Internal Fraud – Generation Z die neuen Kriminellen?

Generation Z – ein bequemes, aber falsches Narrativ

In Gesprächen mit Geschäftsführungen, HR-Verantwortlichen und Compliance-Abteilungen taucht immer wieder dieselbe Aussage auf:

„Mit der Generation Z wird das alles schwieriger.“

Schwieriger – möglicherweise. Gefährlicher – dafür gibt es keine belastbare Grundlage.

Es existiert keine valide Statistik, die belegt, dass die Generation Z häufiger oder intensiver betrügt als andere Altersgruppen. Der ACFE-Report differenziert klar nach Position, Gelegenheit und Kontrollmechanismen – nicht nach Geburtsjahrgängen.

Dass sich dieses Narrativ dennoch hält, hat einen einfachen Grund: Es ist bequem. Und es lenkt von der eigentlichen Verantwortung ab.

PEAK-Insight: Wer Generationen verantwortlich macht, übersieht strukturelle Ursachen.
Praxisimpuls: Fragen Sie nicht, wer betrügen könnte, sondern wo Betrug möglich wäre.
Der kritischste Moment: der erste Verdacht

Die tatsächliche Relevanz der Generation Z liegt nicht im Verhalten, sondern im Arbeitsumfeld, in dem sie überdurchschnittlich präsent ist.

Die digitale Transformation hat Arbeitsprozesse effizienter, schneller und flexibler gemacht – gleichzeitig jedoch neue Verwundbarkeiten geschaffen:

– cloudbasierte Systeme statt physischer Akten
– hybride und mobile Arbeitsmodelle statt Präsenzstrukturen
– dezentrale Endgeräte statt klar abgegrenzter Arbeitsplätze
– deutlich mehr Zugriffsrechte, Schnittstellen und Geschwindigkeit

Was dabei häufig nicht im selben Tempo mitentwickelt wurde, sind klare, nachvollziehbare Kontroll- und Governance-Strukturen.

Nicht aus Misstrauen, sondern aus unternehmerischer Verantwortung.

Die Generation Z ist in diesem Kontext weder Täter noch Risikofaktor, sondern eine zentrale operative Nutzergruppe dieser Systeme.

PEAK-Insight: Digitalisierung ohne Kontrolle ist kein Fortschritt.

Praxisimpuls: Entwickeln Sie Kontrolllogiken parallel zur Einführung neuer Systeme – nicht erst nach einem Vorfall.

Was die ACFE-Zahlen tatsächlich offenlegen
Potenzielle Vorteile der Maßnahmen:

Eine nüchterne Analyse des ACFE-Reports zeigt ein klares Muster:

– Rund 50 % aller Fraud-Fälle entstehen durch
– 43 % der Fälle werden durch interne Hinweise entdeckt – häufig erst, wenn bereits erheblicher Schaden entstanden ist

Fraud entsteht in der Praxis selten durch spektakuläre kriminelle Energie. Er entsteht dort, wo Prozesse unklar sind, Verantwortlichkeiten verschwimmen und niemand mehr eindeutig zuständig ist.

Interne Hinweise sind wichtig – sie sind jedoch ein Notmechanismus, kein belastbares Schutzsystem.

PEAK-Insight: Wer auf Hinweise wartet, reagiert zu spät.

Praxisimpuls: Investieren Sie in Prävention statt in nachträgliche Schadensbegrenzung.
Der kritischste Moment: der erste Verdacht

Aus der Praxis zeigt sich immer wieder: Der größte Schaden entsteht nicht durch den Fraud selbst, sondern durch den Umgang mit dem ersten Verdacht.

Typische Reaktionen lauten:

„Das ist vermutlich ein Missverständnis.“
„Wir klären das intern.“
„Wir wollen niemanden unnötig belasten.“

Diese Aussagen sind menschlich nachvollziehbar – unter Risikogesichtspunkten jedoch hochproblematisch.

Ab diesem Moment geht es nicht mehr nur um Aufklärung, sondern um Beweissicherung, Haftungsfragen und den Schutz aller Beteiligten, einschließlich der Geschäftsführung.

Professionelles Vorgehen bedeutet:

– frühzeitige Einbindung externer juristischer Expertise
– strukturierte wirtschaftsforensische Analysen
– saubere Dokumentation und belastbare Beweissicherung

Nicht zur Eskalation, sondern zur Objektivität.

PEAK-Insight: Neutralität schützt mehr als Loyalität.
Praxisimpuls: Handeln Sie beim ersten Verdacht so, als müssten Sie Ihr Vorgehen später nachvollziehbar erklären.

Fazit: Führung heißt, Klarheit zuzulassen
Internal Fraud ist kein Generationenthema. Er ist ein Führungs-, Struktur- und Verantwortungsthema.

Moderne Arbeitsmodelle erfordern moderne Kontrollsysteme. Vertrauen benötigt Struktur. Und Klarheit erfordert den Mut, externe Expertise frühzeitig einzubinden.

Organisationen, die hier professionell agieren, schützen nicht nur Vermögenswerte. Sie sichern ihre Kultur, ihre Führungskräfte und ihre Glaubwürdigkeit.

PEAK-Insight: Kontrolle zerstört Vertrauen nicht – sie stabilisiert es.

Praxisimpuls: Kommunizieren Sie Kontrolle als Schutz, nicht als Misstrauen.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie sich beim Lesen an Situationen aus Ihrem eigenen Unternehmen erinnert fühlen, ist das kein Zufall. Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Risiko existiert, sondern wie früh Sie es erkennen und wie professionell Sie damit umgehen.

Wir unterstützen Geschäftsführungen, Führungskräfte, HR- und Compliance-Verantwortliche dabei,

– Fraud-Risiken realistisch einzuordnen
– moderne Arbeitsmodelle forensisch sauber abzusichern
– Verdachtsfälle strukturiert, neutral und rechtssicher zu begleiten

PEAK-Insight: Klarheit ist kein Zufallsprodukt.

Praxisimpuls: Sprechen Sie früh darüber – bevor andere es für Sie tun.