Wird der Kanal überhaupt gebraucht? Im Gegensatz zur
europäischen Fernwasserstraße Elbe mangelt es der Saale schlicht an
wirtschaftlicher Bedeutung. Nur wenige der Firmen, die an ihren Ufern
siedeln, könnten und würden den Fluss als Transportweg nutzen.
Auch der Kanal würde die Saale nicht ganzjährig schiffbar machen.
Dazu müsste umfangreicher in die Struktur des Flusses eingegriffen
werden – zu hohen Kosten und mit weitreichenden Folgen fü
Wer genauer hinsieht, wird erkennen, dass auch das
Schloss Bellevue inzwischen mehr an einen Bunker erinnert als an den
Amtssitz des Bundespräsidenten. Wie Sauerland im Rathaus hockt
Christian Wulff im Schloss und versteht nicht, dass er als
Bundespräsident den Deutschen längst verloren ist. Wie Sauerland
Gesicht und Stimme für Duisburg war, war es Christian Wulff für
Deutschland. Auch im Fall Wulff ist beides perdu. Auch sein
Gesichtsverlust ist irreversibel.
Die Duisburger setzten den stur an seinem Sessel
klebenden Rathauschef ab; in Hamburg kippten Bürger eine ungeliebte
Schulreform; die Stuttgarter brachten das umstrittene Bahnhofsprojekt
an den Rand des Scheiterns. Stehen wir vor einer neuen Art von
Bürger-Demokratie?
Klar ist: Während fast allen politischen Parteien die Mitglieder
davonlaufen, haben örtliche Initiativen für (oder gegen) konkrete
Projekte immer mehr Zulauf. Sie holen die Politik aus den
Hinterz
Immer mehr Familienbetriebe beschäftigen immer mehr
Rentner. Das ist eine gute Nachricht. Altes Eisen, wertvolles Eisen.
Familienbetriebe sind meist gute Betriebe. Die soziale
Marktwirtschaft lebt von ihnen. Sie sind mit ihrer Balance zwischen
Risiko und persönlicher Verantwortung der Gegenentwurf zur
(Casino-) kapitalistischen Industrie. Eigentümer-Unternehmer
denken nicht an morgen, sondern an übermorgen. Darum gehen die
allermeisten verantwortungsvoll u
Der akademische Nachwuchs in Deutschland kommt im
europäischen Vergleich zu spät an die Hochschule und bleibt dort
meist zu lange. Dieser Befund brachte die Bildungspolitiker in
Bewegung: "Turbo-Abi" nach nur zwölf Schuljahren, anschließend an der
Hochschule in nur drei Jahren den Bachelor-Abschluss bauen – und ab
auf den Arbeitsmarkt.
Doch wozu diese Hetze, wenn der bildungshungrige Nachwuchs
zunächst im Stau steht? Wer keine Spitzennoten im Abitur h
Die Verabschiedung des Sparprogramms war für die
griechischen Politiker ein Kraftakt. Und doch ist das Votum nur ein
erster Schritt. Denn nun kommt es darauf an, die Sparbeschlüsse und
Reformen umzusetzen. Das wird nicht leicht. Zumal Griechenland vor
einem Wahlkampf steht. Im April sollen die Wähler an die Urnen gehen.
Für keine der beiden bisher dominierenden Parteien dürfte es dann
zu einer Mehrheit reichen. Das bedeutet langwierige
Koalitionsverhandlungen,
In Nordrhein-Westfalen macht sich die rot-grüne
Koalition daran, die Instrumente der Bürgerbeteiligung zu schärfen.
Sie waren stumpf geworden und taugten allenfalls zur
Pseudo-Mitsprache. Viel zu hohe Hürden führten dazu, dass das Volk
seit dem Streit um die Koop-Schule vor über 30 Jahren kein Begehren
mehr durchbrachte. Überholte Quoren zeigen dem Souverän seine Grenzen
auf.Das passt nicht mehr in die Zeit. Wo Politikverdrossenheit steigt
und Wahlbet
Bitte keine vermeintlichen Wohltaten! Die
Krankenkassen tun gut daran, ihre Versicherten nicht mal schnell mit
Prämien zu beglücken. Auch wenn Minister Bahr und
CDU-Gesundheitsexperte Spahn dazu aufrufen. Wenn es jetzt
Geldgeschenke gibt, könnten umso schneller Zusatzbeiträge für die
Versicherten folgen. Denn die Auszahlung von Prämien verursacht
Verwaltungskosten. Flaut dann noch die Konjunktur ab, haben die
Kassen kein Finanzpolster, auf das sie zugreifen k
Die Zahl der Studierenden in den ersten vier
Semestern hat sich in den letzten zehn Jahren um mehr als 50 Prozent
erhöht, die Zahl derer, die mehr als sieben Jahre lang an den
Hochschulen bleiben, hat sich mehr als halbiert: Aus einer
Lebensweise, die mancher gern fast eine Dekade lang pflegte, ist eine
Episode im Lebenslauf geworden, die die meisten Studierenden als
Ellbogenkampf um Seminarplätze, Praktika und Medien in Erinnerung
behalten. Denn die Hochschulen tun sich schwer,