KBV-Chef Gassen warnt vorÄrzteschwund

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas
Gassen, hat vor einem Ärzteschwund in Deutschland gewarnt und hat eine
“Hierarchisierung” der Fälle nach medizinischem Bedarf angemahnt. “Heute
arbeiten immer mehr angestellte Ärzte in den Praxen, für die feste Arbeitszeiten
gelten. Es gibt auch immer mehr Teilzeit-Modelle. Die angestellten Kolleginnen
und Kollegen leisten eine hervorragende medizinische Arbeit. Aber die reine
Arztzeit wird knapper”, sagte Gassen der Düsseldorfer “Rheinischen Post”
(Dienstag). “Nach unseren Berechnungen verlieren wir in den Praxen alle vier
Stunden die Arbeitskraft einer Vollzeit-Stelle. Das sind sechs am Tag, 2190 im
Jahr”, sagte der KBV-Chef. Er mahnte: “Wir müssen darauf aufmerksam machen, weil
in einer alternden Bevölkerung der steigende Bedarf an medizinischen Leistungen
einer knapper werdenden Ressource gegenübersteht.” Gassen forderte ein Umdenken
bei der Inanspruchnahme von Arztterminen: “Die Inanspruchnahme von Ärzten muss
besser gesteuert werden.” Es sei nicht sinnvoll, dass jeder zu jedem Facharzt
so oft gehen könne, wie er möchte und auch beliebig oft verschiedene Ärzte
gleicher Fachrichtung aufsuchen könne. Arzttermine seien kein Konsumgut.
Medizinische Hilfe sei keine Dienstleistung. “Wir brauchen eine Hierarchisierung
nach medizinischem Bedarf, umso mehr wenn die Ressource Arztzeit knapper wird.”

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