Wesseling. Der Kerosinsee an der Rheinland-Raffinerie
von Shell ist fast 80 Mal größer als bisher angenommen. Das geht aus
einem Schreiben der Bezirksregierung Köln hervor, das dem „Kölner
Stadt-Anzeiger“ vorliegt. Danach soll sich das ausgelaufene
Flugbenzin auf einer Fläche von 9400 Quadratmetern ausgebreitet
haben. „Der Bezirksregierung Köln ist inzwischen bekannt, dass der
Kerosinsee größer sein muss, als 120 Quadratmeter, da der gut
durchlässige Boden nur einen kleinen Teil der ausgelaufenen
Kerosinmenge zurückhalten konnte“, heißt es in einem Schreiben. Somit
wäre der unterirdische See, in der Fachsprache Phase genannt, mehr
als 78 Mal größer als die zunächst von Shell angegebenen 120
Quadratmeter.
Seit Anfang Februar dieses Jahres war etwa vier Wochen lang
Kerosin unentdeckt aus einer Leitung der Rheinland-Raffinerie ins
Erdreich gesickert. Am 1. März informierte Shell die Öffentlichkeit
erstmals über das Leck, aus dem bereits eine Million Liter Flugbenzin
ausgetreten war. Seit dem 27. Juli versucht das Unternehmen mit
einem sogenannten Sanierungsbrunnen die Flüssigkeit wieder aus dem
Boden zu holen. Das Gefährdungspotenzial für Wasserschutzgebiete,
Entnahmebrunnen und den Rhein schätzt die Bezirksregierung als gering
ein, da diese weit genug entfernt seien. Bis Ende September sollen
nun bis zu zehn weitere Erkundungsbohrungen erfolgen. Shell wollte
sich zu den aktuellen Zahlen bisher nicht äußern. „Wir sind mitten in
den Untersuchungen und können keine Angaben zur möglichen Ausbreitung
des Kerosins auf der grundwasserführenden Schicht im Erdboden machen.
Uns liegen noch keine Zahlen vor“, sagte Shell-Sprecher Constantin
von Hoensbroech.
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