Mitteldeutsche Zeitung: zu Feuerwehrreform

Die Reform wird verstärken, was mit Gemeindefusionen
begann: Die Identifikation vor Ort wird schwächer. In Dörfern, wo die
letzte Kneipe längst geschlossen, der letzte Chor längst verstummt
ist – da ist die Feuerwehr die letzte Bastion des Dorflebens. Dort
kommt man zusammen, da schafft man zusammen, da entsteht
Zusammengehörigkeit. Was wird daraus ohne Feuerwehr? Diese Frage wird
die Reform nicht beantworten. Die Politik muss sich ihr dennoch
stellen.

Pre

Mitteldeutsche Zeitung: zu Olympia-Bilanz

Der gesamte Vorgang erlaubt einen Blick auf den
bedenklichen Zustand des deutschen Sports. Die Politik gibt Geld und
benennt dafür Zielvorgaben, die in etwa so realistisch sind wie ein
Champions-League-Triumph des FC Augsburg. Zur Einordnung: 86
Medaillen haben in London nur die USA und China erreicht, und selbst
China nur mit Ach und Krach. Angesichts solch unsinniger Zahlen darf
man davon ausgehen, dass die Vorgabe nie den Zweck hatte, als Maßstab
für künftige F&ouml

NRZ: Sicher ist sicher – Kommentar zur Polizei von Michael Minholz

Die Forderungen des Münsteraner Polizeipräsidenten
dürften der puren Personal-Not geschuldet sein. Nachvollziehbar sind
sie nicht, zumindest was die Folgen für einen ganz normalen
Autofahrer angeht. Hubert Wimber und seine Kollegen in den deutschen
Polizeipräsidien möchten, dass ihre uniformierten Kollegen künftig
nicht mehr ausrücken, wenn sich vor der Haustür ein Blechschaden
ereignet hat. Er glaubt, es reiche aus, wenn die Unfallbeteiligten

Allg. Zeitung Mainz: Hasenfuß-Troika / Kommentar zur SPD

Der Name Troika stammt aus dem Russischen und
bedeutet ein Gespann mit drei Zugtieren. Die Idee der SPD, mit
einemDreiergespann in den Vorwahlkampf zu ziehen, hatte durchaus
Charme: Das Gespann repräsentierte eine breit aufgestelle Volkspartei
und bot die Chance, der mächtigen und populären Kanzlerin die Stirn
zu bieten. Doch die Stärke hat sich in Schwäche verwandelt, denn
mittlerweile haftet der Troika etwas Ängstliches, Zauderndes an. Wer
soll denn nun das

WAZ: Romney geht mit Ryan volles Risiko – Leitartikel von Dirk Hautkapp

Ab sofort fliegen im amerikanischen
Präsidentschafts-Wahlkampf die Funken. Die Nominierung des
Abgeordneten Paul Ryan für den Job des Vize-Präsidenten an der Seite
des Republikaners Mitt Romney ist das, was ein Kanister Benzin für
offenes Feuer wäre: hoch explosiv. Kein anderer US-Politiker verfolgt
so missionarisch sozial tiefgekühlte Konzepte wie der mächtige
Finanzexperte aus Wisconsin. Ryan will die staatlichen Renten-,
Sozial- und Krankenversicherung

Allg. Zeitung Mainz: PR-Strategie / Kommentar zur Praxisgebühr

Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul",
sagt der Volksmund. Bei der Debatte um die Abschaffung der
Praxisgebühr sollten das Volk der Kassenpatienten dies gleichwohl
sehr genau tun. Nichts eignet sich nämlich mehr als solche
symbolträchtigen Abgaben, um mit ihnen Politik zu machen. FDP und SPD
setzen die Union mit diesem Thema unter Druck, weil sie wissen, dass
es unter Patienten und Ärzten kein ungeliebteres
gesundheitspolitisches Instrument gibt als di

Der Tagesspiegel: Rechtspopulisten wollen vor Berliner Moscheen demonstrieren

Berlin – Die rechtspopulistische Partei Pro
Deutschland will am kommenden Samstag vor Berliner Moscheen
protestieren. Die Aktion steht unter dem Motto "Hasta la vista,
Salafista". Dem Vernehmen nach wollen Parteimitglieder die
umstrittenen Mohammed-Karikaturen zeigen. Das Datum ist provokant
gewählt: Muslime feiern das Ende des Ramadan. Mit dem Zeigen dieser
Bilder hat Pro Deutschland eine Reihe übler Auseinandersetzungen
provoziert, zahlreiche Polizisten waren schwer

Westdeutsche Zeitung: Welche Ideenüberleben das Sommerloch? = von Martin Vogler

Einst tauchte stets im August das Ungeheuer
Nessie aus dem dunklen Wasser seines schottischen Sees auf.
Ersatzweise schickten Marsmännchen ein Lebenszeichen. Dann wussten
wir, das Sommerloch ist da. Heute gibt es zwar immer noch
Spekulationen über Leben auf fremden Planeten, doch jetzt besetzen
eher Politiker das Sommerloch. Sie tun das geschickt, indem sie mit
teils absurden Wortmeldungen auf sich aufmerksam machen. Der Ruf nach
dem unabhängigen Staat Bayern gehört daz

Frankfurter Rundschau: Zur Situation der SPD-Troika:

Lange wird die SPD ihre Aufführung unter dem
Titel Troika nicht mehr spielen können. Die Hoffnung der
Parteigranden, die Öffentlichkeit bis Januar in Spannung darüber zu
halten, welcher herausragende Sozialdemokrat denn nun die Partei in
ihrem 150. Jahr in den Wahlkampf führen darf, erfüllt sich nicht. Zu
misstrauisch beäugen sich die drei potenziellen Kandidaten Gabriel,
Steinbrück und Steinmeier. Zu penibel wird jede Aussage der drei
daraufhin ab

Berliner Zeitung: Zu Kanzlerin Merkel und der Koalition in Berlin:

Wenn die Krise Deutschland erreicht, wird es vor
allem darum gehen, um Europa zu kämpfen. Zu zeigen, dass es dem Land
nicht wegen des Euro schlechter geht, sondern wegen einer falschen
Strategie zur Bekämpfung seiner Krise. Dann muss man die Menschen
sammeln und sie für einen neuen Aufbruch in ein wirklich geeintes
Europa begeistern. Das werden nicht viele können; Angela Merkel
aber ganz gewiss nicht.

Pressekontakt:
Berliner Zeitung
Bettina Urbanski
Telefon: +49