Kündigungsreport 2026: In weniger als zehn Minuten getrennt

Kündigungsreport 2026: In weniger als zehn Minuten getrennt
 

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Aktuelle HR WORKS Studie analysiert, wie Arbeitgeber Entlassungen kommunizieren. 

Fast zwei Drittel der Entlassungsgespräche dauern maximal zehn Minuten.

Nur ein Drittel der Entlassenen bekommt die Gelegenheit, die eigene Sichtweise darzustellen.

Für viele Beschäftigte in Deutschland, die von ihrem Arbeitgeber entlassen werden, endet das Arbeitsverhältnis kurz und knapp. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Kündigungsreports 2026 des HR-Software-Unternehmens HR WORKS. Für die Studie wurden 6.093 Beschäftigte in Deutschland befragt, darunter 825 Personen, die in den vergangenen fünf Jahren entlassen wurden. Gemäß der Studienergebnisse dauern 63 % der Entlassungsgespräche höchstens zehn Minuten. Zugleich findet nur eine knappe Mehrheit der Entlassungen persönlich statt: 59 % der Betroffenen wurde in einem direkten persönlichen Gespräch gekündigt. 22 % erhielten ihre Entlassung schriftlich. 11 % wurde sie in einem digitalen Videogespräch mitgeteilt, 8 % am Telefon.

Die gewählte Form der Entlassung hat großen Einfluss darauf, wie Beschäftigte den Vorgang rückblickend bewerten. Wird die Entlassung persönlich ausgesprochen, empfinden 64 % der Betroffenen diese Form als angemessen. Bei schriftlichen Entlassungen sind es nur noch 34 %, 55 % halten diese dagegen für unangemessen. Am schlechtesten schneiden telefonische Entlassungen ab: Nur 28 % derjenigen, die am Telefon von ihrer Kündigung erfahren, halten dieses Format für angemessen, 49 % für unangemessen.

Nur gut ein Drittel erhält die Möglichkeit, die eigene Sichtweise zu äußern

Die kurze Dauer der Trennungsgespräche spiegelt sich in der Bewertung der Gesprächsqualität wider. 53 % der Entlassenen bezeichnen das Gespräch rückblickend als rein formal. Dagegen sagen nur 45 %, sie seien respektvoll behandelt worden. Auch an Dialog mangelt es aus Sicht vieler Betroffener: Nur etwas mehr als ein Drittel (34 %) kann die eigene Sicht darstellen. Die Gründe für die Entlassung wurden 42 % der Betroffenen nachvollziehbar erklärt, während 26 % dieser Aussage widersprechen.

Eine zentrale Rolle im Entlassungsgespräch übernehmen die direkten Führungskräfte. In 54 % der Fälle ist die Führungskraft bei der Entlassung anwesend. In 40 % der Fälle spricht sie die Entlassung auch selbst aus. Damit stehen Führungskräfte häufiger im Zentrum des Kündigungsgesprächs als Geschäftsführung oder HR-Abteilung. Ein Mitglied der Geschäftsführung ist zum Beispiel nur in etwa jedem dritten Gespräch (34 %) dabei und spricht auch nur in 33 % der Fälle die Trennungsabsicht aus. Die Personalabteilung, die nur bei jedem dritten Gespräch vertreten ist, spricht die Entlassung lediglich in 22 % der Fälle aus. Betriebsräte spielen in den erfassten Entlassungsgesprächen eine deutlich kleinere Rolle: Nur 11 % der Entlassenen geben an, dass ein Mitglied des Betriebsrats anwesend war. Ebenfalls 11 % berichten, dass ein Kollege oder eine Kollegin am Gespräch teilnahm.

Empathie und Fairness werden häufig kritisch bewertet

Die emotionale Qualität der Entlassungsgespräche fällt in der Rückschau der ehemals Beschäftigten gemischt aus. In Sachen Wertschätzung bewerten 37 % der Betroffenen das Verhalten ihrer Gesprächspartner positiv, 29 % negativ. Noch kritischer ist das Bild bei Empathie und Fairness. Nur 28 % bewerten die Gesprächsführung als empathisch, während 37 % sie negativ einschätzen. Auch hinsichtlich Fairness fällt die Bilanz schlecht aus. 29 % bewerten ihr Gegenüber in dieser Hinsicht positiv, 38 % allerdings negativ.

„Trennungsgespräche gehören zu den schwierigsten Aufgaben für Führungskräfte. Genau deshalb sollten Unternehmen Führungskräfte und HR-Verantwortliche darauf vorbereiten. Wer eine Entlassung ausspricht, muss klar sein, aber auch respektvoll, nachvollziehbar und offen für die Perspektive des Entlassenen. Ein rein formaler Ablauf wird der Situation oft nicht gerecht“, so Ivana Baumann, Director HR & Recruiting bei HR WORKS.

Über die Studie

Der Kündigungsreport 2026 von HR WORKS untersucht, wie Entlassungen in Deutschland aus Sicht der Beschäftigten ablaufen. Im Fokus der Studie steht, wie Unternehmen im Trennungsprozess kommunizieren und welche Folgen dies für die Betroffenen hat. Im April 2026 wurden 6.093 Beschäftigte mittels einer standardisierten Online-Umfrage durch das Marktforschungsinstitut Bilendi befragt. 825 dieser Befragten wurden eigenen Angaben zufolge in den vergangenen fünf Jahren entlassen. Befragt wurden Menschen zwischen 18 und 69 Jahren. Das Durchschnittsalter der entlassenen Befragten liegt bei 45 Jahren. Die Studie deckt Unternehmensgrößen von Kleinbetrieben bis Großunternehmen ab.

Mit über 3.000 Kunden zählt HR WORKS zu den erfolgreichsten deutschen Software-Anbietern für Human Resources (HR). Das Unternehmen bietet seit über 25 Jahren eine einfache und rechtssichere HR-Lösung, die auf KMU-Bedürfnisse abgestimmt ist. Zum Funktionsumfang zählen Personalverwaltung, Zeitwirtschaft, Reisekostenmanagement, Payroll und Personalentwicklung. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeitende an den Standorten Freiburg, Frankfurt und Berlin.