InsurTech Briefing Q4/2019: Rekordjagd im Schlussquartal ungebrochen

Köln, 5. Februar 2020 – Die weltweiten Investitionen in Insurtech-Unternehmen beliefen sich im Jahr 2019 auf eine Summe von 6,37 Milliarden US-Dollar – das ist rund ein Drittel der Gesamtinvestments in Insurtechs seit 2012. Das vierte Quartal 2019 trägt mit Finanzierungszusagen von rund zwei Milliarden US-Dollar verteilt auf 75 Transaktionen maßgeblich zu diesem Höchststand bei. Das geht aus dem Willis Towers Watson InsurTech Briefing Q4/2019 hervor. Willis Towers Watson gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions.

„Neben dem weiter rasanten Anstieg der Investitionen war das Insurtech-Jahr 2019 insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sich einzelne Startups zu klaren Marktführern in ihren Segmenten entwickelt haben“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson Deutschland. „Allerdings gibt es nicht nur Erfolgsgeschichten: Wir haben in den vergangenen drei Jahren 184 Startups gezählt, die den Geschäftsbetrieb einstellen mussten, vermuten aber, dass wir hier nur die Spitze des Eisbergs sehen.“

Teurere Finanzierungsrunden und ein deutsches „Einhorn“
Nicht nur bezüglich der Gesamtinvestitionen sticht das vergangene Jahr hervor, auch die einzelnen Finanzierungsrunden haben sich verteuert. „Alleine im vierten Quartal 2019 haben wir vier Finanzierungsrunden über 100 Millionen US-Dollar gezählt“, erklärt Niki Winter, Director und Digitalisierungsexperte bei Willis Towers Watson. „Die Anzahl der Finanzierungsrunden über 40 Millionen US-Dollar hat sich von 13 in 2017 auf 38 in 2019 nahezu verdreifacht.“ Eine Konsequenz dieser Entwicklung: Im Laufe des vergangenen Jahres haben sich fünf Insurtechs durch verschiedene Finanzierungsrunden zu Einhörnern entwickelt – Startups, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Erstmals gehört mit wefox auch ein deutsches Insurtech in diese Kategorie.

Betrachtet man die Anzahl der Insurtech-Investitionen weltweit, so reiht sich Deutschland auf Platz fünf der weltweiten und Platz zwei der europäischen Insurtech-Märkte ein. Neben wefox konnte mit ottonova ein weiteres deutsches Insurtech eine signifikante Finanzierungsrunde jenseits der 40-Millionen-US-Dollar-Marke abschließen. Hier spiegeln sich globale Trends auch in Deutschland wider: Alle Transaktionen über der 40-Millionen-US-Dollar-Marke in Deutschland fanden im Jahr 2019 statt.

Schadenbearbeitung im Fokus
Im aktuellen InsurTech Briefing steht außerdem die Schadenbearbeitung als letztes Element der Wertschöpfungskette im Fokus. Neben der Vorstellung ausgewählter Insurtechs aus diesem Segment enthält das Briefing Beiträge zur Modernisierung und Automatisierung der Schadenbearbeitungsprozesse. Obwohl die automatisierte End-to-End-Schadenbearbeitung für einfache Schadenfälle inzwischen in einigen Unternehmen Einzug gehalten hat, wird dieser Ansatz nicht für alle Szenarien funktionieren. Schadenssachbearbeiter werden für Fälle, die ein komplexes menschliches Urteilsvermögen oder persönliches Einfühlungsvermögen in den Kunden erfordern, unerlässlich bleiben. Die zuverlässige Identifikation dieser Fälle ist eine zentrale Herausforderung für automatisierte Schadenbearbeitungsprozesse, um eine effektive Interaktion zwischen Sachbearbeiter und Maschine zu gewährleisten.

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