC ruft im Rahmen der Messe Euroshop zu Gegenmaßnahmen auf

Die F-Gas-Verordnung der EU aus dem Jahr 2014 verpflichtete die Industrie, die FKW bis 2030 durch ein strenges Quotensystem schrittweise um fast 80 Prozent zu reduzieren. Illegale FKW untergraben derzeit jedoch die deutschen und europäischen Fortschritte zur Umsetzung der gemeinsamen Klimaziele.

Die Messe Euroshop bietet Anlass, sich mit diesem kritischen Thema auseinanderzusetzen. Die Europäische Umweltagentur (EUA) veröffentlichte kürzlich Zahlen zum Handel mit FKW, die jedoch ausschließlich auf legal gemeldeten Daten basieren. Gemäß dieser Angaben verläuft der Abbau der Fluorkohlenwasserstoffe erfolgreich. Die Autoren des Berichts gehen davon aus, dass die Menge an legalen FKW in der EU bei einem Treibhauspotential von rund 111,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent liegt. Dagegen schätzt die Environmental Investigation Agency (EIA) die FKW-Menge auf ein Kohlendioxid-Äquivalent von 119 Millionen Tonnen, ein Unterschied von sieben Prozent. Die tatsächlichen Zahlen könnten sogar noch höher liegen, befürchten einige Akteure in der Industrie.

Um die Probleme mit den illegalen FKW-Importen zu adressieren, wird EFCTC vom 16. bis 20. Februar 2020 auf der Messe Euroshop in Düsseldorf vertreten sein und die Risiken des fortbestehenden Schwarzmarktes thematisieren.

FKW finden überwiegend in Kälte- und Klimaanlagen Verwendung, aber auch als Treibmittel in Sprays, Schäumen, Dämmstoffen und als Feuerlöschmittel.

Zollbeamte beschlagnahmen regelmäßig illegales FKW, das auch in großen Mengen im Internet angeboten wird. Die Verkäufer verschleiern hierbei ihre Angebote, etwa mit irreführenden Bildern auf Online-Marktplätze und vertreiben diese weiter. Auf dem Schwarzmarkt werden Zylinder und Verpackungen als legale Produkte umetikettiert, versteckt in doppelten Versandbehältern in Schiffen, Autos und Transportern.

„Händler können sich an ein paar einfache Regel halten, um sicherzustellen, dass sie legal importierte Kältemittel beziehen“, erklärt Vink. „Kältemittel sollten ausschließlich von seriösen Händlern stammen und die Flaschen müssen mit dem EU-Zertifikat gekennzeichnet sein. Bietet jemand FKW in Einwegbehältnissen an, sind diese mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit illegal. Außerdem sind Besitzer von Kühlgeräten gemäß der F-Gas-Verordnung verpflichtet, die Wartung ihrer FKW zu dokumentieren.“
„Als Teil der Lösung des Problems haben wir eine Action-Hotline eingerichtet, um illegale F-Gas-Produkte und den illegalen F-Gas-Handel zu melden. Jeder Händler kann damit vertrauenswürdige Ansprechpartner über verdächtige FKW-Angebote informieren“, so Tim Vink. „Mit dem Konzept dieser Melde-Hotline haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Bislang sind über 200 Meldungen wegen illegaler Aktivitäten bei uns eingegangen. Auf diese Weise können Unternehmen sich und andere vor illegalen Produkten schützen und zum Klimaschutz beitragen.“ Auf Grundlage der eingegangenen Meldungen werden Informationen an die Vollzugsbehörden in den EU-Staaten und das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) weitergeleitet.

Die EFCTC-Hotline zur anonymen Meldung illegaler F-Gas-Produkte und illegalem F-Gas-Handel ist erreichbar unter: https://efctc.integrityline.org/index.php

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